Ermittlungen gegen Ex-Logistikchefs Kriminelle Bande betrog Springer-Verlag um Millionen

Ein Ex-Manager hat gemeinsam mit einer Bande den Axel-Springer-Verlag um eine Millionensumme geprellt. Über zehn Jahre lang haben sie Scheinrechnungen über Leistungen ausgestellt, die gar nicht erbracht wurden.

Axel-Springer-Zentrale in Berlin
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Axel-Springer-Zentrale in Berlin

Von den manager-magazin-Redakteuren und Ursula Schwarzer


Eine kriminelle Bande um Ex-Logistikchef Markus Günther hat die Axel Springer SE um über zehn Millionen Euro betrogen. Demnach ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin seit über vier Jahren gegen Günther (Aktenzeichen 242 Js 139/14), seinen Vorgänger Karsten Böhrs sowie mehrere Dienstleister, die vor allem aus der Logistikbranche stammen. Anklage wurde noch nicht erhoben.

Die Dienstleister sollen in Absprache mit Springer-Führungskräften über zehn Jahre lang Scheinrechnungen für Leistungen erstellt haben, die sie nicht erbracht hatten. Das eingenommene Geld überwiesen die Dienstleister dann zum Teil an Günther oder auch an seine damalige Ehefrau. Günther räumte das Betrugssystem auf Anfrage ein. Seine Angaben decken sich im Wesentlichen mit einem Ermittlungsbericht des Landeskriminalamts Berlin vom 20. Oktober 2017.

Auch der langjährige Springer-Vorstand und spätere Aufsichtsrat Rudolf Knepper soll indirekt von dem System profitiert haben: Laut Ex-Mitarbeitern und Dienstleistern transportierten Spediteure für ihn etwa einen Porsche oder eine Miniaturautosammlung. Knepper, der auch stellvertretender Vorstandsvorsitzender war, gibt an, im Nachhinein für diese Leistungen doch noch bezahlt zu haben.

Günther erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Vorgesetzten: "Knepper hat gewusst, dass 2005 im Logistikbereich ein System von schwarzen Kassen eingerichtet wurde", sagte Günther. Der ehemalige Logistikchef behauptet, Vorgesetzte hätten ihm geraten, "Dienstleistungen für den Konzern über Scheinrechnungen zu buchen".

Knepper weist die Vorwürfe zurück. Springer lässt ausrichten, es handele sich um "atemberaubende Schutzbehauptungen" der Täter.

Einer der Springer-Dienstleister soll etwa Karten für die Fußballweltmeisterschaft 2006 beschafft haben. Die Tickets erhielten neben Knepper auch andere Springer-Mitarbeiter und -Kunden.



insgesamt 14 Beiträge
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Augustusrex 21.06.2018
1. Bekanntes Verfahren
Funktioniert besonders gut, wenn das Vieraugenprinzip durchbrochen wird und das Controling nicht funktioniert.
deglaboy 21.06.2018
2. Immerhin...
da trifft es nicht den Falschen.
dasfred 21.06.2018
3. Sowas ließt man doch gerne
Ist schon eine fette Schlagzeile in der Bild geplant? Tenor in etwa, wir besch... nicht nur die Leser sondern auch uns selbst? Ein Verlag, der es mit der Wahrheit nie so recht hatte, wird ausgenommen und ein paar Mitarbeiter spielen mit. Schön.
genugistgenug 21.06.2018
4. dito 1. Bekanntes Verfahren
Zitat von AugustusrexFunktioniert besonders gut, wenn das Vieraugenprinzip durchbrochen wird und das Controling nicht funktioniert.
und auf dieser Gehaltsebene gibt es eben kein funktionierendes Controlling mehr. Da zählt normalerweise, Anstand, Vorbildfunktion, "das tut man nicht" - doch wie gesagt 'normalerweise'. denn inzwischen gehören die doch alle zum "Stamme derer Nimm Alles und alss den Rest nach Hause schicken" PS etwas verwudnert, dass so was nur einmalig war - üblicherweise sind die gesamten Strukturen doch durchseucht.
Peter M. Lublewski 21.06.2018
5. Über zehn Jahre?
Gibt's da nicht mehr den guten, alten Rechnungsprüfer?
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