Lidl, Rewe und Edeka Supermärkte und Discounter verbannen weitere Plastikprodukte

Rewe, Lidl und Edeka wollen bestimmte Plastikprodukte aus dem Sortiment nehmen. Damit kommen sie einem EU-Vorschlag zuvor, Kunststoffverpackungen drastisch zu reduzieren.

DPA


Die Supermarktketten Lidl und Rewe wollen Strohhalme aus Plastik bis Ende 2019 aus dem Sortiment nehmen. Das gaben die Unternehmen in Pressemitteilungen bekannt. Auch Penny und toom Markt, die der Rewe Group angehören, geben der Rewe-Mitteilung zufolge den Verkauf der umweltschädlichen Trinkhalme auf. Edeka entwickelt ebenfalls Mehrwegartikel als Alternative für bisherige Einwegartikel.

Ab 2020 werde es in 3200 Lidl-Märkten und 6000 Märkten der Rewe-Group keine Plastikstrohhalme mehr geben. Bei der Rewe Group werde dadurch jährlich auf den Verkauf von 42 Millionen Plastikhalmen verzichtet. Lidl weitet seinen Verkaufsstopp auch auf weitere Einwegplastikartikel aus, darunter Einwegbecher und -gläser, Teller, Besteck und Wattestäbchen mit Plastikschaft.

Ohne Verpackung, dafür mit Laser-Logo

Bereits Anfang 2018 hatten einige Lebensmittelketten in Deutschland angekündigt, Plastikverpackungen in Supermärkten drastisch zu reduzieren. Seither haben verschiedene Ketten einzelne Maßnahmen umgesetzt, wie etwa Gemüse und Obst unverpackt zu verkaufen, oder Biogemüse mit Laser-Logos zu versehen. Bereits 2017 haben mehrere Supermarktketten Plastiktüten abgeschafft. Lidl berechnete, dass allein durch diese Maßnahme in den eigenen Märkten rund 3500 Tonnen Kunststoff jährlich eingespart werden konnte.

EU-Kommission will Einwegmüll im Meer um 30 Prozent reduzieren

Restbestände wollen die Unternehmen ab sofort nach und nach abverkaufen. Ab dem kommenden Frühjahr will Rewe bei Trinkhalmen dann Alternativen aus Papier, Weizengras oder Edelstahl in seinem Sortiment anbieten. Bei Lidl sollen Einweggeschirr und Wattestäbchen durch Produkte aus recyclebaren Materialien ersetzt werden. Bei Edeka bestünden Becher bereits aus 70 Prozent natürlichen Materialien wie Bambus.

Mit der neuen Sortimentsänderung kommen Lidl, Edeka und die Rewe Group einem Vorschlag der EU-Kommission zuvor, Einweggeschirr aus Plastik zu verbieten. Bis 2020 will die Kommission Einwegmüll im Meer um 30 Prozent reduzieren; das EU-Parlament strebt ein ehrgeizigeres Ziel von 50 Prozent bis 2030 an.

ans/dpa



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rainerwäscher 04.07.2018
1. Alternative
Ich werfe meinen Plastikabfall nicht ins Meer, obwohl ich an der Küste wohne. Stattdessen kommt er in die gelbe Tonne, dessen Inhalt entweder zu Gartenmöbel oder Anoraks recycelt wird, oder aber er wird im Müllheizkraftwerk verbrannt und in Heizwärme umgewandelt und spart somit Öl oder Gas. Ist das nicht auch umweltfreundlich?
duese99 04.07.2018
2. eigentlich löblich, aber
wie viel Plastikmüll aus Deutschland landet denn im Meer? Oder anders gefragt: werden die Weltmeere wirklich sauberer durch diese Aktion?
behlaulizzi 04.07.2018
3. Augenwischerei
Dass Lidl nun einer Verordnung vorgreift und Plastikstrohhalme aus dem Sortiment nehmen will, klingt wie der Hohn auf Socken. Habe ich doch heute erst entsetzt zur Kenntnis nehmen müssen, dass Lidl am Backautomaten gerade aktuell die Papiertüten flächendeckend abgeschafft und durch Plastiktüten ersetzt hat! Auch ein sehr flüchtiger Blick zur Gemüsetheke reicht aus um zu sehen, dass es Lidl mit der Reduktion von Plastik überhaupt nicht ernst meint. Oder warum muss Gemüse wie Möhren in eine Schale gesteckt werden, die dann nochmals in Plastik verpackt ist? Solange Lidl, Aldi, Edeka, Rewe und co nicht bereit sind, auf überflüssige Plastikverpackungen im Sortiment zu verzichten, kann ich ihnen auch solche Marketing-Strohhalm-Aktionen nicht abkaufen!
prà ncipe 04.07.2018
4. @ 1 und 2
Habt ihr beiden schon mal die Flüsse in Deutschland betrachtet, die in die Weltmeere fließen? Dort schwimmt genügend deutscher Plastikmüll ins Meer. Außerdem gibt es das Mikroplastik, das nicht mal die Kläranlagen vollständig herausfiltern können. Auch dieses Klärwasser fließt in unsere Flüsse und Bäche und diese wiederum ins Meer. Natürlich schmeißt niemand absichtlich Plastik direkt ins Meer, aber dennoch landen Millionen Tonnen jährlich auf Umwegen im Meer, auch aus Deutschland!
akase93 04.07.2018
5. sehr angenehm wäre...
wenn diese Unmengen Blisterverpackungen drastisch reduziert würden und dieser sinnlose Plastikplunder weniger würde. Allerdings wird das die Meere kein Bisschen vom Plastik verschonen , denn ich bin mir sicher , dass Deutschland seine "Grüner Punkt" Abfälle nicht im Meer verklappt. Wenn man den richtigen Horror diesbezüglich mal sehen möchte , empfehle ich Reisen in Schwellen - und Entwicklungsländer. Wenn wir die nicht mit ins Plastik-Verzichts-Boot holen , haben die Meere und auch die restliche Umwelt , die ebenso in Plastikabfällen erstickt , keine Chance.
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