Studie Ladendiebe verursachen Milliardenschaden im Handel

Einer neuen Studie zufolge haben Ladendiebe im vergangenen Jahr für Milliardenschäden im Einzelhandel gesorgt. Mehr als 20 Prozent der Verluste sind auf stehlende Mitarbeiter zurückzuführen.

Ein Mann schiebt in einem Fotogeschäft eine Kompaktkamera in seine Hosentasche (Symbolfoto)
DPA

Ein Mann schiebt in einem Fotogeschäft eine Kompaktkamera in seine Hosentasche (Symbolfoto)


Ladendiebe haben einer Studie zufolge im vergangenen Jahr für Milliardeneinbußen im Einzelhandel gesorgt. Insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro betrug der Schaden, den die Händler durch Diebstahl verzeichneten, heißt es in einer Umfrage des EHI-Retail-Instituts, einem wissenschaftlichen Institut des Handels. 475 Millionen Euro Mehrwertsteuer gingen dem Staat dadurch verloren. Da auch die Netto-Umsätze anstiegen, blieben die Verluste anteilig in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, schreiben die Autoren in dem Papier.

Auch im vergangenen Jahr waren es vor allem kleine Produkte, die Kriminelle besonders häufig mitgehen ließen: Alkohol, Parfum, CDs und Videospiele, aber auch Markenkleidung und Schuhe, schreibt das EHI-Retail-Institut. Mehr als 20 Prozent der Verluste sind auf stehlende Mitarbeiter zurückzuführen.

Ladendiebstahl ist für den Handel weder ein neues noch ein rasant wachsendes Problem - dafür ein konstantes. Rund 0,32 Prozent ihres Umsatzes wendeten die Unternehmen in den vergangenen beiden Jahren je auf, um ihn zu verhindern. Das bedeutet in absoluten Zahlen Gesamtkosten in Milliardenhöhe.

Bewaffnete Raubüberfälle sind rückläufig

Aus Sicht des Handelsverbands hat sich zwischen Tätern und Einzelhandel längst eine Art gegenseitiges Hochrüsten eingestellt. "Der Aufwand der Einzelhändler bei der Bekämpfung des Ladendiebstahls erhöht sich regelmäßig", sagt Verbandssprecher Hertel. "Insbesondere professionelle Täter reagieren nämlich schnell auf neue Präventionsmaßnahmen des Einzelhandels."

Vor allem schwere Diebstähle, bei denen die Täter bewaffnet oder bandenmäßig vorgehen, bereiten dem Handel Sorgen. Seit 2007 hat sich ihre Zahl der Studie zufolge um rund 156 Prozent erhöht. Allerdings verzeichneten die Händler zumindest im vergangenen Jahr wieder einen Rückgang um knapp sieben Prozent im Vergleich zu 2016, hieß es.

Die Länder reagieren auf ihre Weise. Baden-Württemberg schaffte jüngst die Bagatellgrenze von bis dahin 25 Euro ab. Damit werden künftig alle Ladendiebstähle unabhängig von der Höhe des Schadens strafrechtlich verfolgt. Andere Länder belassen es beim Alten, etwa Nordrhein-Westfalen. Dort liegt die Bagatellgrenze bei 50 Euro.

hej/dpa-AFX



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