Krise: Bernanke mahnt USA zu mehr Sparsamkeit

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat sein Land zum Abbau des Rekord-Haushaltdefizits aufgerufen. Zugleich warnte er vor einem Handelsüberschuss in Asien und vor einer erneuten Ausweitung globaler Ungleichgewichte.

US-Notenbankchef Bernanke: "Exit-Strategie" entwickeln Zur Großansicht
AFP

US-Notenbankchef Bernanke: "Exit-Strategie" entwickeln

Washington - Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank (Fed) hat Regierung und Kongress seines Landes aufgefordert, eine "Exit-Strategie" zu entwickeln, um aus der schwierigen finanziellen Situation wieder herauszukommen. Dies sei wichtig, um das Vertrauen in die US-Wirtschaft und den Dollar aufrechtzuerhalten, sagte Bernanke am Montag auf einer Fachkonferenz in Kalifornien.

Zugleich rief er Länder mit einem Außenhandelsüberschuss wie China und viele andere asiatische Staaten auf, ihrer Bürger dazu zu bringen, mehr Geld für den privaten Konsum auszugeben. Gleichzeitig sollten sie sich weniger auf ein Wachstum verlassen, das von Exporten getragen werde.

Die riesigen Konjunkturprogramme asiatischer Länder zur Ankurbelung des Exports bereiten dem Fed-Chef Sorgen. Er warnte davor, dass es erneut zu einer Schieflage bei Handel und Kapitalfluss kommen könnte, falls die Programme fortgesetzt würden. Eine Balance in den beiden Bereichen sei aber notwendig, um ein ausgeglichenes und dauerhaftes Wachstum zu erreichen und die Risiken im Finanzsystem zu reduzieren, sagte Bernanke bei einer Konferenz der Notenbank zum Thema Asien.

Bernanke rechnet mit Wachstumszahlen im zweistelligen Prozentbereich

Durch die künstliche Förderung von Handelsbilanzüberschüssen in Asien werde die optimale Verteilung von Ressourcen verhindert und das Sparen künstlich erhöht. Das Ungleichgewicht habe sich im Zuge der Finanzkrise zwar verringert, es könnte aber zunehmen, da die Wirtschaft sich erhole und das Handelsvolumen wieder anziehe.

Laut Expertenmeinung hat unter anderem der immense Export von Waren und Kapital aus Asien zur Blase am US-Häusermarkt beigetragen, die mitverantwortlich gemacht wird für den Ausbruch der Finanzkrise.

Derzeit sehe es so aus, dass die asiatischen Länder den globalen Wirtschaftsaufschwung anführten, sagte Bernanke. Er rechne damit, dass China, Hongkong, Südkorea, Malaysia, Singapur und Taiwan auf Jahressicht Wachstumszahlen im zweistelligen Prozentbereich verzeichneten. Die globale Integration der Märkte habe die Gefahr für weltweite Krisen zwar erhöht, langfristig verspreche die größere Offenheit aber ein stärkeres Wachstum, sagte Bernanke. Er warnte davor, Handelsschranken oder andere protektionistische Maßnahmen zu errichten.

wit/AP/Reuters/dpa-AFX

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Ben Bernanke
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite