Ukraine-Konflikt EU verbietet Krim-Importe

Gibt es in der EU bald keinen originären Krimsekt mehr? Die europäischen Außenminister wollen jedenfalls die Wareneinfuhr von der Schwarzmeerhalbinsel sowie aus der Stadt Sewastopol verbieten.

Weinhersteller in der Krim-Stadt Inkerman (Archivbild): EU-Import verboten
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Weinhersteller in der Krim-Stadt Inkerman (Archivbild): EU-Import verboten


Luxemburg/Kiew - Die EU-Außenminister verschärfen die Sanktionen gegen die Krim. Die Chefdiplomaten haben am Montag beschlossen, dass Waren aus der von Russland annektierten Halbinsel nicht in die EU eingeführt werden dürfen, sofern dies nicht von der Ukraine eigens gewünscht werde.

Die EU verurteile aufs Schärfste die illegale Annexion der Krim sowie der Stadt Sewastopol, heißt es in einem Hintergrundpapier zu dem Beschluss. Das Verbot gilt laut der Nachrichtenagentur AFP ab dem 25. Juni für Importe in die Europäische Union. Verboten wird zudem, den Import der Güter zu versichern.

Die EU lehnt die Krim-Annexion durch Russland als illegal ab. Das Einfuhrverbot sei Teil der europäischen Politik, die Eingliederung der Halbinsel in die Russische Föderation nicht anzuerkennen, hieß es in einer Erklärung.

Das Verbot wird das wohl bekannteste nach der Halbinsel benannte Produkt, den Krimsekt, vermutlich nur marginal betreffen. Denn anders als der französische Champagner darf der Schaumwein aus der Ukraine auch in anderen Landesteilen erzeugt werden. Krimsekt gilt als eines der wichtigsten Exportprodukte der Ukraine.

Reform des Sicherheitssektors

Die EU-Außenminister haben am Montag zudem die Entsendung von Polizeiberatern in die Ukraine beschlossen. In einer Mitteilung heißt es, in den kommenden Wochen werde mit der Entsendung von Experten begonnen, die bei einer Reform des zivilen Sicherheitssektors, vor allem der Polizei, helfen sollten. Über den Umfang des Einsatzes wurde noch nicht entschieden.

Die Außenminister forderten in einer gemeinsamen Erklärung Russland auf, den Friedensplan des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zu unterstützen. Zugleich erinnerten sie in Luxemburg daran, dass weitere Sanktionen gegen Moskau möglich seien: "Weitere Schritte könnten folgen, falls dies die Ereignisse in der Ostukraine erfordern."

Bereits in der vergangenen Woche hatten erst die USA und dann die EU die Sanktionen gegen Moskau verschärft. Putin reagierte prompt.

bos/AFP/dpa

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insgesamt 89 Beiträge
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Seite 1
ziggysonnenstern 23.06.2014
1. EU total besoffen?
Putin hat die Krim nicht annektiert, sondern zurückgeholt, nachdem EU, NSUA und Nato seit Jahren versuchen, ihm in den Vorgarten zu pinkeln.
georg67 23.06.2014
2. Ich würde mich nicht wundern,
wenn Putin angesichts solcher lachhaften Kinderspiele mal an der Gasschraube dreht.
karlsiegfried 23.06.2014
3. Alberner geht's nicht mehr
Glaubt wirklich jemand daran, dass diese Massnahmen deeskalierend sind? Und, die brave. demokratische Ukraine muss zustimmen, wenn etwas in der EU verkauft werden darf? Hierbei wird immer deutlicher, Putin hat richtig gehandelt. Er führt die EU und ihre amerikanischen Spiessgesellen vor. Weiter so.
hobbyleser 23.06.2014
4. Ideologische Wirtschaftspolitik
Ideologische Wirtschaftspolitik, die wieder einmal nur die schwächste Gruppe trifft: Die Bürger. Wird es in unserer freien Welt bald so sein, wie in den USA, wo man schon fast kriminell ist, wenn man eine kubanische Zigarre raucht? Muss man sich jetzt via dubioser Kanäle die verbotene Ware besorgen? Was sagen die Verantwortlichen den Familien auf der Krim, die durch diese Blockade leiden werden? Ist das die EU Version von Menschlichkeit? Es ist und bleibt peinlich, wie sich der Westen viel zu oft und wie in diesem Fall ungerechtfertigt als moralisch überlegen inszeniert.
idealist100 23.06.2014
5. Hallo
Zitat von sysopREUTERSGibt es in der EU bald keinen originären Krimsekt mehr? Die europäischen Außenminister wollen jedenfalls den Warenimport von der Schwarzmeerhalbinsel sowie aus der Stadt Sewastopol verbieten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/krim-waren-duerfen-nicht-mehr-in-die-eu-importiert-werden-a-976935.html
Vladimir mach endlich den Gashahn und Ölhahn zu und verkaufe das Zeug an die Chinesen. Danach ist endlich Ruhe bei den bekloppten EU Hansel mit ihren Sanktionen.
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