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Kritik: Aufseher rügen deutsche Stresstest-Veröffentlichungen

Warum haben deutsche Banken bei den Stresstest-Ergebnissen wichtige Daten nicht angegeben? Europäische Aufseher rügen jetzt die Geheimniskrämerei einiger Institute, darunter Deutsche Bank und Postbank. Die Geldkonzerne weisen die Kritik empört zurück, Anleger reagieren skeptisch.

Deutsche Bank in Frankfurt am Main: Vorwurf der Heimlichtuerei Zur Großansicht
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Deutsche Bank in Frankfurt am Main: Vorwurf der Heimlichtuerei

Frankfurt - Zunächst wurden sie für ihr gutes Abschneiden beim Stresstest gelobt, jetzt müssen sich deutsche Großbanken jedoch der Kritik stellen: Der Zusammenschluss der europäischen Bankenaufseher (CEBS), Organisator des Tests, bemängelt, dass sechs der 14 deutschen Institute keine Angaben zu ihrem Engagement in europäischen Staatsanleihen gemacht haben.

Die Bekanntgabe dieser Daten war zwar freiwillig, dennoch haben von den europaweit 91 getesteten Banken alle - bis auf die sechs deutschen und die griechische ATE-Bank - ihre Bestände offen gelegt. Beobachter fragen sich nun, ob die Deutsche Bank Chart zeigen, die Postbank Chart zeigen, die Landesbank Berlin, die DZ Bank, die WGZ Bank und die verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) etwas zu verbergen haben. Die Commerzbank Chart zeigen und die LBBW hatten etwa jeweils Milliarden-Engagements in Griechenland, Portugal und Spanien offengelegt.

Bei dem Stresstest wurden 91 wichtige Banken in der EU auf ihre Überlebensfähigkeit in Krisenzeiten geprüft. Die Ergebnisse wurden am vergangenen Freitag veröffentlicht: 84 der getesteten europäischen Institute bestanden den Test. Unter den Durchfallern sind fünf spanische Sparkassen, die griechische ATE Bank und, wie erwartet, die deutsche HRE. Sinn und Zweck des Tests war es, durch Transparenz wieder mehr Vertrauen in den krisengeplagten Märkten zu schaffen und den Banken zu mehr Stabilität zu verhelfen.

Doch warum sperrten sich sechs deutsche Großbanken gegen vollständige Transparenz? "Wir waren uns mit allen Aufsichtsbehörden und mit den teilnehmenden Banken einig, dass die Staatsrisiken Bank für Bank veröffentlicht würden", sagte CEBS-Generalsekretär Arnoud Vossen der "Financial Times". Dem Bericht zufolge will er mit den Aufsichtsbehörden in Deutschland über den Fall sprechen.

Die Banken wehren sich gegen den Vorwurf der Heimlichtuerei

Ein Sprecher der Postbank begründete den Verzicht auf die Offenlegung der Staatsanleihenrisiken damit, dass die Zahlen veraltet gewesen seien. In dem Stresstest waren die Bilanzen von Ende März geprüft worden. Die Postbank hatte die Probe nur knapp bestanden. Am Montag nannte das Institut nun aktuelle Zahlen: Die Bank hielt zum 20. Juni 4,6 Milliarden Euro in italienischen Staatspapieren, 1,3 Milliarden in griechischen, 1,2 Milliarden in spanischen, 300 Millionen in irischen und 50 Millionen in portugiesischen Papieren.

Die Deutsche Bank verwies darauf, dass ihr Vorstand Hugo Bänziger bereits im Juni die Zahlen genannt habe. Diese zeigen mit Ausnahme Italiens ein verschwindend geringes Engagement in den hoch verschuldeten Ländern am Rande Europas. Ein Sprecher deutete an, dass sich die Bank am Dienstag mit den Quartalszahlen zu ihrem aktuellen Engagement äußern werde.

Anleger straften den Branchenprimus dennoch ab: Die Deutsche-Bank-Aktie fiel am Montag gegen den Trend zeitweise um bis zu knapp drei Prozent, erholte sich dann aber leicht auf ein Minus von gut einem Prozent. Börsianer erklärten das Anlegerverhalten so: "Einige sind unzufrieden, da die Deutsche Bank ihr Staatsanleihen-Portfolio nicht im Detail veröffentlichen wollte." Zudem fürchteten einige Investoren, dass die Bank im Krisenfall für das nicht allzu gute Abschneiden der künftigen Tochter Postbank Chart zeigen geradestehen müsste.

