Krisenbank Chef von Morgan Stanley kündigt Rücktritt an

Positionswechsel an der Spitze von Morgan Stanley: John Mack tritt zum Jahresende als Chef der US-Großbank ab und übergibt an James Gorman, der bisher das Brokergeschäft geleitet hat. Mack will dem Geldhaus jedoch als Vorsitzender des Verwaltungsrates treu bleiben.

Morgan-Stanley-Chef Mack (im Februar 2009): Abtritt zum Jahreswechsel
REUTERS

Morgan-Stanley-Chef Mack (im Februar 2009): Abtritt zum Jahreswechsel


New York - Zum Jahresende ist Schluss: John Mack, Chef der US-Bank Morgan Stanley Chart zeigen, gibt sein Amt auf. Nachfolger werde der bisherige Co-Präsident James Gorman, der zuletzt für das Brokergeschäft der Bank verantwortlich war, teilte das Institut am Donnerstag nach US-Börsenschluss in New York mit.

Der 64-jährige Mack bleibt aber vorerst Vorsitzender des Verwaltungsrates. Er ist insgesamt bereits fast drei Jahrzehnte für die Bank tätig. Nach einem verlorenen Machtkampf hatte er Morgan Stanley 2001 verlassen, kam aber 2005 als neuer Chef zurück. Der 51 Jahre alte Gorman kam 2006 vom Konkurrenten Merrill Lynch Chart zeigenzu Morgan Stanley.

Im Zuge der globalen Krise war das Finanzinstitut extrem unter Druck geraten. Zuletzt fuhr die Bank mit einem erneuten Milliardenminus ihren dritten Quartalsverlust in Folge ein.

Neben Branchenführer Goldman Sachs konnte Morgan Stanley jedoch als einzige der einst fünf großen unabhängigen US-Investmentbanken die Finanzkrise eigenständig überstehen. Die zwei Häuser mussten sich aber vergangenes Jahr auf Druck der Regierung formal in Geschäftsbanken umwandeln und den rechtlichen Sonderstatus als Investmentbank aufgeben.

Nun unterliegen beide weit strengerer Regulierung. Im Kern betreiben sie allerdings noch dieselben Spezialgeschäfte wie Unternehmensfinanzierungen, Fusionen und Übernahmen sowie den Handel mit Wertpapieren aller Art.

hut/dpa-afx, Reuters



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