Verunsicherte Anleger Krim-Krise bedroht Russland-Geschäft von Adidas

Die Spannungen auf der Krim könnten sich zu einem handfesten Problem für Adidas entwickeln: Im Ernstfall droht der Verlust eines der wichtigsten Einzelmärkte für den Sportartikelhersteller. Nach hält sich Konzernchef Hainer bedeckt, doch die Anleger reagieren bereits.

Freizeitschuh von Adidas: Deutliche Kursverluste am Aktienmarkt
DPA

Freizeitschuh von Adidas: Deutliche Kursverluste am Aktienmarkt


Herzogenaurach - Wirklich rund läuft es derzeit nicht bei Adidas. Im Herbst musste Konzernchef Herbert Hainer die Prognosen für den Jahresgewinn 2013 kassieren und könnte sogar die Spitzenstellung auf dem deutschen Markt an den US-Rivalen Nike verlieren. Und schließlich konnte er erst im letzten Moment durch den Verkaufsstopp für ein T-Shirt mit einem schlüpfrigen Aufdruck in Brasilien einen Image-Gau verhindern.

Und jetzt muss die Konzern-Revision die Pläne für das laufende Geschäftsjahr neu durchkalkulieren und dabei ein Risiko berücksichtigen, das man in Herzogenaurach bislang nicht auf dem Zettel hatte: die Spannungen auf der Krim.

Die Krise könnte sich zum handfesten Problem für Adidas ausweiten, wenn die Unterhändler aus Ost und West nicht bald eine diplomatische Lösung finden. Denn die Konfrontation, die Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier als die schwerste Krise seit dem Mauerfall bezeichnet, würde sich im Ernstfall unmittelbar auf den Handel auswirken. Und Russland ist einer der wichtigsten Einzelmärkte des Konzerns. 2012 kamen von dort mehr als eine Milliarde Euro Umsatz.

Warten auf die Bilanzpressekonferenz

Welche Auswirkungen der Worst Case für Adidas Chart zeigen haben würde, darüber will man sich erst am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz äußern. Doch dem Aktienkurs half diese Taktik am Montag wenig. Adidas-Papiere verloren am Vormittag rund 3,6 Prozent an Wert und notierten zuletzt bei 81,35 Euro. Der Dax verlor demgegenüber nur 2,25 Prozent. Bislang hält Hainer offiziell an seinen ehrgeizigen Wachstumszielen fest. Bis 2015 möchte er den Umsatz auf 17 Milliarden Euro antreiben. Die operative Gewinnmarge soll dann bei elf Prozent liegen.

Schon vor der Krise galten die Ziele angesichts des schwachen europäischen Marktes und des starken Euro als ambitioniert. Auf dem stark umkämpften deutschen Markt hat Adidas bereits viel von seinem Vorsprung eingebüßt.

Hainer wird nun versuchen, die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien zu nutzen. Adidas hat hierbei vor allem auf dem deutschen Markt die besseren Voraussetzungen. Das Unternehmen ist nicht nur offizieller Ausrüster der Weltmeisterschaft und stellt den offiziellen Spielball. Vor allem profitieren die Herzogenauracher von der Lizenz für das Trikot der deutschen Nationalelf.

mik/dpa-AFX



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