Lernen von Clinton Mit dem Mount-Hillary-Prinzip erfolgreich an die Spitze

Die meisten Führungskräfte in Politik und Wirtschaft sind männlich. Noch! Denn Frauen wie US-Außenministerin Clinton dringen in die Top-Positionen vor. Buchautor Frank Arnold prognostiziert: Nur Firmen, die attraktiv für das weibliche Geschlecht sind, können im Wettbewerb noch bestehen.

Vorbild Clinton: Mit Leistung, starkem Willen, Wissensdurst und Disziplin nach oben
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Vorbild Clinton: Mit Leistung, starkem Willen, Wissensdurst und Disziplin nach oben

Von Frank Arnold


Hamburg - Hillary Rodham Clinton hat sich immer als eigenständige politische Akteurin begriffen. Das brachte ihr grenzenlose Bewunderung, aber auch heftige Ablehnung ein. Für Millionen von Frauen in aller Welt ist sie ein Vorbild dafür, wie man sich mit Leistung, starkem Willen, Wissensdurst und Disziplin bis an die Spitze der Weltpolitik arbeiten und sich dort gegen alle Widerstände behaupten kann.

Die ehemalige First Lady der USA und heutige Außenministerin der Vereinigten Staaten studierte am Wellesley College und an der Elite-Universität Yale. Als erfolgreiche Prozessanwältin machte sie in den späten achtziger Jahren auf sich aufmerksam. Zweimal wurde sie in die Liste der 100 einflussreichsten Anwälte der USA aufgenommen. 1983 trat sie erstmals politisch in Erscheinung, als sie ein weit über die Grenzen des Bundesstaats Arkansas hinaus beachtetes Konzept zur Reform des Schulwesens für ihren Mann Bill Clinton erarbeitete, der zu dieser Zeit dort Gouverneur war.

Zu Bill Clintons Zeiten als US-Präsident in den Jahren 1993 bis 2001 war Hillary die bis dato politisch aktivste First Lady der USA und unterstützte ihren Ehemann insbesondere in Belangen der Sozialpolitik. Sie war bei vielen Wählern beliebt, startete im Jahr 2000 ihre eigene politische Karriere und wurde zur Senatorin des Bundesstaats New York gewählt. Und 2006 gelang ihr auch die Wiederwahl. Bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen entschieden sich die Demokraten jedoch nicht für sie als Kandidatin, sondern für Barack Obama. Clinton wurde schließlich Außenministerin.

Eine Zwangsquote ist der falsche Weg

Damit ist Hillary Clinton wahrscheinlich die bekannteste Frau in einer Top-Führungsposition. Denn noch immer gibt es viel zu wenige Frauen in Spitzenämtern - egal, ob in der Politik oder in der Wirtschaft. Aus den für den Erfolg des Managements zentralen Kriterien Leistung und Ergebnis ist dieser Zustand weder zu erklären noch zu rechtfertigen. Außerdem bleiben wertvolle Potentiale ungenutzt.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Eine von der Politik verordnete Zwangsquote dürfte eher der falsche Weg sein. Personalentscheidungen müssen im Interesse des Unternehmens getroffen werden und nicht, um von irgendeiner Stelle verordnete Quoten zu erfüllen. Vielmehr liegt es im höchsten Interesse der Firma selbst, dass die Führungskräfte dem Unternehmen eine Struktur geben, die den Realitäten des Marktes und der Kunden entspricht.

Die Verantwortung für die entsprechende Gestaltung der Führungsstruktur liegt bei der Unternehmensspitze selbst und bei den zuständigen Aufsichtsorganen. Man kann kein Unternehmen auf sinnvolle und langfristig tragfähige Weise führen, indem man es im Interesse von bestimmten Gruppen führt, sondern man muss das Unternehmen im Interesse des Unternehmens selbst führen.

Im Internet organisieren sich die klugen Frauen

Vielleicht macht es auch Sie stutzig, dass gerade einige der besten Unternehmen, darunter eine Vielzahl der weniger bekannten Weltmarktführer, einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Frauen in den Führungsetagen aufweisen. Selbst wenn man diese Ergebnisse im Fall der unbekannten Weltmarktführer, den sogenannten Hidden Champions, nicht für überzeugend oder gar für zufällig halten sollte: Der Unterschied in der Geschlechterverteilung ist auffällig.

Rund die Hälfte der Beschäftigten in Europa ist weiblich, darunter viele hoch qualifizierte Wissensarbeiterinnen, die mit ihrem Know-how mobil sind. Sie werden zu den Organisationen gehen, die Frauen eine gleichberechtigte Chance geben. Und diese Frauen werden dann die besten Köpfe des Landes um sich scharen. Man braucht nicht viel Managementverständnis, um zu erkennen, dass dies in einer Wissensgesellschaft der zentrale Wettbewerbsvorteil ist.

