Wirtschaftsberater Lehman-Gläubiger können auf ihr ganzes Geld hoffen

Es wäre eine kleine Sensation: Gläubiger der Pleitebank Lehman Brothers werden nach Angaben der Wirtschaftsberatungsgesellschaft PwC möglicherweise voll entschädigt. Möglich sei dies durch die Beilegung von Streitfällen.

Lehman-Logo vor Auktionshaus: "Wir rechnen mit einer spürbaren zweiten Auszahlung"
Getty Images

Lehman-Logo vor Auktionshaus: "Wir rechnen mit einer spürbaren zweiten Auszahlung"


Hamburg - Gläubiger des europäischen Ablegers der US-Pleitebank Lehman Brothers können auf eine vollständige Entschädigung hoffen. Das sagte Tony Lomas, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und Lehman-Abwickler, nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. Die Einigung mit anderen Beteiligten habe Gelder in Milliardenhöhe freigesetzt.

Lehman hatte etwa die Bank JPMorgan Chase verklagt. Auch Klagen gegen weitere Unternehmen stehen noch aus, um so viel Geld wie möglich aufzutreiben und an Gläubiger zurückzahlen zu können.

Lomas bezeichnete die jüngsten Verhandlungsergebnisse als Meilenstein. Es gebe zwar noch eine Menge zu tun, "aber wir rechnen mit einer spürbaren zweiten Auszahlungsrunde an Gläubiger in naher Zukunft". Bislang sind rund 16 Milliarden Euro an Gläubiger der europäischen Sparte zurückgezahlt worden.

Die Investmentbank Lehman Brothers war im Herbst 2008 zusammengebrochen und hatte den ersten Höhepunkt der Finanzkrise markiert. Zum Zeitpunkt der Pleite wurden die Vermögenswerte von Lehman Brothers mit 639 Milliarden Dollar bewertet, womit die Pleite der Bank mit Abstand die größte in der Geschichte der USA war.

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insgesamt 17 Beiträge
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JaguarCat 15.04.2013
1. War also Lehmann gar nicht pleite?
Wenn die Gläubiger zu 100% ausgezahlt werden, bedeutet dass, dass Lehmann bzw. zumindest deren europäischer Arm, gar nicht pleite war. Sie waren zahlungsunfähig, weil Gläubiger Gelder zurückhielten, aber nicht überschuldet. Na ja, klingt nach einem guten Ende für viele Gläubiger. Hoffen wir in Griechenland und Zypern auf ähnlich gute Meldungen :-) Jag
MScholli 15.04.2013
2.
Zitat von JaguarCatWenn die Gläubiger zu 100% ausgezahlt werden, bedeutet dass, dass Lehmann bzw. zumindest deren europäischer Arm, gar nicht pleite war. Sie waren zahlungsunfähig, weil Gläubiger Gelder zurückhielten, aber nicht überschuldet. Na ja, klingt nach einem guten Ende für viele Gläubiger. Hoffen wir in Griechenland und Zypern auf ähnlich gute Meldungen :-) Jag
Lehman war insolvent. "Pleite" ist wohl eher Umgangssprache.
RenegadeOtis 15.04.2013
3.
Zitat von JaguarCatWenn die Gläubiger zu 100% ausgezahlt werden, bedeutet dass, dass Lehmann bzw. zumindest deren europäischer Arm, gar nicht pleite war. Sie waren zahlungsunfähig, weil Gläubiger Gelder zurückhielten, aber nicht überschuldet. Na ja, klingt nach einem guten Ende für viele Gläubiger. Hoffen wir in Griechenland und Zypern auf ähnlich gute Meldungen :-) Jag
Naja, ich glaube in Fachtermini wurde Lehmann auch nicht als "Pleitebank" bezeichnet, sondern als "insolvent".
kuac 15.04.2013
4. Verwaltungsaufwand
Wo kommt das Geld her? Und warum nur europäische Gläubiger und nicht US? Die Beträger der GR und CY Bankkunden sind wahrscheinlich zu klein um zurückgezahlt zu werden. Zu viel Verwaltungsaufwand!
fatherted98 15.04.2013
5. Zählen dazu...
...auch die die Lehmann Produkte zum Beispiel über die Deutsche Bank bekommen haben und vor Gericht abgeblitzt sind?
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