Lehman-Produkte UBS zahlt US-Kunden Millionen wegen schlechter Beratung

Sie wollten nur ein kleines Risiko eingehen - und bekamen von der UBS hochspekulative Lehman-Produkte verkauft. Dafür zahlt die Schweizer Großbank US-Kleinanlegern nun Millionen Dollar zurück. Zudem stimmte das Unternehmen einem Bußgeld zu.

UBS-Zentrale in Zürich: Bußgeld und Schadensersatz für US-Kleinanleger
REUTERS

UBS-Zentrale in Zürich: Bußgeld und Schadensersatz für US-Kleinanleger


New York - UBS muss wegen der ungenügenden Aufklärung von US-Kleinkunden Millionen. Die Schweizer Großbank stimmte laut dem amerikanischen Handelsregulator Finra einer Bußgeldzahlung von 2,5 Millionen Dollar zu. Zudem muss die Bank den Kunden 8,25 Millionen Dollar rückerstatten - sie hatte nicht auf die Risiken von strukturierten Produkten der pleitegegangenen Investmentbank Lehman Brothers hingewiesen.

Noch schmerzhafter als der finanzielle Verlust dürfte für die Schweizer Großbank jedoch die Feststellung des Finra-Verantwortlichen sein: Die UBS-Broker "verstanden nicht einmal die komplexen Produkte, die sie verkauften", erklärte Brad Bennett. Eine UBS-Sprecherin erklärte hingegen, die Bank sei froh, dass der Fall beigelegt werde. Sie betonte, dass eine Mehrheit der Verkäufe von Lehman-Kapitalschutzprodukten korrekt ausgeführt worden sei.

Mit dem Vergleich erkennt die UBS folgerichtig auch kein Fehlverhalten an, bestreitet es aber auch nicht. Von März bis Juni 2008 verkaufte die UBS sogenannte kapitalgeschützte Notes im Wert von 16,2 Millionen Dollar an 764 Konten, deren Besitzer nur kleine oder moderate Risiken eingehen wollten. Die Bank nahm damit Gebühren und Kommissionen von 228.630 Dollar ein. Im September 2008 meldete Lehman die Insolvenz an - der größte Konkursfall der US-Geschichte machte die strukturierten Produkte praktisch wertlos.

Der Finra zufolge versäumte es die UBS, das Kreditrisiko des Emittenten Lehmann hervorzuheben. Zudem habe die Bank ihre Broker nicht richtig darauf hingewiesen, dass eine Ausweitung der Handelsspannen von Kreditabsicherungen die finanzielle Stärke von Lehman beeinflussen könnte.

fdi/Reuters

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dieterhilft 12.04.2011
1. Die kamen viel zu gut weg
Es ist schon ein Witz, was die UBS da abzieht und die Bankaufsicht machte wieder einmal mehr als nur eine Auge zu: Die erbrachten Gegenleistungen der UBS sind nicht einmal ein Bruchteil von dem, was sie vorher mit ihren Lügengebäuden an den Lehman - Produkten verdient hatten. - Unter den Kleinanlegern waren einige Unternehmer, die mit fest zugesagten Renditen rechneten, weil die Konjuktur auf dem Tiefstand war. Für den, der keine Ahnung von den Hintergründen hat, mögen die paar Groschen, die zurückfliessen in Ordnung sein. Ansonsten nur etwas Imagepolitur, um zum richtigen Zeitpunkt neue Anleger zu ködern - mehr nicht, wieder einmal... http://www.berufsunfaehigkeit-hilfe.info
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