Zinsmanipulation Haftstrafen für vier ehemalige Banker

Sie manipulierten den Zins, der Geschäfte in Billionenhöhe regelt: Ein Londoner Gericht hat vier ehemalige Banker zu Haftstrafen verurteilt. Allerdings müssen die Männer nicht die ganze Zeit ins Gefängnis.

Schriftzug von Barclays
REUTERS

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Vier ehemalige Banker müssen ins Gefängnis, weil sie den Referenzzins Libor manipuliert haben. Ein Londoner Gericht verurteilte einen Ex-Mitarbeiter der Bank Barclays zu sechseinhalb Jahren, zwei weitere zu vier Jahren und einen ehemaligen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft.

"Dieser Fall zeigt ein Fehlen der Integrität, die eigentlich das Wesen des Bankgeschäfts ausmachen sollte", sagte der vorsitzende Richter. Die Verurteilten müssen die Hälfte der Strafe im Gefängnis verbringen, der Rest wird zur Bewährung ausgesetzt.

Der Libor-Zins regelt, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Von ihm hängen weltweit Finanztransaktionen im Volumen von 450 Billionen Dollar ab.

Skandal kam 2011 ans Licht

Laut dem am Donnerstag verkündeten Urteil eines Londoner Gerichts verschafften sich die Händler zwischen 2005 und 2007 betrügerisch Vorteile, indem sie den Libor manipulierten. Ein wichtiges Beweismittel der Ermittler der britischen Betrugsbehörde SFO war in dem Prozess der E-Mail-Verkehr der Beteiligten gewesen. Den Schuldspruch hatte die Jury bereits vergangene Woche gefällt, das Strafmaß stand noch aus.

Der Skandal um manipulierte Zinssätze war 2011 ins Rollen gekommen, die Aufarbeitung läuft noch. Einer der Drahtzieher war vergangenen August zu 14 Jahren Haft verurteilt worden, die Strafe wurde später auf elf Jahre herabgesetzt.

Insgesamt hat die SFO bislang 13 Verdächtige angeklagt, gegen sieben Händler von Barclays und Deutscher Bank soll der Prozess in einem Jahr beginnen. Viele der weltweit mindestens 16 darin verwickelten Banken mussten bereits teure Vergleiche und Strafen zahlen.

sep/Reuters/dpa



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