Libor-Affäre: Deutsche Bank friert Boni von gefeuerten Mitarbeitern ein

Im Libor-Skandal zieht die Deutsche Bank ehemalige Mitarbeiter zur Rechenschaft. Der Geldkonzern streicht ihnen Berichten zufolge die Bonuszahlungen. Es geht um Dutzende Millionen Euro.

Deutsche-Bank-Zentrale: Boni in Höhe von 40 Millionen eingefroren Zur Großansicht
dapd

Deutsche-Bank-Zentrale: Boni in Höhe von 40 Millionen eingefroren

Hamburg - Die Deutsche Bank Chart zeigen hat im Streit mit ehemaligen Mitarbeitern Sonderzahlungen in Millionenhöhe gestoppt. Hintergrund ist die Rolle der betroffenen Händler bei den Zinsmanipulationen mehrerer Großbanken. Wie das "Wall Street Journal Deutschland" (WSJ) berichtet, hält das größte deutsche Geldhaus Boni in Höhe von 40 Millionen Euro zurück. Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete über die Sanktionen.

Die Mitarbeiter sollen laut WSJ.de für Handelsgeschäfte zuständig gewesen sein, die sich auf die wichtigen Zinssätze Libor und Euribor bezogen. Die London Interbank Offered Rate (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der Zins dient als Maßstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe.

Die Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen sich mit Händlern anderer Banken zusammengetan haben, um die Zinssätze zu manipulieren. Zwei Banker hatte das Geldhaus nach Bekanntwerden der Vorwürfe gefeuert.

Fotostrecke

5  Bilder
Grafikstrecke: So funktioniert die Zinsmanipulation
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte WSJ.de den Vorgang. "Nachdem wir entdeckt haben, dass sich eine kleine Zahl an Mitarbeitern unangemessen verhalten hat, haben wir disziplinarische Maßnahmen erlassen oder die Mitarbeiter entlassen und ihre nicht ausgezahlten Löhne einbehalten." Bis zum Abschluss der Ermittlungen werde die Bank "diesen Weg weitergehen".

Die Händler wurden dem Bericht zufolge prozentual an den Gewinnen beteiligt, die sie der Bank eingebracht haben. Dabei wurde der Bonus über drei Jahre gestreckt und bestand aus einem Baranteil und Aktienanteilen.

cte

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wer kontrolliert eigentlich diese Mitarbeiter ?
stanzer 25.01.2013
Als Kunde dieser Bank fragt man sich, wer die Kontrolle über diese Mitarbeiter ausgeübt hat. Ich finde dies ist der eigentliche Skandal.
2. Geldverleih und Zinsen
lackehe 25.01.2013
Der Leiter einer Kreditabteilung, der nebenher meist auch für die Akkreditive verantwortlich zeichnet, hat einerseits Geld, welches er verwaltet und andererseits Kredite, die er aufnimmt oder vergibt. Hier wird von Billionen berichtet. Nehmen wir die Akkreditive in Verrechnung, nehmen wir das Geld, welches in den ausländischen Filialen zur Verfügung steht. Hier wird von 7 Tagen berichtet. Wie sieht es denn aus zwischen Freitag Mittag und Montag Morgen? 2 Tage wird das Geld nicht gebraucht, weil keiner arbeitet. Zwei Tage keine Zinsen für Billionen. Es sind eben keine Mitarbeiter sondern Menschen in leitender Funktion.
3.
sverris 25.01.2013
Zitat von stanzerAls Kunde dieser Bank fragt man sich, wer die Kontrolle über diese Mitarbeiter ausgeübt hat. Ich finde dies ist der eigentliche Skandal.
Sie sind noch Kunde bei dem Saftladen?
4. zu Geldverleih und Zinsen
hauptsachemalwassagen 26.01.2013
völlig richtig,und was ist in der Zeit von 17.00Uhr abends bis 07.00 Uhr morgens? da arbeitet auch keiner- 14 stunden lang wird auch nicht gearbeitet. Selten so was naives gehört.
5. Selbstverständlich
gable 26.01.2013
Ich dachte, das sei selbstverständlich, dass Mitarbeiter, die durch solch ein Verhalten auffallen, keine Boni bekommen. Aber wahrscheinlich werden die klagen und ihre Verträge geben es her, dass sie die Zahlungen trotzdem erhalten. So was ist nur in der Finanzwirtschaft möglich...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Deutsche Bank
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 7 Kommentare
  • Zur Startseite