Linde US-Wettbewerbshüter genehmigen Fusion mit Praxair

Nur zwei Tage vor der entscheidenden Frist hat die US-amerikanische Wettbewerbsbehörde eine Fusion der beiden Industriegasehersteller Linde und Praxair genehmigt. Zuvor mussten die beiden Konzerne jedoch hohe Auflagen akzeptieren.

Gasbehälter von Linde
DPA

Gasbehälter von Linde


Die US-Kartellbehörde hat einer Fusion der beiden Industriegasehersteller Linde und Praxair zugestimmt. Dennoch müssen die Konzerne vorerst getrennt voneinander wirtschaften.

Unter anderem forderten die Wettbewerbshüter, dass sich Linde und Praxair aus neun Teilbereichen des Industriegasgeschäfts zurückziehen. Linde teilte bereits mit, die Auflagen bis Januar umsetzen zu wollen. Bis dahin müssen beide Unternehmen ihre Geschäfte getrennt voneinander führen. Die EU-Kommission hatte bereits ihre Zustimmung zu dem Deal gegeben.

Die deutsche Wirtschaft verliert durch den Zusammenschluss den Sitz eines Traditionsunternehmens. Zwar solle das Unternehmen weiterhin den Namen Linde tragen, künftig jedoch aus der Praxair-Zentrale in Danbury im US-Bundesstaat Connecticut geführt werden. Neuer Unternehmenssitz wird Dublin.

Gewerkschafter in Deutschland kritisierten die Fusion scharf. "Die ökonomische Sinnhaftigkeit dieser Transaktion ist zweifelhaft, Ertrag und Kosten stehen in keinem Verhältnis", sagte IG Metall-Chef Jörg Hofmann. Die Gewerkschaften befürchten den Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland.

Mit der Fusion wollen sich die beiden Konzerne zum größten Industriegasehersteller der Welt zusammenschließen. Nach einer Fusion würden die Unternehmen mit weltweit 80.000 Mitarbeitern und mehr als 20 Milliarden Euro Jahresumsatz ein Viertel des Weltmarktes beherrschen.

Die amerikanischen Kartellwächter hatten die Auflagen erteilt, weil sie eine marktbeherrschende Stellung des fusionierten Konzerns bei flüssigem Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoff befürchtet hatten.

Linde hatte daher schon im Juli angekündigt, sein Massengeschäft in den USA an den hessischen Gasekonzern Messer zu verkaufen. Praxair wiederum veräußert sein Europageschäft an den japanischen Konkurrenten Nippon Sanso.

fek/dpa



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