München - Der Industriegasespezialist Linde will den US-Sauerstoffgerätehersteller Lincare
für rund 4,6 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) übernehmen. Mit dem Unternehmen aus Clearwater im Bundesstaat Florida sei bereits eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet, wie die Linde AG am Sonntagabend in einer Ad-hoc-Mitteilung bekanntgab.
Linde
plane, alle verfügbaren Lincare-Aktien zu kaufen und biete den Aktionären 41,50 Dollar (33 Euro) pro Aktie in bar. Das Unternehmen rechnet damit, die Übernahme im Laufe des dritten Quartals dieses Jahres abzuschließen - braucht allerdings noch die Zustimmung der zuständigen Behörden.
Der Medizintechnik-Markt gehört für Linde zu den Wachstumsfeldern. Laut Finanzblog "Alphaville" der "Financial Times" ist der deutsche Industriegaseproduzent bislang sehr erfolgreich bei der Versorgung von Kliniken. Lincares Stärke sei die Versorgung von Patienten, die zu Hause betreut werden, mit Sauerstoffgeräten sowie Geräten zur Einnahme von Speisen und Medikamenten.
Bereits am Freitag war über den Schritt Lindes gemutmaßt worden. Die Linde-Aktie büßte nach Bekanntwerden der Übernahme an Wert ein.
Für Linde-Chef Wolfgang Reitzle wäre der Zukauf, sechs Jahre nach der Übernahme des britischen Gase-Spezialisten BOC für zwölf Milliarden Euro, noch einmal ein großes Ereignis. In Branchenkreisen wird seit langem damit gerechnet, dass der 63-Jährige Manager seine Karriere vor Vertragsende in zwei Jahren noch mit einer großen Übernahme krönen will.
Unter Reitzles Führung war Linde bereits in den vergangenen Jahren massiv gewachsen. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 7,1 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Euro.
kha/dpa/dapd
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