Insgesamt lagen die meisten Banken deutlich im Plus. Commerzbank-Aktien stiegen um knapp zwei Prozent. Der Stoxx-50-Branchenindex Chart zeigen legte gut ein Prozent zu. Vor allem die französischen Banken wie BNP Paribas Chart zeigen legten deutlich zu.

Streit um eine angebliche Stresstest-Wiederholung

Nun zeichnet sich offenbar ein Streit um eine mögliche Wiederholung des Tests ab. Zwischen CEBS und den deutschen Aufsichtsbehörden gebe es vor allem darüber Differenzen, ob Stresstests künftig regelmäßig wiederholt werden sollen, berichtete das "Handelsblatt" von Montag.

Während die CEBS sich für Untersuchungen in regelmäßigen Abständen ausspricht, hieß es demnach im Umfeld der deutschen Finanzaufsicht, dies müsse ein einmaliges Unterfangen bleiben. "Der zeitliche und organisatorische Aufwand steht in keinem Verhältnis zum zusätzlichen Erkenntnisgewinn für die nationalen Aufseher", zitierte die Zeitung aus Finanzkreisen.

Aus Bankkreisen hieß es dem Bericht zufolge außerdem, der CEBS sei mit dem "Mammutprojekt" Banken-Stresstest überfordert gewesen. "Wenn die Politik den CEBS zu einer europäischen Finanzaufsicht ausweiten will, dann muss hier noch viel getan werden", sagte ein deutscher Bankenlobbyist dem "Handelsblatt".

Aktuelle Kernkapitalquoten der deutschen Kandidaten
Bilanzsumme* Kernkapitalquote
Deutsche Bank 1670 11,2
Commerzbank 846 10,8
HRE 366 7,7
LBBW 412 9,8
BayernLB 348 10,6
DZ Bank 389 9,9
NordLB 243 8,4
Postbank 239 7,3
WestLB 239 8,3
HSH Nordbank 173 9,8
Helaba 170 8,8
Landesbank Berlin 148 14,9
WGZ Bank 96 9,2
Dekabank 133 9,7
*in Milliarden Euro

