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Ende der Produktion in Deutschland: Jetzt ist gar kein Lametta mehr

Am eigenen Baum will es kaum einer noch haben, aber eine schöne Kindheitserinnerung sind die glänzenden Fäden doch. Jetzt beendet der letzte deutsche Lametta-Hersteller seine Produktion.

Weihnachtsschmuck mit Lametta: "Völlig out" Zur Großansicht
DPA

Weihnachtsschmuck mit Lametta: "Völlig out"

Schon 1978 stellte der Opa in Loriots Sketch "Weihnachten bei Hoppenstedts" fest: "Früher war mehr Lametta." Fast 40 Jahre später ist zumindest mit Lametta aus Deutschland Schluss. Der letzte Hersteller in Deutschland hört mit der Produktion der weihnachtlichen Glitzerfäden auf. "Wir haben dieses Jahr das letzte Lametta produziert", sagte Walter Enzenhöfer, Verkaufsleiter beim Unternehmen Riffelmacher & Weinberger im fränkischen Roth. Derzeit seien noch Restbestände im Handel, aber dann "wird es nicht mehr in Deutschland produziert", sagte Enzenhöfer.

Er begründete den Ausstieg aus der Lametta-Produktion mit der nachlassenden Nachfrage. Er weine dem Lametta jedoch keine Träne nach, sagte Enzenhöfer. Stattdessen kämen nun neue Weihnachtsprodukte auf den Markt - etwa Girlanden aus Kunststoff.

Mit dem Ende des Lamettas aus Stanniol endet in Roth eine jahrhundertealte Fertigungs- und Wirtschaftstradition. Dort gab es einst mehrere Fabriken, die Lametta produzierten. Die Stadt war das Zentrum der sogenannten Leonischen Industrie, in der Feinmechaniker Metalldrähte und -fäden verarbeiteten - etwa zu Schmuck und Lametta.

Riffelmacher & Weinberger produziert seit mehr als 90 Jahren unter anderem Weihnachtsschmuck. Das Unternehmen verarbeitete für Lametta einst bis zu 50 Tonnen Material jährlich, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Zuletzt seien es noch ein paar Hundert Kilo gewesen. Mittlerweile wird der meiste Weihnachtsschmuck in China hergestellt

"Lametta ist völlig out", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur in Köln, Thomas Grothkopp. Das gelte schon seit einigen Jahren. Lametta sei für viele altmodisch, dazu komme der Trend zu nachhaltigeren Produkten wie Holzaccessoires.

Der größte Umsatzbringer beim Weihnachtsschmuck seien Christbaumkugeln. Nach wie vor gut nachgefragt werden auch Kerzen. Ein neuer Trend seien zum Beispiel Lichterketten mit LED-Technik.

mmq/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
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1.
no_title 17.12.2015
Früher war eh mehr Lametta. :D
2. ,,,dazu komme der Trend zu nachhaltigeren Produkten,,,
dmenz 17.12.2015
Was totaler Blödsinn ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass bei uns zu Hause innerhalb der ca. 15 Jahre, die ich Weihnachtsbäume und das ganze Trara dort als Kind erleben musste/ durfte, auch nur einmal Lametta gekauft wurde. Es gab ein Satz Silber und ein Satz Gold. Das wurde zum Schmücken des Weihnachtsbaumes aus- und nach dem Fest halt wieder eingepackt.Alle Jahre wieder, wie man so schön sagt. Wenn also der Trend zumnachhaltig denkenden Konsumenten ginge- ach lassen wir das...
3. Früher war mehr Lametta!
sir_stevie 17.12.2015
jetzt gar keins mehr. Loriot würde sich im Grab rumdrehen - gut, dass er dieses Produkt der Erziehungsdiktatur nicht mehr erleben musste.
4. richtiges Lametta gab's eh schon
chjuma 17.12.2015
lang nicht mehr. Ich hab noch ererbtes, echtes schweres Lametta, das satt und schwer am Baum hängt. des wird jedes Jahr wieder bis auf den letzten Faden abgenommen und aufgehoben....bis zum nächsten Jahr. Ein Christbaum ohne Lametta ist die ein Winterwald ohne Schnee, einfach durch nichts zu ersetzen. Aber über Geschmack kann man nun mal nicht streiten....
5. Lametta ist nachhaltig
Rubyconacer 17.12.2015
Wir verwenden unser (Blei-)Lametta seit über vierzig Jahren, das schafft kein Plastikprodukt, welches Erdöl benötigt.
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