Landesbanken-Reform WestLB und BayernLB lassen Fusion platzen

Herber Rückschlag bei der Reform der Landesbanken: Die Verhandlungen für eine Fusion von WestLB und BayernLB sind geplatzt. Der Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors droht damit der Stillstand.


München - Wochenlang haben BayernLB und WestLB verhandelt - doch es half alles nichts. Ein Zusammenschluss der angeschlagenen Landesbanken ist vorerst geplatzt, teilte die BayernLB am Donnerstag in München mit. Der Vorstand habe beschlossen, die Fusionsprüfung nicht fortzusetzen.

Seine Begründung: Die wirtschaftlichen Vorteile eines möglichen Zusammenschlusses gegenüber einer eigenständigen BayernLB stünden in keinem "hinreichend ausgewogenen Verhältnis" zu den Herausforderungen einer Fusion. Der Chef der BayernLB, Gerd Häusler, sieht die Bank auch alleine "für die Zukunft gut positioniert".

Die WestLB bedauerte den Abbruch der Gespräche. Für sie habe sich die Perspektive einer fusionierten Bank auch zu diesem frühen Zeitpunkt als positiv dargestellt, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dietrich Voigtländer. Eine vertiefte Prüfung wäre sinnvoll gewesen.

Nun droht der vor allem vom Bund geforderten Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors ein schwerer Rückschlag. Einst galten die Landesbanken als zuverlässiger Partner der Sparkassen, als Kreditgeber des deutschen Mittelstands. Heute sind sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. In der Krise mussten mehrere der Häuser mit milliardenschweren Staatshilfen am Leben gehalten werden (siehe Fotostrecke links).

Als zuverlässiger Kreditgeber können viele der Landesbanken erst wieder agieren, wenn sie sich strategisch neu ausrichten. Genau das fordert der Bund seit Jahren: Der Plan: Die Häuser sollen fusionieren, am Ende sollen nur zwei bis drei Landesbanken übrig bleiben, und diese sollen nicht mehr für alle Firmengeschäfte und die Strukturpolitik einer Region verantwortlich sein, sondern bundesweit spezielle Finanzierungsgeschäfte übernehmen.

Zukunft der WestLB ungewiss

Die WestLB muss nach EU-Auflagen bis Ende 2011 mehrheitlich in neue Hände kommen. Alternativ ist eine Landesbanken-Fusion möglich. Diese Option favorisieren die WestLB-Eigentümer - das Land Nordrhein-Westfalen und die Sparkassen des Bundeslandes. Bei einem Zusammenschluss mit der BayernLB wäre gemessen am bisherigen Umfang der Bankgeschäfte das drittgrößte Geldhaus in Deutschland entstanden.

Der frühere CDU-Politiker Friedrich Merz, der im Auftrag der WestLB-Eigentümer Käufer für das Institut sucht, sagte, die Bank werde auch weiter Fusionsoptionen im Landesbankensektor ausloten. Als mögliche Kandidaten gelten vor allem die Helaba und die Deka-Bank. Parallel dazu werde der laufende Verkaufsprozess für die Bank planmäßig vorangetrieben, an dem sich auch Privatbanken und andere Investoren beteiligen können. Medienberichten zufolge haben nach einer vor einigen Wochen veröffentlichten Verkaufsanzeige bereits mehrere potenzielle Bieter ihr Interesse am Düsseldorfer Geldinstitut signalisiert.

