Kredit-Streit Investoren verklagen Credit Suisse auf 24 Milliarden Dollar

Der Credit Suisse bekommt heftigen Ärger in Amerika. Eigentümer mehrerer Ferien-Resorts haben Klage gegen die Schweizer Großbank eingereicht. Sie werfen dem Institut vor, Immobilien zu hoch bewertet und saftige Gebühren kassiert zu haben. Ihre Forderung: 24 Milliarden Dollar.

Logo der Credit Suisse: Vorschriften der US-Bankenaufsicht umgangen?
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Logo der Credit Suisse: Vorschriften der US-Bankenaufsicht umgangen?


Boise - Die Klageschrift hat 81 Seiten, sie wurde am Sonntag beim Bundesbezirksgericht im US-Bundesstaat Idaho eingereicht - die Credit Suisse könnte durch sie eine Menge Ärger bekommen. In dem Dokument werden der Schweizer Bank unter anderem kriminelle Machenschaften, Verletzung von Treuhand-Pflichten, Betrügerei und Fahrlässigkeit vorgeworfen. Grundeigentümer von Ferien-Resorts beschuldigen das Institut, sie bei Immobiliengeschäften hintergangen zu haben.

Die Kläger, zu denen auch der Sohn eines millionenschweren amerikanischen Holzbarons gehört, fordern viel Geld. Sie machen acht Milliarden Dollar als direkten Schaden geltend. Zusätzlich beantragten sie, die Credit Suisse zu weiteren 16 Milliarden Dollar Schadenersatz zu verurteilen.

Laut Berichten der "Business Week" und der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde die Klage stellvertretend für 3000 Investoren eingereicht, die Land oder Immobilien in den betroffenen vier Ski- und Golf-Resorts gekauft hätten. Dem "Wall Street Journal" zufolge handelt es sich um vier Luxus-Resorts. Drei davon - The Lake Las Vegas (Nevada), Tamarack (Idaho) und Yellowstone Club (Montana) - befinden sich in den USA; das vierte, Ginn Sur Mer Resort, auf den Bahamas. Die drei US-Resorts sind inzwischen pleite, Ginn Sur Mer kämpft ums Überleben.

Die fragwürdigen Geschäfte, die der Bank vorgeworfen werden, sollen wie folgt abgelaufen sein: Die Credit Suisse habe zusammen mit der Immobilienfirma Cushman & Wakefield den Bau der Freizeit-Anlagen für reiche Investoren finanziert - und den Buchwert der Ferien-Resorts künstlich in die Höhe getrieben. Die Investoren hätten dadurch exorbitant hohe Kredite aufnehmen müssen und für diese "enorme" Gebühren gezahlt.

Credit Suisse weist die Vorwürfe zurück

Die Credit Suisse soll laut Klageschrift von Anfang an im Sinn gehabt haben, den Preis für Immobilien in die Höhe - und damit die Investoren in die Zahlungsunfähigkeit zu treiben. Sie habe damit gerechnet, dass die Investoren unter der Last der Schulden erdrückt würden. Als dies geschehen sei, habe die Bank die Objekte unter Marktwert übernommen.

Nach Darstellung der Grundeigentümer soll das Institut zudem auf den Cayman-Inseln eine Niederlassung errichtet haben, um die Vorschriften der US-Bankenaufsicht zu umgehen.

Marc Dosch, Sprecher am CS-Hauptsitz in Zürich, bezeichnete die Klage als unbegründet. Er kündigte gegenüber der Nachrichtenagentur AP an, die Grossbank werde sich gegen die Vorwürfe wehren.

Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass die Großbank wegen fragwürdiger Immobilien-Deals Ärger bekommt. US-Richter Ralph Kirscher, der das Konkursverfahren des Yellowstone Club begleitet hat, sagte bereits im Mai, die Bank sei bei der Kreditvergabe zum Teil "raubtierhaft" vorgegangen. Viele Investoren, die sich bei dem Institut Geld für Projekte in den Resorts geliehen hätten, seien inzwischen pleite. Es sei nicht auszuschließen, dass die betroffenen Personen und Unternehmen in jenem Moment zum Scheitern verurteilt gewesen seien, in dem sie von Credit Suisse einen Kredit erhalten hätten.

ssu/AP/APD/Reuters



insgesamt 1528 Beiträge
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Seite 1
saul7 16.11.2009
1. Nein,
Zitat von sysopEin Jahr nach dem Beinahe-Kollaps der Finanzbranche fassen die Banker wieder Mut: Bei einem Gipfeltreffen in Frankfurt debattierten Ackermann und Co. die Lehren aus der Krise - und mokierten sich vor allem über die Regulierungswut der Regierungen. Haben die Banken Ihrer Meinung nach eigentlich etwas aus der Krise gelernt? Diskutieren Sie mit!
die Banken haben nichts aus der Krise gelernt, weil die Politik ihnen nicht längst überfällige Regularien verpasst hat. Die Zockerei darf also weitergehen. Auf eine Entschuldigung der Banken darf noch gewartet werden!!
hajott59, 16.11.2009
2. warum auch?
Nein, die haben nichts gelernt. Warum sollten sie auch? Wenn es eng wird, kommt das große Füllhorn über sie und gut ist!
yato, 16.11.2009
3. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
4. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
5. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
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