Landesbank: Staatsanwaltschaft klagt gegen LBBW-Vorstände

Es geht um den Verdacht auf Bilanzschönung: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft will mehreren Berichten zufolge amtierenden und früheren Vorständen der Landesbank Baden-Württemberg den Prozess machen. Der ursprüngliche Vorwurf der schweren Untreue wurde aber fallengelassen.

LBBW-Zentrale: Vorstände "genießen weiterhin unser uneingeschränktes Vertrauen" Zur Großansicht
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LBBW-Zentrale: Vorstände "genießen weiterhin unser uneingeschränktes Vertrauen"

Stuttgart/Frankfurt am Main - Die Ermittlungen begannen mit einer Großrazzia vor drei Jahren, jetzt erhebt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei amtierende und fünf ehemalige Vorstände der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die beiden aktiven Vorstände Michael Horn und Hans-Joachim Strüder gehörten zu den Beschuldigten, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, Peter Schneider, am Dienstag. Er bestätigte damit einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten". Dem Verband gehört die Bank zu 40,5 Prozent.

Zu den fünf ehemaligen Vorständen gehöre der frühere Bank-Chef Siegfried Jaschinski, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Die Staatsanwaltschaft werfe den Beschuldigten eine Schönung der Bilanz in den Jahren 2005, 2006 und 2008 vor. Die LBBW habe unter anderem Zweckgesellschaften der Bank nicht mit in die Geschäftsabschlüsse einbezogen. Jaschinski wollte dazu keine Stellung nehmen. Auch die LBBW wollte sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft war am Abend nicht erreichbar.

Die Ermittler hatten im Dezember 2009 unter Einsatz von 240 Beamten die LBBW-Zentrale in Stuttgart und Privatwohnungen durchsucht. Damals erklärte die Staatsanwaltschaft, sie gehe dem Verdacht nach, ob Vorstandsmitglieder durch Geschäfte mit US-Hypothekenanleihen das Vermögen der Bank pflichtwidrig gefährdet hätten. Dieses Verfahren sei jedoch eingestellt worden, berichteten die "Stuttgarter Nachrichten" weiter.

Der Sparkassenverband zeigte sich erleichtert, dass die Staatsanwaltschaft den Verdacht auf schwere Untreue fallen gelassen habe. "Wir sind froh, dass sich der Vorwurf der Untreue, der Auslöser der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war, nicht erhärtet hat", sagte Sparkassen-Präsident Schneider. Die Vorstände "genießen weiterhin unser uneingeschränktes Vertrauen", hieß es weiter. Dass die Staatsanwaltschaft jetzt auf Fragen der Bilanzierung abhebe, "nehmen wir zur Kenntnis", sagte Schneider.

Die LBBW musste in der Finanzkrise 2009 von ihren Eignern - neben den Sparkassen das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart - mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro und Garantien über 12,7 Milliarden vor der Pleite bewahrt werden.

yes/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Na hoffentlich finden diese Staatsanwälte sich nicht in Kürze
herr_kowalski 27.11.2012
Zitat von sysopDPAEs geht um den Verdacht auf Bilanzschönung: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft will mehreren Berichten zufolge amtierenden und früheren Vorständen der Landesbank Baden-Württemberg den Prozess machen. Der frühere Vorwurf der schweren Untreue wurde aber fallengelassen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lbbw-staatsanwalt-erhebt-anklage-gegen-vorstaende-a-869658.html
in der Stuttgarter Innenstadt als Knöchenpepper wieder.
2. LandesBadBankWürttemberg...
mainzelmännchen 1 27.11.2012
...mit unfähigem, größenwahnsinnigem Jaschinski, der am liebsten neben der Pleite-Sachsen-LB sämtliche Landesbanken übernommen hätte, zusätzlich zu seinen Pleite-Griechen-Milliarden-Anleihen, die Bude hätte geschrumpft oder aufgelöst gehört.
3. Für wenigstens die Hälfte der Geldhändler...
mainzelmännchen 1 27.11.2012
...gibt es kein "Geschäft", im Mittelalter hätte man ihnen den Tisch zerschlagen (banca rotta) - heute sitzen sie mit Politikern und Wirtschaftsgrößen im Stuttgarter Weinberghäusle.
4. Jaschinski war doch Historiker?
gruenbonz 27.11.2012
wer setzt denn sowas auf einen Bankposten?
5. Die HSH Nordbank
mischpot 27.11.2012
steht der LLBW in solchen Machenschaften in nichts nach. Die Verantwortlichen sollen endlich zur Verantwortung gezogen werden.
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