lgr/Reuters/AFP

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1. Wenn der Hahn kräht auf dem Mist
Pandora0611 26.07.2010
ändert sich das Wetter, oder es bleibt so wie es ist. Genau so aussagekräftig ist der sogenannte "Stresstest". Auf Regen folgt Sonnenschein. Dieser "sogenannte" Stresstest wurde derart verwässert, daß des erwünschte Ergebnis eintreffen "musste". Die Aussage ist gleich Null!!!
2. Quatsch mit Soße, dieser Stresstest.
sic tacuisses 26.07.2010
Zitat von Pandora0611ändert sich das Wetter, oder es bleibt so wie es ist. Genau so aussagekräftig ist der sogenannte "Stresstest". Auf Regen folgt Sonnenschein. Dieser "sogenannte" Stresstest wurde derart verwässert, daß des erwünschte Ergebnis eintreffen "musste". Die Aussage ist gleich Null!!!
Zitat FTD: Stresstests haben kurze Beine Bei der Deutschen Bank werden bloß 17,5 Prozent der Bilanzsumme als Risikoaktiva klassifiziert. Im Euroraum ist die Bankenbilanzsumme seit 1999 um 18.000 Mrd. Euro gestiegen. Die Deutsche Bank hatte Ende des ersten Quartals eine Bilanzsumme von 1670 Mrd. Euro. Und eine Tier-1-Kapitalquote von 11,2 Prozent. Ziemlich solider Laden, sollte man meinen. Allerdings hatte die Bank kein Kernkapital von 187 Mrd. Euro in der Bilanz (0,112 mal 1670), sondern bloß 32,8 Mrd. Euro. Ohne Hybridinstrumente gerechnet waren es gar nur 21,9 Mrd. Euro - oder 1,3 Prozent der Bilanzsumme. Stress? Woher denn? Stress? Woher denn? Wie das? Na, weil überhaupt bloß 292 Mrd. Euro oder 17,5 Prozent der Bilanzsumme als Risikoaktiva klassifiziert wurden. Den Rest der Bilanz hält die Deutsche Bank vermutlich nur aus Spaß an der Freud, denn da er offensichtlich kein Risiko birgt, wirft er wohl auch keinen Gewinn ab. Es sei denn, natürlich, sie hat einen Weg gefunden, wie Firmen Gewinn erzielen können, ohne Risiken einzugehen. Dann stellt sich allerdings weiter die Frage, warum die Bank den nicht zu den Risikoaktiva gehörenden Teil der Bilanz nicht noch erheblich ausweitet, wenn er doch risikolosen Gewinn verspricht. Doch wie auch immer: Sollte die Deutsche Bank einen Unfall erleiden, der sie 1,3 Prozent der Aktiva kostet, wäre das harte Tier-1-Kapital futsch. Natürlich hat das Institut den Stresstest bestanden.
3. Stress bei den Bankstern
unente, 26.07.2010
Dieser manipulierte "Stresstest" diente doch nur dazu, den noch übervorsichtigen potenziellen Geldanlegern zu suggerieren: "So, jetzt ist alles in Ordnung bei den Banken, eure Investitionen sind in jedem Falle sicher!" Das sind alles doch nur noch "Bad Banks", finanziert von den Steuerzahlern.
4. Wer anderen eine Grube gräbt, ...
kabian 26.07.2010
---Zitat--- Während die CEBS sich für Untersuchungen in regelmäßigen Abständen ausspricht, hieß es demnach im Umfeld der deutschen Finanzaufsicht, dies müsse ein einmaliges Unterfangen bleiben. ---Zitatende--- Möchten Die Herren Banker sich nicht noch mal ins Bein schießen? Gibt es den wirklich keine Möglichkeit, den Banken, die Macht von ihren Schultern zu nehmen? Banken sind, waren, und werden immer frustrierend bleiben. Wie ausgeliefert und hilflos wir sind, ist unglaublich.
5. Das kommt wohl heraus
diefreiheitdermeinung 27.07.2010
wenn der politische Wille vorgibt was bei einem Test herauskommen soll. Da schimpft die EU auf die Rating-Agenturen und bei ersten Test der angeblich neuen Ordnung faellt sie selbst durch. Mein Vertrauen in den politischen Willen die Schieflage in Finanz und Oekonomie zu beenden faellt weiter. Wie auch das Vertrauen in die Faehigkeiten der Politik, der Banken und der Wirtschaft das Steuer wirklich herumzureissen. Vielleicht ist doch was dran, dass uns das wirklich grosse Desaster erst noch bevorsteht - hervorgerufen durch einen massiven Vertrauensverlust bei den Bevoelkerungsmassen welche die zum Teil harten Reformen ohne Gewalt in den Strassen (siehe Griechenland) mittragen sollen .
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Banken-Stresstest - Die Szenarien
Überblick
Mit dem Stresstest wurden 91 wichtige Banken in der EU auf ihre Überlebensfähigkeit in Krisenzeiten geprüft. Auch 15 deutsche Großbanken stellten sich dem Test. Dabei durchliefen sie drei computersimulierte Risikoszenarien, die aufeinander aufbauen.
Stufe 1 - Basisszenario
Zunächst wurde geprüft, wie sich das Eigenkapital der Banken und andere Kennziffern der Institute entwickeln, wenn die Wirtschaft in der Euro-Zone 2010 und 2011 genauso stark wächst, wie es die Europäische Kommission zuletzt erwartete.

Die Kommission hatte Anfang Mai für 2010 ein Konjunkturwachstum in den 27 EU-Mitgliedsländern von 1,0 Prozent vorhergesagt und für das kommende Jahr ein Plus von 1,5 Prozent. Für die 16 Länder der Euro-Zone erwartet die Behörde in diesem Jahr ein Plus von 1,0 Prozent und 2011 von 1,7 Prozent.
Stufe 2 - Krisenszenario
Hier wurde simuliert, dass sich die Konjunktur in der EU über zwei Jahre wesentlich schlechter entwickelt als von der Brüsseler Kommission veranschlagt. Dabei wurde eine Abweichung von drei Prozent gegenüber der EU-Vorhersage unterstellt.

Deutschland kommt hierbei nach Informationen aus Finanzkreisen offenbar relativ gut weg. Für die Bundesrepublik soll demnach für dieses Jahr ein hauchdünner Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 Prozent und für das kommende Jahr ein Minus von 0,6 Prozent simuliert werden. Zum Vergleich: 2009 war die deutsche Konjunktur um fast fünf Prozent eingebrochen.

