Mediziner-Export Kuba schickt Ärzte nach Algerien - um für Öllieferungen zu bezahlen

Weil der Verbündete Venezuela im Chaos versinkt, sucht Kuba händeringend nach neuen Öllieferanten - und zahlt mit seinem erfolgreichsten Exportgut: kubanischen Ärzten.

Eine kubanische Ärztin in Brasilien (2013)
REUTERS

Eine kubanische Ärztin in Brasilien (2013)


Angesichts der wirtschaftliche Krise beim verbündeten Venezuela deckt sich Kuba in Algerien mit Öl ein. Bis 2021 werde die sozialistische Karibikinsel Öl aus Algerien beziehen, kündigte die Regierung in Havanna an.

Im Gegenzug schickt Kuba Ärzte in das nordafrikanische Land. Mediziner sind seit Jahren eine der wichtigsten Devisenquellen für das Regime in Havanna. So praktizieren beispielsweise Tausende kubanische Ärzte in Brasilien. 2015 bezifferte eine US-Studie die Zahl der mit Genehmigung der kubanischen Führung im Ausland praktizierenden Mediziner auf 37.000. Demnach spülten diese "medizinischen Brigaden" dem Land rund acht Milliarden Dollar in die Kassen.

Kubas wichtigster Verbündeter Venezuela steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Die Ölproduktion im erdölreichsten Land der Welt ist eingebrochen. Die Lieferungen an Kuba sanken von 100.000 Barrel pro Tag auf zuletzt 50.000 Barrel. Die Regierung in Havanna bemüht sich deshalb um Ölimporte aus Russland und Algerien.

beb/dpa-AFX

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