Krude Idee: Österreicher verkauft Hitler-Schnaps

Auf dem Etikett prangen Hakenkreuze und das Porträt Adolf Hitlers: Ein Österreicher verkauft im Internet Schnaps und Wein mit nationalsozialistischen Symbolen. Er wirbt damit, "nostalgische Flaschen von ehemals geschichtlichen Größen" zu vertreiben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Wien - "Das gehört angeschaut": Die österreichische Justiz hat Ermittlungen gegen einen Mann eingeleitet, der im Internet Schnaps- und Weinflaschen mit dem Konterfei von Adolf Hitler und Hakenkreuzen auf dem Etikett vertreibt. Der Leiter der Staatsanwaltschaft Feldkirch Wilfried Siegele bestätigte den Fall. Geprüft wird nun, ob der Mann sich strafbar gemacht hat.

Auf den Fall aufmerksam gemacht hatten die österreichischen Grünen. "In meiner Nachbargemeinde Götzis in Vorarlberg tut sich Unsägliches: Da gibt es beispielsweise "Hitler-Schnaps" mit Hakenkreuz!", schreibt der Grünen-Abgeordnete des österreichischen Parlaments, der Nationalratsabgeordnete Harald Walser auf seiner Web-Seite. Er fordert Aufklärung, ob der Verkauf und die Werbung nicht gegen das Verbots- beziehungsweise Abzeichengesetz verstoße.

Das öffentliche Tragen oder Zurschaustellen von Abzeichen, Uniformen oder Uniformteilen einer in Österreich verbotenen Organisation wurde mit dem Abzeichengesetz aus dem Jahr 1960 unter Strafe gestellt. Eine Ausnahme von diesem Verbot finden laut Gesetzestext nur solche Drucke und Darstellungen, die nicht das Ideengut einer verbotenen Organisation gutheißen oder propagieren.

Auf seiner Web-Seite bietet der Unternehmer laut "RP Online" alkoholische Getränke mit historischen Figuren und Bildern auf den Etiketten an. Besonders gut vertreten im Angebot sollen faschistische Diktatoren sein. Hierfür warb der Unternehmer mit folgendem Text: "nostalgische Flaschen von ehemals geschichtlichen Größen". Österreichischen Medien zufolge ist die Web-Seite seit Dienstagmittag offline.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob der Unternehmer gegen die geltenden Gesetze verstoßen hat. Dem österreichischen Rundfunksender "ORF" sagte die Staatsanwaltschaft, dass außerdem das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung bei der Sicherheitsdirektion mit den Sachverhaltserhebungen beauftragt wurde.

Der österreichische Unternehmer ist nicht der erste, der Alkoholika mit derartigen Etiketten zum Verkauf angeboten haben soll. In Italien seien immer wieder Flaschen mit den Porträts von Diktatoren in den Regalen zu finden. 2003 berichtete das TV-Magazin Kontraste von 30.000 verkauften Flaschen pro Jahr.

sjm/dapd/AFP

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