Milliardenangebot Linde will US-Konkurrenten übernehmen

Für Linde-Chef Wolfgang Reitzle wäre es noch einmal ein großer Wurf: Das Münchner Dax-Unternehmen will den US-Konzern Lincare übernehmen. Rund 4,6 Milliarden Dollar soll die Übernahme des Sauerstoffgeräteherstellers kosten.

Der Industriegase-Konzern Linde bietet eine Milliardensumme für den US-Konzern Lincare
dapd

Der Industriegase-Konzern Linde bietet eine Milliardensumme für den US-Konzern Lincare


München - Der Industriegasespezialist Linde will den US-Sauerstoffgerätehersteller Lincare Chart zeigen für rund 4,6 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) übernehmen. Mit dem Unternehmen aus Clearwater im Bundesstaat Florida sei bereits eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet, wie die Linde AG am Sonntagabend in einer Ad-hoc-Mitteilung bekanntgab.

Linde Chart zeigen plane, alle verfügbaren Lincare-Aktien zu kaufen und biete den Aktionären 41,50 Dollar (33 Euro) pro Aktie in bar. Das Unternehmen rechnet damit, die Übernahme im Laufe des dritten Quartals dieses Jahres abzuschließen - braucht allerdings noch die Zustimmung der zuständigen Behörden.

Der Medizintechnik-Markt gehört für Linde zu den Wachstumsfeldern. Laut Finanzblog "Alphaville" der "Financial Times" ist der deutsche Industriegaseproduzent bislang sehr erfolgreich bei der Versorgung von Kliniken. Lincares Stärke sei die Versorgung von Patienten, die zu Hause betreut werden, mit Sauerstoffgeräten sowie Geräten zur Einnahme von Speisen und Medikamenten.

Bereits am Freitag war über den Schritt Lindes gemutmaßt worden. Die Linde-Aktie büßte nach Bekanntwerden der Übernahme an Wert ein.

Für Linde-Chef Wolfgang Reitzle wäre der Zukauf, sechs Jahre nach der Übernahme des britischen Gase-Spezialisten BOC für zwölf Milliarden Euro, noch einmal ein großes Ereignis. In Branchenkreisen wird seit langem damit gerechnet, dass der 63-Jährige Manager seine Karriere vor Vertragsende in zwei Jahren noch mit einer großen Übernahme krönen will.

Unter Reitzles Führung war Linde bereits in den vergangenen Jahren massiv gewachsen. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 7,1 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Euro.

kha/dpa/dapd



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
MrStoneStupid 02.07.2012
1. Ich bin gegen die Übernahme von Lincare
Was hat Linde denn in den USA zu suchen? Nix. Möglicherweise ist Lincare auch noch viel zu teuer - es soll ermittelt werden. (imho)
bürgerschreck 02.07.2012
2. Hauptsache das Ego stimmt.
"In Branchenkreisen wird seit langem damit gerechnet, dass der 63-Jährige Manager seine Karriere vor Vertragsende in zwei Jahren noch mit einer großen Übernahme krönen will." Wenn das Ego die Logik der Fusion bestimmt, ist es sicher Zeit sich von der Aktie zu trennen, wie bereits viele am Freitag richtig bemerkt haben. Bei solchen Leuten ist die Erinnerung an Schrempp nicht weit weg.
peter78 02.07.2012
3. Stupid German Money
Zitat von bürgerschreck"In Branchenkreisen wird seit langem damit gerechnet, dass der 63-Jährige Manager seine Karriere vor Vertragsende in zwei Jahren noch mit einer großen Übernahme krönen will." Wenn das Ego die Logik der Fusion bestimmt, ist es sicher Zeit sich von der Aktie zu trennen, wie bereits viele am Freitag richtig bemerkt haben. Bei solchen Leuten ist die Erinnerung an Schrempp nicht weit weg.
Irgendwie müssen die deutschen Exportüberschüsse ja wieder verprasst werden.
Otto Normal 02.07.2012
4. Scientology
Clearwater, Florida ist Headquarter der Scientologen. Die Stadt ist fest in scientologischer Hand. Was das heißt weiß man mittlerweile... Ich höre die bayrischen Verfassungsschützer schon stöhnen: "Das darf doch nicht wahr sein!"
nobodyknows 02.07.2012
5. optional
Für Aktien deren Kurs zwischen 18und 20$ rumdümplet 41,50$ zu zahlen, da erhebt sich doch die Frage ob den Scientologen die Taschen gefüllt werden sollen, und ob Herr Reitzle zu dieser Organisation nähere beziehungen hat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.