Bei diesem Szenario wird offenbar außerdem eine Verflachung der Zinsstrukturkurve angenommen. Damit werden die Bankbilanzen einer Situation ausgesetzt, in der es an den Rentenmärkten bereits zu ersten Verwerfungen kommt. Viele Banken halten enorme Mengen von Anleihen und reagieren entsprechend sensibel auf schwierigere Bedingungen an diesen Märkten.
Stufe 3 - Crashszenario
Basierend auf Szenario 2 wurde nun zusätzlich ein Crash am europäischen Staatsanleihenmarkt durchgespielt. Laut dem europäischen Bankenaufseher CEBS wurde in dem verschärften Krisenszenario ein Schock simuliert, wie er sich auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise ereignete.

Damals waren die Risikoaufschläge für Papiere aus Problemländern in kürzester Zeit extrem in die Höhe geschnellt. Der Handel mit Staatspapieren kam - mit Ausnahme in den als sicher geltenden deutschen Bundesanleihen - fast zum Erliegen.

Das Testmodell bildete diese Lage nach. Dabei sollte die Belastungsfähigkeit der Kreditinstitute geprüft werden, wenn die Risikoaufschläge (Spreads) steigen und zugleich die Renditen am Markt für Staatsanleihen im Schnitt um 30 Basispunkte nach oben gehen, was einem Preisverfall der Papiere entspricht.

Wer Papiere aus Schuldenländern wie Griechenland, Portugal und Spanien hält, musste im Stresstest mit einer schlechteren Bewertung rechnen. Deutsche Bundesanleihen galten dagegen als sicher und wurden so gut wie gar nicht belastet.
Diese deutschen Banken nahmen am Test teil
Deutsche Bank, Commerzbank, Hypo Real Estate Holding, Landesbank Baden-Württemberg, Bayerische Landesbank, DZ Bank AG, Dt. Zentral-Genossenschaftsbank, Norddeutsche Landesbank, Deutsche Postbank, WestLB, HSH Nordbank, Landesbank Hessen-Thüringen, Landesbank Berlin, Dekabank Deutsche Girozentrale, WGZ Bank (Reuters)
Fotostrecke
Vorstandschefs: Die wichtigsten Banker Europas

Europas Banken im Stresstest
Belgien (2)
Dexia, KBC
Dänemark (3)
Danske Bank, Jyske Bank, Sydbank
Deutschland (14)
BayernLB, Commerzbank, Dekabank, Deutsche Bank, DZ Bank, Helaba, HSH Nordbank, Hypo Real Estate, Landesbank Berlin, LBBW, NordLB, Postbank, WestLB, WGZ Bank
Finnland (1)
OP Pohjola
Frankreich (4)
Banque Populaire Caisses d'Epargne, BNP Paribas, Crédit Agricole, Société Générale
Griechenland (6)
Alphabank, ATEbank, EFG Eurobank, National Bank of Greece, Piraeus Bank, TT Hellenic Postbank
Großbritannien (4)
Barclays, HSBC, Lloyds, Royal Bank of Scotland
Irland (2)
Allied Irish, Bank of Ireland
Italien (5)
Banco Popolare, Intesa Sanpaolo, Monte dei Paschi di Siena, UBI Banca, Unicredit
Luxemburg (2)
Banque et Caisse d'Epargne de l'Etat, Banque Raiffeisen
Malta (1)
Bank of Valletta
Niederlande (4)
ABN/Fortis Nederland, ING, Rabobank, SNS
Österreich (2)
Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank
Polen (1)
PKO Bank Polski
Portugal (4)
Banco Comercial Português, BPI, Caixa Geral de Depósitos, Espírito Santo
Schweden (4)
Handelsbanken, Nordea, SEB, Swedbank
Slowenien (1)
Nova Ljubljanska Banka
Spanien (27)
Banca Civica, Banca March, Banco Guipuzcoano, Banco Pastor, Banco Popular, Banco de Sabadell, Bankinter, BBVA, Bilbao Bizkaia Kutxa, Breogan (2 Sparkassen), CAI (3 Sparkassen), Caixa (2 Sparkassen), Caja de Ahorros de Cordoba, Caja de Ahorros de Gipuzkoa y San Sebastian, Caja de Ahorros de Ontinyent, Caja de Ahorros de Vitoria y Alava, Caja de Ahorros de Zaragoza Aragon y Rioja, Caja Sol (2 Sparkassen), CAM (4 Sparkassen), Colonya, Diada (3 Sparkassen), Espiga (2 Sparkassen), Jupiter (7 Sparkassen), Mare Nostrum (4 Sparkassen), Santander, Unicaja, Unnim (3 Sparkassen)
Ungarn (2)
FHB Jelzálogbank, OTP
Zypern (2)
Bank of Cyprus, Marfin


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