Trotz Zinsskandal Barclays-Manager erhält Millionen zum Abschied

Der frühere Barclays-Investmentchef Jerry del Missier fällt weich. Zum Abschied soll er laut einem Zeitungsbericht eine Abfindung von fast neun Millionen Pfund bekommen. Dabei stand der Manager im Zentrum des Skandals um gefälschte Zinssätze.

Barclays-Manager Missier: Mitarbeiter zur Manipulation angestiftet
AP

Barclays-Manager Missier: Mitarbeiter zur Manipulation angestiftet


London - Glimpflicher Abschied für eine Schlüsselfigur der Libor-Zinsaffäre: Der frühere Chief Operating Officer von Barclays, Jerry del Missier, erhält laut einem Bericht des britischen "Telegraph" eine Abfindung von 8,75 Millionen Pfund (gut 11 Millionen Euro). Im Gegenzug soll er die Ansprüche auf Aktienoptionen im Wert von bis zu 40 Millionen Pfund aufgegeben haben.

Jahrelang hatten Mitarbeiter von Barclays Chart zeigen und anderen Banken den für den Geldhandel der Banken entscheidenden Libor-Satz durch zu niedrige Zinsmeldungen manipuliert. Erst in der vergangenen Woche gab Missier vor einem Untersuchungsausschuss des britischen Parlaments zu, dass er Untergebene zu diesen Manipulationen angestiftet hat.

Missier handelte dabei nach eigenen Angaben auf Anweisung des zurückgetretenen Bankchefs Bob Diamond, mit dem er früher gemeinsam das Investmentgeschäft der Bank verantwortete.

Auch Diamond musste Barclays nicht mit leeren Händen verlassen. Allerdings nimmt sich seine Abfindung im Vergleich zu der von Missier fast bescheiden aus: Der Skandal-Banker erhielt zum Abschied zwei Millionen Pfund.

dab



insgesamt 51 Beiträge
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Otto Reutter 26.07.2012
1. Hat irgend jemand
Zitat von sysopAPDer frühere Barclays-Investmentchef Jerry del Missier fällt weich. Zum Abschied soll er laut einem Zeitungsbericht eine Abfindung von fast neun Millionen Pfund bekommen. Dabei stand der Manager im Zentrum des Skandals um gefälschte Zinssätze. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846537,00.html
was anderes erwartet ?
maemo 26.07.2012
2. Ich find's gut
...Im Gegenzug soll er die Ansprüche auf Aktienoptionen im Wert von bis zu 40 Millionen Pfund aufgegeben haben. Das sollte Schule machen. Die nächste Supermarkt-Kassiererin, die den Anspruch auf die 40 Cent des gefundenen Pfandbons aufgibt bekommt dann 11 Cent Abfindung. Sowas fänd' ich fair.
drumdidum 26.07.2012
3. Tja...
Zitat von sysopAPDer frühere Barclays-Investmentchef Jerry del Missier fällt weich. Zum Abschied soll er laut einem Zeitungsbericht eine Abfindung von fast neun Millionen Pfund bekommen. Dabei stand der Manager im Zentrum des Skandals um gefälschte Zinssätze. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846537,00.html
Was soll man sagen? Widerlich.
zynisch 26.07.2012
4.
Zitat von sysopAPDer frühere Barclays-Investmentchef Jerry del Missier fällt weich. Zum Abschied soll er laut einem Zeitungsbericht eine Abfindung von fast neun Millionen Pfund bekommen. Dabei stand der Manager im Zentrum des Skandals um gefälschte Zinssätze. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846537,00.html
Na und??? Damit reiht er sich lediglich in eine lange Reihe von sog. Führungskräften oder auch gerne Eliten genannt ein, die in den letzten Jahren mehr oder weniger vorsätzlich gigantisches Kapital vernichtet haben und dafür selbstverständlich ihre Boni erhielten - wenn nicht freiwillig, dann zur Not auch vor Gericht - und i.d.R. auch recht bekamen. Wir leben eben in Gesellschaften, in welcher allein erziehenden Müttern im SGB 2 Bezug 500,- Weihnachtsgeld der eigenen Mutter voll angerechnet werden (auch wenn das Gericht diese Entscheidung, jedoch erst in letzter Instanz, kassierte). Steuerhinterzieher in Millionhöhe jedoch Amnestie erhalten und Kapitalverbrecher im großen Stil ihre Millionenboni erstreiten können. Was Recht ist muss schließlich auch Recht bleiben!! Im ganz Kleinen drischt man mit der vollen Härte der Gesetze zu. Im Großen dagegen legt man halt fantastilliarden umfassende Rettungsschirme an... Wir leben alle längst im strukturierten Wahnsinn. Es merkt nur niemand!
mischpot 26.07.2012
5. Das ist gerecht und noch viel zu wenig
denn für die Verbrechen die der Herr Bankenchef begangen hat sind 9 Millionen Pound noch viel zu wenig, er bewahrt durch sein Schweigen etliche vor langen Haftstrafen. Was daran ist die Justiz wird Sie damit auch zum Schweigen verurteilt. Was bedeuten würde die sind sich alle einig. Dann wiederum sind 9 Millionen Pound sofort einzuziehen und der Herr Bankenchef hinter Gitter zu bringen. Glauben Sie etwa dem Staat, den Banken oder der Justiz noch? , dann leben Sie bestimmt in Europa.
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