Falls Ihnen diese Prognose der Anziehungskraft von Organisationen für kluge Frauen zu spekulativ erscheint, möchte ich Ihren Blick einmal auf das Internet lenken. Die Nutzung des Netzes hat sich in den vergangenen Jahren tiefgreifend verändert. Dort organisieren sich alle nur denkbaren Interessengruppen, so auch an Leistung interessierte Frauen. Und das schon seit geraumer Zeit.

Die guten Leute werden dorthin gehen, wo sie Chancen haben. Über das Netz lässt sich diese Information schnell einholen und weitergeben. Die Organisationen, die dafür Sorge tragen, dass kluge, leistungsorientierte Frauen bei ihnen arbeiten wollen, werden im Wettbewerb um gute Köpfe einen großen Vorsprung haben. Das geschieht ganz von selbst - eben weil die besten Leute sich selbst organisieren.

Hillary Clinton inspiriert Millionen Frauen

Mit dem Wissen und den Fähigkeiten der besten Frauen an Bord haben diese Organisationen dann auch den entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf ihrer Seite. Es kann nicht deutlich genug herausgehoben werden, welche Chance für eine Gesellschaft darin liegt, das zum Großteil brachliegende Potential der Frauen zu nutzen. Jeder Schritt ist dabei wertvoll, weil grundlegende Veränderungen nie leicht sind, sondern Zeit und Standfestigkeit der Entscheider benötigen.

Es spricht sehr für Hillary Clinton, dass sie das Amt in der Regierung von Barack Obama angenommen hat. Ihr Vorbild inspiriert Millionen von Frauen in aller Welt, genau wie auch das Vorbild anderer kompetenter Regierungs- und Unternehmensleiterinnen Frauen inspiriert.

In diesen höchsten Ämtern in Konzernen und Regierungen gehören sie momentan noch zu den Pionieren, aber sie ändern die Ansichten der Menschen darüber, was möglich ist. Als Reinhold Messner im Jahr 1978 ohne zusätzlichen Sauerstoff den Mount Everest bestieg, war das eine Weltsensation, heute zählt dies für die Spitzenbergsteiger der Welt zur Normalität. Die Pionierleistungen von Frauen wie Hillary Clinton und anderen Spitzenkräften der Politik und Wirtschaft in den höchsten Ämtern sind und bleiben von unschätzbar großer und gesellschaftlich prägender Bedeutung.

Mögliche Denkanstöße:

  • Was können Sie in Ihrer Organisation gemeinsam konkret tun, damit mehr Frauen in Führungspositionen kommen?
  • Wenn Sie eine an Leistung interessierte Frau sind: Was können Sie konkret tun, um mit Gleichgesinnten gemeinsam erfolgreich zu sein?



