Patentstreit Ex-Mönch verklagt L'Oréal wegen Faltencreme

Dennis Wyrzykowski verkauft eine patentierte Faltencreme, die Einnahmen sollen Armen zugute kommen. Nun hat L'Oréal ein ähnliches Produkt entwickelt - und der frühere Mönch zieht vor Gericht.

L'Oréal-Logo bei der Berliner Fashion-Week
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L'Oréal-Logo bei der Berliner Fashion-Week


Ein früherer katholischer Mönch in den USA verklagt den französischen Kosmetikkonzern L'Oréal wegen angeblichen Patentdiebstahls für eine Faltencreme. Dennis Wyrzykowski vertreibt die Creme eigenen Angaben zufolge über seine Firma Carmel Laboratories, um damit Geld für Arme zu sammeln. Seine bereits im Juni eingereichte Klage wird mittlerweile auch von der University of Massachusetts unterstützt. Dort war die zugrundeliegende Technologie entwickelt und dann an Carmel lizensiert worden.

Der Klageschrift zufolge basiert die Creme namens Easeamine auf einer Entdeckung zweier Wissenschaftler an der Universität, wonach das Molekül Adenosin die Elastizität von Haut verbessern kann. L'Oréal sei bewusst gewesen, dass die Universität über das Patent verfüge. Eine Patentierung ähnlicher Verfahren sei dem Unternehmen verweigert worden. Dennoch habe L'Oréal eine eigene Produktlinie eingeführt, welche auf der Verwendung von Adenosin beruhe.

Wyrzykowski leitet in Massachusetts eine Wohltätigkeitsorganisation namens Teresianische Karmeliten (Teresian Carmelites). Sie verkauft die Easeamine-Produkte online für Preise zwischen 26 und 138 Dollar. Die Erlöse fließen Wyrzykowski zufolge in die Arbeit mit Gefangenen, Drogenabhängigen und Schulkindern. Durch die Produkte von L'Oréal seien die Einnahmen gemindert worden, so der Ex-Mönch. "Aus meiner Sicht hat L'Oréal die Armen ausgeplündert."

L'Oréal forderte den zuständigen Richter auf, die Klage abzuweisen. Gerichtsdokumenten zufolge argumentiert der Konzern, seine Verwendung von Adenosin falle nicht unter das Patent, welches die University of Massachusetts und Carmel Laboratories nutzen. "Auch wenn wir den Zweck der Arbeit dieser beiden Organisationen bewundern, halten wir diese Vorwürfe für unbegründet", erklärte L'Oréal in einer Email. Diese Haltung habe man in den vergangenen zwei Jahren vielfach gegenüber den Teresian Camelites und ihren Beratern verdeutlicht.

Der Vatikan erkennt die Teresian Carmelites seit 2008 nicht mehr als katholische Organisation an. Die Gruppe ist Wyrzykowski zufolge heute nicht-konfessionell und gemeinnützig und hat rund 15 Mitglieder. Die Creme wird über eine Kosmetikmarke namens "I am Grace" (in etwa: "Ich bin Anmut/Würde") vertrieben, bei der Wyrzykowski als "Chief Spiritual Officer" (in etwa: Spiritueller Vorstand) firmiert.

dab/AP



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
th.diebels 30.08.2017
1. Ex-
Ob Mönch oder Ex-Mönch: Geld stinkt eben nicht ! Wie immer und überall: erst kommt das Geld und dann die Moral !
hwdtrier 30.08.2017
2. Richtig lesen auch wenn es
schwer ist. Die Einnahmen dienen karitativen Zwecken b
brooklyner 30.08.2017
3.
Zitat von hwdtrierschwer ist. Die Einnahmen dienen karitativen Zwecken b
Es ist nicht schwer, sondern unmöglich, Ihren Post zu lesen, weil er ab dem b unsichtbar ist.
wortgewalt87 31.08.2017
4. Ach, Caritas
Zitat von hwdtrierschwer ist. Die Einnahmen dienen karitativen Zwecken b
So what? Können Sie mir eine einzige karitative Organisation nennen, bei der die Organisatoren nicht wie verrückt absahnen? Böse, kapitalistische Unternehmen wirtschaften in aller Regel viel effizienter. Davon ab: Helfen teure Cremes wirklich besser gegen Falten?
notbehelf 31.08.2017
5. Glaube versetzt Berge
Da kann man dem Mönch auch einfach spenden. Es gibt keine wirksame AntiFalten-Creme. Sonnenschutz mal außen vorgelassen. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/stiftung-warentest-zu-antifaltencremes-alle-mangelhaft-a-1068977.html
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