Kreditkartenkonzern: American Express will 5400 Stellen streichen

Die Maßnahme soll alle Unternehmensbereiche betreffen: Der Kreditkartenriese American Express will 5400 Stellen abbauen. Das wird rund 180 Millionen Euro kosten. Mitgliederprogramme und Rückerstattungen werden den Konzern weiter belasten.

Kreditkarten von American Express: 63.500 Menschen arbeiten noch für das Unternehmen Zur Großansicht
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Kreditkarten von American Express: 63.500 Menschen arbeiten noch für das Unternehmen

New York - Der US-Kreditkartenkonzern American Express plant, rund 5.400 Jobs zu streichen. Ende dieses Jahres wird man vier bis sechs Prozent weniger Mitarbeiter beschäftigen, wie das Unternehmen am späten Donnerstag am Sitz in New York mitteilte. Momentan arbeiten 63.500 Menschen bei American Express. Ein Teil der wegfallenden Jobs soll allerdings im Laufe des Jahres an anderer Stelle neu aufgebaut werden.

Der Abbau findet quer durchs Unternehmen statt und betrifft sowohl die Mitarbeiter in den USA als auch außerhalb. Besonders hart wird es die Beschäftigten treffen, die sich um Reisetransaktionen kümmern, da diese immer mehr online ablaufen würden.

Die Stellenstreichungen kosten American Express rund 179 Millionen Euro. Weitere Belastungen in ähnlicher Höhe fallen durch Mitgliederprogramme und nachträgliche Rückerstattungen an.

Als Gewinn im vierten Quartal 2012 bleiben noch 637 Millionen Dollar übrig. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen fast das Doppelte verdient. Im nachbörslichen Handel legten American-Express-Papiere um ein knappes Prozent zu.

Das Unternehmen sorgte erst im Oktober vergangenen Jahres für Aufsehen, als es wegen unzulässiger Geschäftspraktiken von mehreren US-Regulierungsbehörden zu einer Millionenstrafe verurteilt worden war. Das Unternehmen musste 27,5 Millionen Dollar Bußgeld zahlen. Darüber hinaus sollte es mit 85 Millionen Dollar auch Kunden teilweise entschädigen.

Zwischen 2003 und 2012 soll American Express Verbraucher mit seiner Werbung über die Konditionen für Kreditkarten in die Irre geführt haben. Außerdem soll das Unternehmen bei säumigen Kunden illegale Mahngebühren eingefordert haben.

kha/dpa/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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1. optional
wakaba 11.01.2013
Die Klitsche gibts noch? Wieso keine Partnerschaft mit Diners? Master und Visa dürften sich bald auf ein Antitrustverfahren einstellen dürfen.
2. Die nicht!
hansjot23 11.01.2013
Wer sich bei DER Firma verdingt hat, der hat sowieso einen grossen Fehler begangen. Und aus Fehlern werden manche klug, aber nur manche. Und wer bei der Firma Kunde ist, auch. Das habe ich vor 20 Jahren schon mit aller Deutlichkeit erfahren, und jede Verbindung abgebrochen.
3. Es ist immer wieder erstaunlich...
mainzelmännchen 1 11.01.2013
...mit welch überflüssigen, paper-pushenden "Geschäftsmodellen" versucht wird, den Menschen ihr Geld aus der Tasche zu ziehen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
4.
Ghanima22 11.01.2013
Die Stellenstreichorgie im Finanzsektor geht munter weiter. Mal sehen, wer als nächstes streicht.
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