Wettbewerbsbedenken EU prüft Fusion von Linde und Praxair

Sie wollen den weltgrößten Industriegasekonzern formen - doch noch müssen Linde und Praxair abwarten. Wegen Wettbewerbsbedenken will die EU-Kommission die geplante Fusion genauer untersuchen.

Linde-Werk in Leuna
Linde Group

Linde-Werk in Leuna


Die geplante Fusion zwischen dem Industriegasekonzern Linde und dem US-Konkurrenten Praxair stößt auf Bedenken bei den EU-Wettbewerbshütern. Die EU-Kommission wolle eine vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses einleiten, teilte sie mit. Es gebe Bedenken, dass der Wettbewerb auf dem Markt für mehrere wichtige Gase, darunter Sauerstoff und Helium, beeinträchtigt werden könne.

Linde und Praxair hatten ihren Zusammenschluss im vergangenen Sommer vereinbart. Der neue Konzern soll zum Weltmarktführer für Industriegase mit 66 Milliarden Euro Börsenwert, 80.000 Mitarbeitern und 27 Milliarden Euro Umsatz werden. Er soll aus den USA geführt werden. Die IG Metall befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen und Mitbestimmungsrechten.

"Gase wie Sauerstoff und Helium kommen bei der Herstellung einer Vielzahl von Produkten, die wir tagtäglich verwenden, zum Einsatz. Die Hersteller beziehen diese Gase von einer geringen Zahl von Anbietern", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die beiden Unternehmen liefern etwa medizinischen Sauerstoff, mit dem Krankenhäuser und Pflegeheime versorgt werden.

Rückzieher vorbehalten

"Deshalb werden wir sorgfältig prüfen, ob der geplante Zusammenschluss der Gasanbieter Praxair und Linde für die europäischen Verbraucher und Unternehmen zu höheren Preisen oder einer geringeren Auswahl führen würde", sagte Vestager weiter.

Die EU-Wettbewerbshüter haben nun bis zum 4. Juli Zeit, das Vorhaben zu durchleuchten. Bedenken gebe es unter anderem, dass einschließlich der beiden Unternehmen nur die vier größten Konzerne in der Branche den für die Wettbewerbsfähigkeit erforderlichen weltweiten Zugang zu Heliumquellen hätten.

Linde hatte bereits eine vertiefte Prüfung der Fusion durch die Kartellwächter erwartet. Allerdings würden die Kartellauflagen nach gegenwärtigem Kenntnisstand die eigene Schmerzgrenze nicht überschreiten. Bei zu hohen Auflagen der Kartellbehörden haben sich Linde und Praxair einen Rückzieher vorbehalten. Die Aktionäre beider Seiten hatten die Fusion mit großer Mehrheit genehmigt. Auch der Linde-Aufsichtsrat hat die Fusion gegen den Widerstand der Betriebsräte genehmigt.

brt/dpa/Reuters

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Kanalysiert 16.02.2018
1.
Zitat: "Die Aktionäre beider Seiten hatten die Fusion mit großer Mehrheit genehmigt." Nein, die Mehrheit der Aktionäre war dagegen, nur die großen Platzhirsche, die die Mehrheit an den Anteilen halten, haben wie üblich dafür gestimmt, weil sie sich nur für die Vermehrung ihres sowieso schon unfassbaren Reichtums scheren und ihnen die Belange der Belegschaft, die ebenfalls dagegen ist, wurst sind.
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