Kündigung Utz Claassen verlässt Solar Millennium nach drei Monaten

Kurzes Gastspiel: Erst vor wenigen Monaten hatte der ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen sein neues Amt als Vorstandsvorsitzender des Solar-Kraftwerksbauers Solar Millennium angetreten. Jetzt machte er jedoch von seinem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch. Investoren reagierten entsetzt.

Ex-EnBW-Chef Claassen: Aufsichtsrat von der Kündigung überrascht
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Ex-EnBW-Chef Claassen: Aufsichtsrat von der Kündigung überrascht


Erlangen - Über die Hintergründe der Entscheidung hüllen sich die Beteiligten in Schweigen. Trotzdem wirkt die Nachricht wie ein Paukenschlag: Der erst seit Jahresbeginn amtierende Chef Utz Claassen hat sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt. "Er beruft sich auf ein ihm eingeräumtes Recht, innerhalb einer definierten Überlegungsfrist sein Amt niederzulegen. Weitere Gründe hat er dem Unternehmen nicht mitgeteilt", teilte das Unternehmen am späten Montagabend in Erlangen mit.

"Der Weggang kam für den Aufsichtsrat unerwartet", sagte Aufsichtsratschef Helmut Pflaumer. "Wir respektieren die Entscheidung und begrüßen, dass er dem Unternehmen weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben möchte." Der Aufsichtsrat werde die Geschäftsverteilung im Vorstand zeitnah neu ordnen, um so den nachhaltigen Wachstumskurs der Solar Millennium AG weiter sicherzustellen.

In den vergangenen Monaten hatte die "Wirtschaftswoche" wiederholt über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung berichtet. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe jedoch jedes Mal entschieden zurückgewiesen. Der Aktienkurs fiel seit dem Anfang 2010 erreichten Mehrjahreshoch von rund 44 Euro deutlich. Zuletzt kostete das Papier noch knapp 29 Euro.

Im Umfeld Claassens hieß es zwar, der Manager nehme aus privaten Gründen Abschied, die Nachricht sorgte an der Börse dennoch für Aufregung. Zu Handelsbeginn stürzten die Aktien von Solar Millennium um 34,1 Prozent auf 19,01 Euro ab.

Solar Millennium deckt von der Entwicklung und Finanzierung von Projekten, über den Kraftwerksbau bis hin zum Besitz und Betrieb solarthermischer Kraftwerke die gesamte Wertschöpfungskette ab. Diese Kraftwerke konzentrieren mit riesigen Spiegeln das Sonnenlicht, die dabei entstehende Hitze treibt Turbinen über Wasserdampf an, die Strom erzeugen.

mik/dpa/dpa-AFX



insgesamt 8 Beiträge
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sonnenfluesterer 16.03.2010
1. Die EnBW läßt Grüßen
31% Kursabsturz na da wird Solar Millenium zum Schnäppchen für die EnBW.
Michael KaiRo 16.03.2010
2. EnBW / Staatsanwalt übernehmen sie!
Zitat von sonnenfluesterer31% Kursabsturz na da wird Solar Millenium zum Schnäppchen für die EnBW.
Ja, denn "mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung" sind doch eh usus, vor allem in einer Subventions-Sumpf-Branche. Das Ganze ist mehr als merkwürdig. Sollte das von Ihnen vermutete Szenario unzutreffend sein, sollte sofort die Staatsanwaltschaft aktiv werden. Oder wurde inzwischen das Aktiengesetz (AktG) abgeschafft?
M. Michaelis 16.03.2010
3. ...
Zitat von sysopKurzes Gastspiel: Erst vor wenigen Monaten hatte der ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen sein neues Amt als Vorstandsvorsitzender des Solar-Kraftwerksbauers Solar Millenium angetreten. Jetzt machte er jedoch von seinem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,683756,00.html
Überrascht bei einem Unternehmen mitten im Subventionssumpf nicht im Geringsten. Die ganze Solar und Windbranche ist eine Luftnummer.
_gimli_ 16.03.2010
4. Unsinn
Zitat von M. MichaelisÜberrascht bei einem Unternehmen mitten im Subventionssumpf nicht im Geringsten. Die ganze Solar und Windbranche ist eine Luftnummer.
Erwarten Sie, dass Sie jemand bei solchen Statements erstnimmt? Beschäftigen Sie sich mit der Materie. Dann werden Sie feststellen, dass die Branche zur Zeit nicht weiß, wie die Aufträge bewältigt werden sollen.
sic tacuisses 16.03.2010
5. Eine Gallionsfigur wollte er vielleicht nicht sein ?
Zitat von sysopKurzes Gastspiel: Erst vor wenigen Monaten hatte der ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen sein neues Amt als Vorstandsvorsitzender des Solar-Kraftwerksbauers Solar Millenium angetreten. Jetzt machte er jedoch von seinem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,683756,00.html
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Aufsichtsrat = Deutsch ....................... "Der Weggang kam für den Aufsichtsrat unerwartet", sagte Aufsichtsratschef Helmut Pflaumer. "Wir respektieren die Entscheidung und begrüßen, dass er dem Unternehmen weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben möchte." Der Aufsichtsrat werde die Geschäftsverteilung im Vorstand zeitnah neu ordnen, um so den nachhaltigen Wachstumskurs der Solar Millennium AG weiter sicherzustellen. Deutsch = Aufsichtsrat ....................... Schei$$e, der hat was gemerkt. Hätte man doch regeln können, unter Betschwestern. Jetzt wird es aber höchste Eisenbahn die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Und wenn es ein neuer auch merkt ?? Nicht ale haben Rückgrat........
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