New York - Der Konzernchef persönlich durfte die Glocke im Handelssaal der New Yorker Börse läuten, Dan Akerson und General Motors feiern die Rückkehr an die Kapitalmärkte: Der Autobauer nimmt beim Börsengang mehr als 23 Milliarden Dollar ein - so viel wie noch kein Unternehmen zuvor. Die Aktie war mehrfach überzeichnet, ihr Wert stieg unmittelbar nach dem Start.
Der Opel-Mutterkonzern steht ein Jahr nach der Beinahepleite derart verlockend da, dass sich Investoren um die Anteile reißen. Wegen der hohen Nachfrage verlangte GM den maximal möglichen Preis für seine Stammaktien, das sind 33 Dollar pro Stück. Der erste Kurs lag bei 35 Dollar, die Aktie wurde zunächst kontinuierlich teurer. "Wir sind zufrieden mit dem Auftakt", sagte Akerson. Zum Börsenschluss in New York lag das Papier noch bei 34,19 Dollar, das entspricht einem Aufschlag von 3,61 Prozent.
Der chinesische Autohersteller SAIC Motor Corporation hat fast ein Prozent der Aktien übernommen. Nach eigenen Angaben kaufte das Unternehmen aus Shanghai für knapp 500 Millionen Dollar 0,97 Prozent der Aktien von GM. SAIC ist der größte Joint-Venture-Partner von GM in China.
Größter Nutznießer des Börsengangs ist der US-Staat. Die amerikanische Regierung hatte GM mit Milliarden-Hilfen vor der Pleite gerettet und ist seitdem Mehrheitseigner.
Staat halbiert Beteiligung
Ein Analyst sagte, er habe bereits mit einem Aufschlag von rund zehn Prozent auf den Ausgabepreis gerechnet. GM sei nach der Restrukturierung und der Rückkehr aufs Parkett wieder eine bessere Wette. Die Finanzposition des Autobauers sei stärker als zuvor. Dies gebe Investoren das nötige Vertrauen, um die Aktie zu halten.
Binnen eines Jahres ist es dem Konzern gelungen, die Verlustzone zu verlassen und wieder als aussichtsreicher Autobauer zu gelten. Das lockt Investoren an. Nur die Marken Opel und Vauxhall gelten noch als Sorgenkinder, weil die Europäer sich mit Autokäufen weiterhin zurückhalten.
US-Präsident Barack Obama hat den Börsengang von General Motors als "großen Meilenstein" gewürdigt - nicht nur für den Opel-Mutterkonzern, sondern die gesamte US-Autoindustrie. Mit dem Schritt halbiere die Regierung ihre Beteiligung an GM beinahe, teilte Obama mit. Man halte zugleich an dem Bekenntnis fest, sich aus dieser Investition zurückzuziehen und dabei den Steuerzahler zu schützen.
Offenbar überträgt sich der Optimismus der Investoren auch auf die deutschen Autokonzerne: Die Aktie von BMW
stieg zeitweise um 2,7 Prozent auf 55,76 Euro. Volkswagen
legte 2,4 Prozent und Daimler
1,68 Prozent zu.
cte/Reuters/dpa
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