Billigprodukte Lidl will ab 2020 Chemie aus Kinderkleidung verbannen

Bunt, günstig - und oft riskant: Kinderkleidung vom Discounter enthält vielfach umwelt- und gesundheitsschädigende Chemikalien. Lidl will Eigenmarken nun spätestens ab 2020 ohne solche Substanzen produzieren lassen.

Fred Dott / Greenpeace

Neckarsulm/Hamburg - Schädliche Chemikalien in Kleidung können Allergien auslösen oder sogar wichtige Organfunktionen stören. Umweltschützer verurteilen den Einsatz solcher Substanzen bei der Textilproduktion daher scharf. Jetzt reagiert der Lebensmitteldiscounter Lidl auf die Kritik: Das Unternehmen will ab dem Jahr 2020 bei der Herstellung von Kleidung und Schuhen auf giftige Chemikalien verzichten.

Lidl mache einen gewaltigen ersten Schritt nach vorne, lobte Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. "Nun müssen Aldi, Penny, Tesco, Carrefour und Wal-Mart nachziehen."

Lidl sei sich der Verantwortung für Mensch und Natur bewusst und habe deshalb eine entsprechende Vereinbarung mit der Umweltorganisation Greenpeace getroffen, teilte das Handelsunternehmen mit. Greenpeace hatte jüngst Kinderkleidung und Kinderschuhe verschiedener Discounter auf gefährliche Chemikalien getestet hatte - die belasteten Produkte sehen Sie in der Fotostrecke.

Der Zeitplan von Lidl sieht vor, dass bis Ende Juni 2016 alle verkauften Textilien frei von gefährlichen Schadstoffen wie Alkylphenolethoxylaten (APEO) sind. Aus ihnen entstehen im Abwasser Alkylphenole, die Wassertiere wie Fische und Schnecken in Flüssen und Seen schädigen. In Reinigungsmitteln seien diese Stoffe in Europa deshalb bereits teilweise verboten, erklärte Greenpeace.

Bis Juli 2017 sollen bei Lidl außerdem sogenannte per- und polyfluorierte Chemikalien verschwinden, die nach Darstellung der Umweltschützer Einfluss auf Immunsystem und die Fortpflanzung haben. Anschließend sollen auch andere Chemikalien wie Weichmacher und Azofarbstoffe verbannt werden. 80 Prozent der Lidl-Lieferanten sollen zudem bis Ende 2015 Daten über ihre Abwässer offenlegen.

Greenpeace zufolge macht Lidl allein mit Kleidung einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro. Eine Sprecherin des Discounters wollte die Zahl nicht bestätigen. Im Geschäftsjahr 2013/2014 lagen die Umsätze von Lidl europaweit bei 54 Milliarden Euro, in Deutschland waren es 18 Milliarden Euro.

Lidl ist der erste Lebensmittel-Discounter, der der Aufforderung von Greenpeace nachkommt. 21 Modeunternehmen, darunter Zara, H&M, Adidas oder Puma sowie sechs italienische Zulieferer haben sich bereits verpflichtet bis 2020 ohne giftige Chemikalien auszukommen.

bos/AFP/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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spon-facebook-1459922526 10.12.2014
1.
Guter Schritt, aber wieso erst in 6 Jahren?
tom2373 10.12.2014
2. Aha - und so lange
verhökern sie das giftige Zeug munter weiter? Sauber.... :(
artjoel 10.12.2014
3. 2020!!!
Gleich wie alle anderen Umwelt Verbrecher, im Jahr 2020 werden wie aufhören Kinder zu vergiften, unglaublich, abscheulich, aber Leute gehen noch da Einkaufen, und am meisten habe ich gelacht als ich auf die Strasse eine Kunde beobachtet habe mit eine Lidl Tasche wo drauf stand: Fair kauf. Lidl ist nicht die einzige Firma, siehe Adidas, Puma, fast alle Trekking Bekleidung Firmen und so weiter, es ist ein Verbrecher an die Kinder und Konsumenten. Ist es in Deutschland nicht Strafbar Leute bewusst zu Vergiften?
dasdondel 10.12.2014
4. weil
was man heute verspricht, hat man in 6 Jahren vergessen.
kilroy-was-here 10.12.2014
5. Wieso erst 2020?
Morgen!
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