Kartellvorwürfe Niederlage für Großbanken bei Aufarbeitung des Libor-Skandals

Etappensieg für die Kläger im Verfahren gegen 16 Großbanken: Ein US-Gericht hat die Kartellrechtsklagen wieder zugelassen. Eine Schlappe unter anderem für die Deutsche Bank.

Manhattan
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Manhattan


Der internationale Skandal um Zinsmanipulationen holt die 16 beteiligten Großbanken wieder ein. Ein Berufungsgericht in Manhattan entschied am Montag, dass Kartellvorwürfe mehrerer Investoren im März 2013 von einer niedrigeren Instanz zu Unrecht abgeschmettert worden seien.

Vielmehr hätten die Kläger "eine illegale, wettbewerbsfeindliche Praxis identifiziert". Und sie hätten gezeigt, dass das Kartellrecht den Schaden, den sie nach eigener Auffassung durch das Verhalten der Banken erlitten, verhindern müsse.

Die Investoren, darunter die University of California und die Städte Baltimore, Houston und Philadelphia hatten in dem 2011 begonnenen Verfahren den Banken vorgeworfen, beim Libor während der Finanzkrise geschummelt zu haben. In den Skandal um den Referenzzinssatz sind unter anderem die Deutsche Bank, JP Morgan und die Bank of America verwickelt.

Am Libor und verwandten Referenzzinsätzen hängen weltweit Geschäfte im Volumen von Hunderten Billionen Dollar. Schon durch sehr kleine Bewegungen lassen sich hohe Gewinne erzielen. Händler verschiedener Banken sollen sich bei der Festsetzung der Sätze abgesprochen haben.

Ebenfalls gekippt wurde die Entscheidung eines Bezirksgerichts aus dem Jahr 2014, wonach die Bank of America 1,27 Milliarden Dollar Strafe zahlen sollte wegen angeblichen Hypothekenbetrugs. Ein Berufungsgericht in New York befand die Beweislage als nicht ausreichend.

msc/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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Actionscript 24.05.2016
1. Gute Entscheidung
Es geht hier unter Anderem auch um Rentengelder wie bei der University of California.
alaba27 24.05.2016
2. BoA
Also zahlt die Bank of America (erstmal) nichts ? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass gegen die Deutsche Bank mit aller Härte vorgegangen wird - und gegen amerikanische Banken so gut wie gar nicht.
Freidenker10 24.05.2016
3.
Und noch immer hat man keinen der Bank Bosse auf der Anklagebank gesehen. Justiz gilt meist nur für die kleinen Doofis die sich erwischen lassen, aber dann fährt die Justiz alles auf...
schlauerdet 24.05.2016
4. Schummeln?
Nachdem mein erster Beitrag wegzensiert wurde (warum eigentlich?), hier nochmal mit gleichem Wortlaut: Betrug in der genannten Größenordnung nennt man nicht "Schummeln" sondern Schwerkriminalität.
NewYork76 24.05.2016
5. Zwei paar Stiefel
Zitat von alaba27Also zahlt die Bank of America (erstmal) nichts ? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass gegen die Deutsche Bank mit aller Härte vorgegangen wird - und gegen amerikanische Banken so gut wie gar nicht.
Bitte lesen Sie den Artikel nochmal. Der angebliche Hypothekenbetrug der BoA und der Libor-Skandal sind zwei paar Stiefel. Die BoA ist zwar vorerst raus aus dem Hypotheken-Betrug, aber immernoch beim Libor-Skandal dabei. Insofern werden hier von der US Justiz alle Banken gleich behandelt. Ist ja nicht Deutschland und VW.
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