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
Zhiyal 07.08.2010
1. Manipulativ
Lieber SPIEGEL, mich beschleicht hier das Gefühl, dass mit Anbiederung bei den Frauen Stimmung gegen die Quote gemacht werden soll, so nach dem Motto: Das habt ihr doch überhaupt nicht nötig! Ob man dafür oder dagegen ist, sei mal dahin gestellt, es gibt Gründe für beide Positionen. Fakt ist, dass viele Männer ihre Position nur inne haben, weil sie Männer sind. In vielen Branchen (nicht in allen) ist eine weibliche Bewerberin immer noch etwas exotisches, die nur in besonderen Ausnahmen akzeptiert wird. Das ist unfairer Wettbewerb. Es geht darum, dass es normal wird, dass Frauen mit Männern konkurrieren. Es geht darum, dass endlich das Leistungsprinzip auf beide Geschlechter angewandt wird und Frauen nicht entweder gönnerhaft oder in Ausnahmesituationen zugelassen werden (denn das wurden sie schon immer). Die herausragenden Ausnahmen an der Spitze a la Hillary setzen sich letztlich durch (können aber vermutlich Bücher über Sexismus schreiben), aber was ist mit den Frauen im Mittelfeld?
user56 07.08.2010
2. Wirklich?
Ich kaufe wenn irgend möglich nichts von Firmen bei denen Frauen Führungspositionen einnehmen. Ich kaufe wenn irgend möglich keine Bücher von weiblichen Autoren. Fortbildungen bei denen Frauen als Vortragende auftreten besuche ich wenn überhaupt dann nur dann, wenn es sich um typisch weibliche Inhalte handelt. Nichts gegen Frauen und die wirtschaftliche Ausbeutung von deren Potentialen, aber in Führungspostionen haben Frauen nichts verloren. Frauen in der Führung, wie z.B. im Bundeskanzleramt, zeugen höchsten davon, daß das Amt das sie innehaben so unattraktiv, nutzlos und verachtet ist, daß sich keine fähigen Männer mehr dafür finden. OK, wenn nur Verwaltung nach Schema F gefragt ist und sich nicht viel ändert, dann taugen Frauen sehr wohl auch für Führungsaufgaben die Männern einfach zu langweilig und zu unattraktiv sind. Unsere Vorfahren und auch die Väter der amerikanischen Verfassung, die den Frauen bei Einführung der Demokratie weder ein passives noch ein aktives Wahlrecht gegeben waren gescheiter als wir. Eine Frau würde nie die Rolle eines Otto von Bismarck oder eines Thomas Jefferson oder George Washington gespielt haben oder spielen. Und welches wirklich große Unternehmen ist von einer Frau gegründet worden? Google, Microsoft, Intel, SAP, Aldi, Quelle, Siemens, HP usw.. wohin man sieht waren es so gut wie ausschließlich Männer die die Chancen erkannt und dann letztlich zum Wohle aller genutzt haben. Frauen haben als Erben mit Hilfe von Männern vielleicht Firmen und Staaten verwaltet. Aber die Großen an den Wendepunkten, die nicht einfach nach alten Rezepten verwaltet und weitergemacht sondern Chancen gesehen und genutzt haben, wie Friedrich der Große und sein Vater, wie Otto von Bismarck und Thomas Jefferson und George Washington waren immer nur Männer. Bezeichnend ist auch der Frauenateil bei den Patenten, also beim dokumentierten Erkennen neuer Problemlösungen: Spanien 15,8 Prozent Frankreich 11 Prozent Deutschland 4,6 Prozent Vielleicht sind aber in Spanien und Frankreich auch einfach nur die Männer fauler weil es dort oft so warm ist. Erstaunlich ist jedenfalls, daß der Frauenanteil bei den Patenten höher ist wenn das Land wirtschaftlich schwächer ist, bzw. wenn die Männer sich insgesamt weniger anstrengen. Letzteres könnte allerdings auch in Deutschland allmählich Mode werden, wie die Rücktritte von Koch, Köhler und von Beus zeigen, die halt lieber das Leben genießen als sich an weiter an zu strengen. Da wo es darum geht stupide und möglichst unreflektiert zu lernen und wieder zu geben was der Lehrer sagt, nämlich in der Schule, da sind die Mädels extrem viel besser als die Jungs.
janne2109 07.08.2010
3. Lernen von Clinton: Mit dem Mount-Hillary-Prinzip erfolgreich an die Spitze
Sorry Zhiyal, .....Es geht darum, dass es normal wird, dass Frauen mit Männern konkurrieren...., was ist das für ein Schwachsinn? Genau darum geht es nicht.Warum sollten Frauen mit Männern konkurrieren? Es geht einzig darum wer für eine Position besser geeignet ist, Aufgrund der Ausbildung, des Wissens und der Erfahrung. Erst wenn es kein Konkurrenzdenken mehr gibt, ist für Frauen der Weg offen.Ausserdem widersprechen Sie sich innerhalb der Ihrer Ausführung, siehe dazu ..... ...Es geht darum, dass endlich das Leistungsprinzip auf beide Geschlechter angewandt.... Das ganze Gequake über eine Quote ist unsäglich, Frauen die nach oben wollten, sind immer nach oben gekommen. "Frau" wollte nur bisher nicht so dringlich. Das Frauenbild hat sich in den letzten 40 Jahren langsam aber stetig verändert. Vor 40 Jahren war es noch für Frauen ein Privileg sagen zu können, ich bin nur Hausfrau und es wurde bedauernd auf arbeitende Frauen von diesen herabgesehen.Und gearbeitet haben nur Frauen die es aus finanziellen Gründen auch mußten.
delouaz 07.08.2010
4. Wie bitte ?
Hillary Clinton ? Diese Dame ist alles andere als erfolgreich, sondern ähnelt mehr einer Giftmischerin. Solch eine Freundin, und man benötigt keine Feinde mehr.... Ehrlich............Hillary Clinton? Die geborene Opportunistin und manipulativ bis ins mark, erschreckend. Und die kleine Chelsea....immerhin wurde sie geheiratet, ein Wunder an sich;) Ne, Frauen ohne Steigbügel, das wäre mal ne Nachricht wert, aber wenn man sich eine Marie-Christine Ostermann anschaut, uha, das ist ja schon wieder peinlich... Oder darf man selbst diese banalen Wahrheiten nicht sagen ? Pauschal gesagt sind Frauen die perfekten Nutzniesser...stellen selbst wenig auf die Beine, sind aber immer groß im Fordern. Klar, ohne fordern keine Förderung, oder wie schauts aus? Gleichberechtigung bringt zu wenig, daher wird ja die Gleichstellung gefordert...am besten top-down erzwungen, da ist dann auch eine Leutheusser-Schnarrenberger schon mal sexistisch und sagt, Frauen sind zielbewusster und natürlich "besser" für eine Firma... Das Ganze ist mittlerweile nur noch lächerlich....
frank_lloyd_right 07.08.2010
5. Frank Arnold´s
nächstes Managementbuch wird hier gepusht, und ob es sinnvolle Inhalte hat, ist nicht so wichtig - wenn sich mal wieder einer in die Provozierhaltung "nur Frauen bringen es" oder "nur Männer bringen es" begibt, kriegt er automatisches Gratismarketing, wie hier. Einfach ignorieren, die Salbaderei. Erscheint vermutlich im Herbst...
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