ssu/AFP/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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mattotaupa 04.11.2010
1. Festschmaus
Zitat von sysopHerber Rückschlag bei der Reform der Landesbanken: Die Verhandlungen für eine Fusion von WestLB und BayernLB sind geplatzt. Der Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors droht damit der Stillstand. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,727218,00.html
Wie soll man sich eine derartige "Fusion" auch vorstellen? Zwei verhungerte, mit Lumpen behangene Karikaturen zweier Pleitiers, tanzen um die abgenagten Knochen einer Wildsau? Die Verantwortlichen beider Banken gehören lebenslang ins Zuchthaus und Zwangsarbeit im Steinbruch, halte ich darüber hinaus auch für angemessen.
namachschon, 04.11.2010
2. ein Witz...
Zitat von sysopHerber Rückschlag bei der Reform der Landesbanken: Die Verhandlungen für eine Fusion von WestLB und BayernLB sind geplatzt. Der Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors droht damit der Stillstand. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,727218,00.html
Hallo, Solch eine Fusion ist doch eh ein Witz. Denn: Seit wann ergeben zwei Kranke in einem Bett einen Gesunden? Grüße...
sic tacuisses 04.11.2010
3. Wer die Hanseln bei der WLB kennt wundert sich nicht.
Zitat von sysopHerber Rückschlag bei der Reform der Landesbanken: Die Verhandlungen für eine Fusion von WestLB und BayernLB sind geplatzt. Der Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors droht damit der Stillstand. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,727218,00.html
Dirty Diana 04.11.2010
4. a
Zitat von namachschonHallo, Solch eine Fusion ist doch eh ein Witz. Denn: Seit wann ergeben zwei Kranke in einem Bett einen Gesunden? Grüße...
Fragen Sie mal Dr Sommer bei der Bravo. Der erklärt Ihnen dann, wie das gehen könnte.
keats 04.11.2010
5. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg !
Zitat von namachschonHallo, Solch eine Fusion ist doch eh ein Witz. Denn: Seit wann ergeben zwei Kranke in einem Bett einen Gesunden? Grüße...
Einmal das, es liessen sich aber Kosten einsparen, zumindest theoretisch. Nur bei parteipolitisch beeinflussten und politisch ausgerichteten Banken , die sich als Vollstreckungshelfer sehen, bzw. bestimmte von der Politik vorgegebene Aufgaben zu erfüllen haben, ist das Bestreben Kosten zu senken, wenn überhaupt, dann nur von völlig untergeordneter Bedeutung. Wen interessieren schon Kosten, die bekommt doch "zur Not" d.h. sowieso der Steuerzahler aufgebrummt und damit hat es sich. Nein die wirkliche Bedeutung und der wahre Zweck diesen unnützen Landesbanken, liegt in ihrer politischen Bedeutung, ursprünglich für Eigenlob und Selbstdarstellung und auch heute noch, in der Möglichkeit über Kredite das eigene Klientel zu befriedigen . Ausserdem bietet so eine Landesbank alle möglichen und unmöglichen Posten, ausgestattet mit Gehältern, die in keinem Zusammenhang mit der erbrachten Leistung stehen und beim besetzen dieser Posten, Pöstchen, bzw. das Nutzen als "Personen-Endlager", haben die Parteien das letzte Wort, so das ohne deren Zustimmung keine "Personalpolitik" möglich ist. Warum sollte eine Landesregierung, bzw. die Parteien darauf verzichten ? Aus wirtschaftlichen Gründen, das wäre ja ganz neu, auch das so etwas, wie langfristige wirtschaftliche Vernunft, das Handeln bestimmt. Das war noch nie so, keine Partei hat bisher echte nachhaltige wirtschaftliche Kompetenz gezeigt noch ansatzweise durchsetzen können, in ihrem Unvermögen auch mal über den eigenen Horizont und der ihrer Klientel zu schauen und nicht nur an den eigenen Profit zu denken, waren und sind sie alle gleich. Kam es doch zu einem Aufschwung, einer wirtschaftlichen Erholung, der gesamten Volkswirtschaft oder nur bestimmter Bereiche, bzw. Sparten (?), dann in der Regel eher nicht wegen, sondern trotz der politischen Machenschaften. Eine Fusion, die nur auf Grund von politischen Druck in die Wege geleitet wurde, dazu noch zwischen so unterschiedlich regierten Landesregierungen, ganz verschiedener Parteien, kann und wird nicht gelingen. Natürlich wird man dafür wirtschaftliche Argumente "finden", doch in Wahrheit fehlt der Wille zur Einigung und zur Fusion, besonders der politische Wille dazu, denn in der Realität und vom "echten" Leben immer wieder bestätigt, ist es ja auch wirklich so, das wo ein Wille ist, auch ein Weg ist. Wie so oft und gerade in der Politik, fehlt es am echten Willen ! Warum? Ganz einfach, dummer Egoismus ! Nach einem selbst, kommt immer zuerst die eigene Partei mit den eigenen Leuten, also Partei geht immer vor und kommt noch vor dem Staat auf den man ja eigentlich vereidigt wurde. Das Land aber, bzw. der Staat und das Gemeinwesen (von dem und für das mann/Frau ja gewählt wurde) interessiert, wenn überhaupt, nur ganz am Rande, zum Schluss, als letzter, ja allerletzter Punkt. Der Staat, genau wie die Landesbanken, dienen nur als Mittel zum Zweck, was bei deren Benutzung an Kollateralschäden alles auftritt, kümmert nicht, evtl. entstandene Kosten, trägt sowieso dann der "dumme" Steuerzahler.
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