Kryptowährungen EU-Kommission will Bitcoin-Regulierung vorantreiben

Ökonomen und Banken warnen vor Kryptowährungen wie den Bitcoin, Anlegern drohe der Totalverlust. Nun prüft die EU-Kommission die Regulierung.

Eine Person kauft an einem Bitcoin-Automaten in Zürich Bitcoin
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Eine Person kauft an einem Bitcoin-Automaten in Zürich Bitcoin


Die EU-Kommission schließt ein Vorangehen bei Regulierungen von Kryptowährungen nicht aus. Nach einem Runden Tisch mit rund 40 Vertretern der Industrie und der Banken sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, Bitcoin seien in ihrem Wert nicht sicher, und es gebe beträchtliche Spekulationen. Die Investoren liefen Gefahr, dass sie ihr Geld verlieren.

Erste Schritte gegen Kryptowährungen hat die EU nach Dombrovskis Angaben bereits unternommen. Vor rund zwei Wochen habe die Kommission die Finanzaufsichtsbehörden gebeten, die Warnhinweise für Anleger zu verschärfen.

Bei einer möglichen Regulierung solle künftig auch die Anti-Geldwäscherichtlinie angewendet werden. Die Finanzminister und das Europaparlament müssen die Änderung der Geldwäscherichtlinie aber noch absegnen.

Darüber hinausgehende Regulierungen müssten nach Ansicht von Dombrovskis aber auf internationaler Ebene besprochen werden, weil Kryptowährungen auf der ganzen Welt gehandelt werden. "Es ist ein globales Phänomen, und deshalb ist eine globale Antwort nötig", sagte der Lette. "Dass heißt aber nicht, dass die EU nicht schon früher handeln kann."

Deutschland und Frankreich forderten Anfang des Monats in einem gemeinsamen Brief an die argentinische G20-Präsidentschaft, das Thema Risiken und Chancen der Cyber-Devisen sowie der dahinterstehenden Technologien auf die Agenda des G20-Treffens im März in Buenos Aires zu setzen. Das Ergebnis könnte ein international abgestimmtes Handeln sein.

"Kombination aus Spekulationsblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe"

Seit Monaten hält der kometenhafte Aufstieg von Kryptowährungen wie Bitcoin, Etherum und Ripple die Finanzwelt in Atem. Der Ruf nach einer Regulierung der Digitalwährungen wird immer lauter.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), quasi die Zentralbank der Zentralbanken, teilte jüngst mit: "Was vielleicht ursprünglich als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht war, ist inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe geworden."

Noch ist der Gegenwert der Krypto-Token, die derzeit weltweit bewegt werden, im Vergleich zur Gesamtwirtschaft nicht so groß, als dass man bei einem großen Bitcoin-Crash unmittelbare Auswirkungen auf die Finanzstabilität befürchten müsste. Doch die Zentralbanken müssten zumindest darauf vorbereitet sein, falls nötig einzugreifen, so die Meinung vieler Experten.

hej/dpa-AFX

insgesamt 21 Beiträge
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pariah_aflame 26.02.2018
1. Null von zehn
Es gab auf SPON schon mindestens zehn Artikel dazu, dass Krypto-Währungen "reguliert" werden sollen. Doch keiner dieser Artikl verät auch nur einen Hauch davon, was darunter zu verstehen ist. Das wäre mal schön, ehrlich! Die Wahrheit ist doch, Coins sind nicht regulierbar. Diese Aufschreie aus der Fiat-Finanzindustrie (die selbst höchst unreguliert agiert) sind nur das ängstlichen Pfeiffen im Walde, weil die Leute jetzt das Geldsystem selbst in die Hand nehmen. Und das ist sehr sehr böse.
Poco Loco 26.02.2018
2. Das Geschäftsmodel von Banken.
.....die Zentralbank der Zentralbanken, teilte jüngst mit: "Was vielleicht ursprünglich als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht war, ist inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe geworden." Das was die Zentralbank hier anprangert, ist schon seit Jahrzehnten das Geschäftsmodel von herkömmlichen Banken. Den Totalverlust haben auch schon viele Anleger von Bankprodukten erfahren müssen, von daher nicht nachvollziehbar wie sich nun die Bankster als seriöse Branche darstellen wollen und die Kryptowährungen verteufeln. Kryptowährungen sind wenigsten transparent was man von Bankprodukten und Aktien nicht behaupten kann.
Velociped 26.02.2018
3. Verboten
"Regulieren" ist dabei ein Euphemismus für "verbieten". In letzter Konsequenz geht das nur, wenn man freie Computer verbietet. Wenn künftig nur noch Computer erlaubt, auf denen autorisierte Programme laufen, Open Source Software nur noch erlaubt ist, wenn sie von einem registrierten Entwickler signiert ist und die Behörde die Signaturen von widerspenstigen Entwicklern widerrufen kann. Dann werden Peer-to-Peer-Systeme unmöglich sein. Auf Handys und Tablets haben wir das bereits. Auf den PCs ist es auch schon in der Hardware vorhanden. Nur die Software wurde bislang noch nicht angepasst. In 10 Jahren kauft man auf dem Schwarzmarkt nicht mehr Drogen, sondern Computer, bei denen diese Hardware-Zensur deaktiviert ist. Die Polizei macht dann Razzien, um diese Computer aufzuspüren. Wirksame Verschlüsselung ohne Backdoor wird damit auch blockiert. Schöne Neue Welt!
Onkel Drops 26.02.2018
4. krypto ist böse und wie ...
man kann ohne Geld starten ( Rechner+ inet vorausgesetzt). kann wie die global Player sein erarbeitetes quasi off shore handhaben. aber beim offshore banking da wird nix reguliert, noch Fragen? ich habe etliche Krypto Währungen selbst erarbeitet und keine gekauft. ich habe maximal kryptos gegen kryptos gehandelt und mir so ein wenig die verbrauchte Hardware erneuert ,die halt nur in bitcoin zahlbar waren( die Stromrechnung zahle ich in Euro von meinem Lohn!!!). reguliert ihr mal schön ,die letzten bitcoin Reserven die ich habe werden dieses Jahr aufgebraucht( seid 3 Jahren wird bei mir auch keinerlei Krypto Währung mehr geschürft oder gehandelt! man muß den gierigen Bänkern ja nicht noch in die Hand spielen ;)). aber schon toll wie Europa zu offshorebanking steht, weiter so...
gertner27 26.02.2018
5. Verbieten
Regulierung allein reicht nicht. Kryptowährungen sollten verboten werden, bevor der Schaden noch größer wird. Jeder, der mit Kryptowährungen handelt sollte genauso bestraft werden, wie jemand, der mit Falschgeld handelt
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