New York - Grund zum Klagen haben sie immer noch nicht, die Angestellten von Goldman Sachs
. Trotz globaler Schuldenkrise und den Sorgen vor neuen Erschütterungen des Finanzsektors strichen die Mitarbeiter der US-Großbank im vergangenen Jahr wieder hohe sechsstellige Gehälter ein.
Doch spurlos geht die Krise auch an Goldman Sachs nicht vorbei. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ("WSJ") will die Bank den Verdienst von rund 400 Managern direkt unterhalb der Vorstandsebene im Vergleich zu 2010 mindestens halbieren. Bei Anleihehändlern seien sogar Rückgänge von 60 Prozent zu erwarten, heißt es in dem Bericht.
Auch andere US-Banken planen offenbar deutliche Kürzungen. Morgan Stanley
wolle die Boni mancher Investmentbanker und Händler um 30 bis 40 Prozent kürzen, heißt es in dem Bericht. Laut einer bereits im November veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Johnson Associates werden die Boni an der Wall Street insgesamt um 20 bis 30 Prozent sinken. Die wichtigsten Gründe seien die Schuldenkrise in Europa sowie die schwächelnde US-Wirtschaft.
Ein Grund für die Einbußen sind veränderte Vergütungssysteme. Statt hoher Geldsummen werden Banker zunehmend mit Aktien ihrer Unternehmen belohnt. "Unternehmen müssen definitiv einsehen, dass die gewohnte Party vorbei ist", zitiert das "WSJ" Rose Marie Orens, eine New Yorker Gehaltsberaterin.
Gehaltsminus von zehn Prozent
Existenzsorgen müssen sich zumindest Goldman Sachs-Mitarbeiter dennoch kaum machen. Die Spitzenmanager der US-Investmentbank verdienten 2011 mit Gehalt und Boni insgesamt jeweils zwischen drei und 6,5 Millionen Dollar, berichtet das "WSJ".
Das durchschnittliche Gehalt eines Goldman Sachs-Mitarbeiters dürfte 2011 nach Berechnungen der Zeitung auf 385.000 Dollar fallen. Das wäre ein Minus von 10,7 Prozent gegenüber 2010, als die Gehälter im Schnitt noch bei 431.000 Dollar lagen.
Wegen der Schuldenkrise haben viele Unternehmen Übernahmen, Börsengänge und die Ausgabe von Anleihen seit Sommer 2011 auf Eis gelegt. Die Entlohnung ihrer Mitarbeiter ist ihnen aber immer noch viel wert. Laut "WSJ" wuchs 2011 sogar der Anteil von Gehältern und Boni am Gewinn: von 33 auf 36 Prozent.
dab/Reuters
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