Milliardengeschäft: Lehman Brothers verkauft Immobiliensparte

Die Gläubiger der Pleitebank Lehman Brothers können auf Geld hoffen. Die Nachfolgefirma des untergegangenen Geldhauses hat ihre Immobilientochter Archstone für 6,5 Milliarden Dollar verkauft. Insgesamt war der Deal aber ein Verlustgeschäft.

Lehman-Brothers-Logo: Das Schild der Bank wurde bei Christie's versteigert Zur Großansicht
Getty Images

Lehman-Brothers-Logo: Das Schild der Bank wurde bei Christie's versteigert

New York - Die Nachfolgefirma der Pleitebank Lehman Brothers versilbert ihren wertvollsten Besitz: Die Immobilientochter Archstone geht für 6,5 Milliarden Dollar an die beiden US-Wohnungsgesellschaften Equity Residential und AvalonBay Communities. Das eingenommene Geld kommt am Ende den Gläubigern der Bank zugute.

Die beiden Käufer übernehmen auch die Schulden von Archstone, wie die Lehman Brothers Holdings am Montag mitteilte. Damit steigt das Volumen der Transaktion auf 16 Milliarden Dollar.

Eigentlich hatte die Nachfolgefirma ihre Immobilientochter an die Börse bringen wollen. Der jetzige Verkauf am Stück sei aber "ein sehr positives Ergebnis für die Gläubiger", sagte Verwaltungsratschef Owen Thomas am Montag in New York. Lehman Brothers bekommt 2,7 Milliarden US-Dollar in bar und den Rest in Aktien der Käufer.

Archstone ist einer der größten Vermieter der USA mit zuletzt mehr als 54.400 Wohneinheiten in 169 Kommunen. Die Apartmentanlagen stehen bevorzugt in Ballungsräumen wie New York, San Francisco oder der Hauptstadt Washington. Lehman hatte die Immobilienfirma 2007 zusammen mit einem Partner für 22,2 Milliarden Dollar übernommen und erst in diesem Jahr die alleinige Kontrolle erlangt. Das ebnete letztlich den Weg für den Verkauf.

Lehman Brothers war im September 2008 wegen missglückter Spekulationen auf dem US-Häusermarkt zusammengebrochen. Ein neues Management sammelt seitdem die Scherben auf. Alte Geschäfte werden abgewickelt und Vermögenswerte verkauft, um den Gläubigern zumindest einen Teil ihres verlorenen Geldes zurückgeben zu können. Es sind bereits mehrere Milliarden Dollar geflossen, Forderungen von mehr als 30 Milliarden Dollar stehen noch aus. Der Verkauf von Archstone könnte die Auszahlung beschleunigen.

In Deutschland hatten zuletzt Spekulationen über ein sehr hohes Honorar für den Insolvenzverwalter der ehemaligen Frankfurter Tochtergesellschaft Lehman Brothers Bankhaus AG für Aufsehen gesorgt. Von am Ende bis zu 800 Millionen Euro war die Rede. Aus diesem Topf müssen aber auch alle Kosten für die beteiligten rund hundert Anwälte beglichen werden. Die Insolvenzverfahren in den USA und Deutschland laufen getrennt.

stk/dpa-AFX/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite