Zürich - Bei der UBS setzt man künftig auf Sicherheit - und bescheidenere Gewinnziele: Die Schweizer Großbank will einem Bericht der "Financial Times" zufolge ihr Investmentbanking erheblich zurückfahren. Die Bilanzsumme des Bereichs solle laut Insidern um die Hälfte reduziert werden, im Gegenzug verstärke das Institut die Vermögensverwaltung. Ihre neue Strategie will die Bank auf einem seit langem angekündigten Investorentreffen am Donnerstag offiziell verkünden.
Die Bank reagiert mit dem Schwenk auf einen riesigen Zocker-Skandal: Im September wurde bekannt, dass ein Londoner UBS-Händler durch nicht genehmigte Transaktionen einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar verursacht hatte. In der Folge musste der langjährige Vorstandschef Oswald Grübel Ende September zurücktreten.
Dem Zeitungsbericht zufolge nimmt die UBS
für ihren neuen Sicherheitskurs auch erheblich geringere Gewinnziele in Kauf: Künftig solle eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 14 Prozent angepeilt werden - diese Marke liegt klar unter früheren Werten. Einen weiteren Personalabbau über die bereits vereinbarten Streichungen von 3500 Stellen will die Bank einem Insider zufolge aber auf dem Investorentreffen am Donnerstag nicht ankündigen.
Am Dienstag hatte die UBS mit zwei Entscheidungen für klare Verhältnisse an ihrer Spitze gesorgt. Erstens soll der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber nun doch bereits im Mai 2012 Vorsitzender des UBS-Verwaltungsrats werden. Zudem darf der bislang nur als Übergangschef amtierende Sergio Ermotti die Geschäfte der Bank nun auf Dauer führen.
Die Bank besetzt ihre Spitze früher als geplant neu
Eigentlich war geplant, dass Weber zunächst nur Vizepräsident des Kontrollgremiums werden und nach einem Jahr im Mai 2013 dessen Vorsitz übernehmen sollte. Nun räumt der amtierende Verwaltungsratschef Kaspar Villiger bereits im Mai des kommenden Jahres seinen Posten für Weber. Ursprünglich plante die Bank auch für die Suche nach einem langfristigen Vorstandschef mehr Zeit ein - allerdings wollte die UBS offenbar bei dem lange angekündigten Investorentreffen am Donnerstag nicht mit einer Übergangsspitze antreten.
"Die Nominierungen von Axel Weber und Sergio Ermotti bringen UBS die erforderliche Stabilität und schaffen klare Verhältnisse", sagte Noch-Chefkontrolleur Villiger. So könnten "die zahlreichen wirtschaftlichen Herausforderungen und regulatorischen Veränderungen" bewältigt werden. Villinger lobte die beiden Manager als zwei "hochkompetente, erfahrene Persönlichkeiten mit komplementären Fähigkeiten".
Oberste Priorität der beiden Top-Manager dürfte sein, das volle Vertrauen der vermögenden Privatkunden zurückzugewinnen. An der Börse wurde das neue Führungsduo verhalten begrüßt - die UBS-Aktie verlor knapp drei Prozent, allerdings sanken auch die Kurse der europäischen Konkurrenz ähnlich stark.
fdi/Reuters/dpa
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