Lieferdienste Rewe-Chef Caparros zittert vor Amazon

Noch ist der Lebensmittelhandel über das Internet ein Nischenmarkt in Deutschland. Doch Rewe-Chef Alain Caparros schlägt Alarm: Er befürchtet, dass der US-Versandriese Amazon in die Bresche springen könnte.

Rewe-Vorstandschef Alain Caparros
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Rewe-Vorstandschef Alain Caparros


Der mögliche Eintritt des Onlineriesen Amazon in den Lebensmitteleinzelhandel bereitet den etablierten Anbietern der Branche Sorgen. "Wir müssen uns warm anziehen gegen Amazon Fresh", sagte Rewe-Chef Alain Caparros der "Rheinischen Post". Er bekomme Bauchschmerzen bei dem Gedanken, dass Amazon von den Kunden als bester Einzelhändler wahrgenommen werde. Die Verzahnung des stationären Handels mit dem Onlinegeschäft müssten die Lebenshändler hinbekommen, sonst würden sie irgendwann von Amazon abgehängt, sagte Caparros.

Seit einigen Monaten wird in der Branche über den Eintritt des US-Konzerns in den deutschen Lebensmittelhandel spekuliert. Amazon hat sich bislang zu einem möglichen Marktstart in Deutschland aber noch nicht geäußert. Dazu gebe es keine Ankündigungen, sagte eine Unternehmenssprecherin in München erneut auf Anfrage. Bislang bietet Amazon in den US-Metropolen und in London einen Lieferdienst mit frischen Lebensmitteln.

Tatsächlich geht es in dem Markt um ein Riesengeschäft. Rund 170 Milliarden Euro geben die Bundesbürger Jahr für Jahr für den Einkauf von Lebensmitteln aus. Doch während sich die Onlinehändler im Buchhandel, bei Textilien oder in der Elektronik längst ein großes Stück des Kuchens gesichert haben, spielt der E-Commerce im Lebensmittelhandel noch eine kaum sichtbare Rolle. Nur rund ein Prozent der Branchenumsätze werden über das Internet abgewickelt.

Wegen der guten Aussichten tummeln sich inzwischen auch branchenfremde Anbieter in dem Geschäft. 2015 hatte die Deutsche Post ihren Onlinesupermarkt Allyouneed neu positioniert. Ziel ist dabei, das Geschäft rund um die Paketzustellung durch den stark wachsenden Onlinebereich mit frischen Lebensmitteln zu erweitern. Allyouneed Fresh bietet derzeit mehr als 22.000 Artikel, darunter 3600 Bio-Erzeugnisse.

mik/dpa-AFX



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