Preisabsprachen Lkw-Kartell droht Rekordstrafe

Daimler, DAF, Iveco, Scania: Europas wichtigsten Lkw-Herstellern droht ein Bußgeld in Milliardenhöhe wegen Preisabsprachen. Die meisten Konzerne haben bereits vorgesorgt.

Lkw von Scania
Scania

Lkw von Scania


Die Europäische Kommission will noch in diesem Jahr eine Milliardenstrafe gegen Lkw-Produzenten wegen illegaler Preisabsprachen verhängen. Im Visier der Ermittler stehen die großen europäischen Lastwagen-Konzerne DAF, Daimler, Iveco, Scania und Volvo/Renault. Außerdem soll das Kartell neue Emissionsvorschriften gemeinsam verhindert haben. Das berichtet die "Financial Times". Die EU-Kommission kommentierte den Bericht nicht.

Dem Bericht zufolge dürfte die verhängte Geldbuße eine bisherige Rekordstrafe von 1,4 Milliarden Euro übersteigen. Diese mussten 2012 Hersteller von Röhren für Fernseher und Monitore zahlen. Die EU-Kommission kann Unternehmen bei Verstößen gegen das Kartellrecht mit maximal bis zu zehn Prozent ihres Jahresumsatzes bestrafen.

MAN dürfte ungeschoren davonkommen

Vier der beschuldigten Lkw-Hersteller haben bereits Rückstellungen in Höhe von insgesamt 2,6 Milliarden Dollar gebildet. DAF aus den Niederlanden hat rund 860 Millionen Euro zurückgelegt, der Stuttgarter Daimler-Konzern mindestens 600 Millionen, Iveco aus der Fiat-Gruppe etwa 450 Millionen und Volvo aus Schweden rund 400 Millionen Euro. Scania hat bisher nicht vorgesorgt, hält eine Strafe nach eigenen Angaben aber für möglich.

Als Tippgeber dürfte MAN aus dem VW-Konzern ungeschoren davonkommen. Das Münchener Unternehmen hatte die Aufdeckung des Kartells im Jahr 2011 durch eine Selbstanzeige ermöglicht. Compliance-Experten waren damals im Zuge der Aufarbeitung von Korruptionsvorwürfen auf das Kartell gestoßen. MAN profitiert insofern von der Kronzeugenregelung der EU-Kartellbehörden.

msc



insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
rallerollo 30.05.2016
1. Rücklagen
Sie haben also schon Rücklagen gebildet. Betrug mit Vorsatz. Wenn es nicht aufgefallen wäre dann wäre es REINGEWINN. Beschiss an allen Ecken. Warum nur max. 10% Strafe?
kimmberlie.67 30.05.2016
2. Lkw-Kartell droht Rekordstrafe
schon mal was von einer Minister-Weisung gehört? Bei dieser Regierung wir nur der "Normalo" bestraft.
bloßich 30.05.2016
3. Hä ???
Zitat von kimmberlie.67schon mal was von einer Minister-Weisung gehört? Bei dieser Regierung wir nur der "Normalo" bestraft.
Was soll denn in diesem Zusammenhang eine "Minister-weisung" sein ? Meinen Sie vielleicht eine Ministererlaubnis ? Also das Gegenteil einer "Weisung" ? Nur: Erstens gabs hier gar keine. Und wird auch keine geben ! Denn - zweitens - gilt die GWB-Erlaubnis natürlich nicht für ein europäisches Kartellverfahren. Und - drittens - gibt es die Ministererlaubnis nur bei der Fusionskontrolle und nicht bei der Kartellaufsicht. Womit das Fazit wohl genau gegenteilig ausfallen dürfte: Es wird auch der Nicht-Normalo (VW, Daimler u.s.w.) bestraft !
weißbrot 30.05.2016
4.
Zitat von rallerolloSie haben also schon Rücklagen gebildet. Betrug mit Vorsatz. Wenn es nicht aufgefallen wäre dann wäre es REINGEWINN. Beschiss an allen Ecken. Warum nur max. 10% Strafe?
1. Es wurden Rückstellungen gebildet, keine Rücklagen. 2. Betrug ist immer mit Vorsatz. 3. Diese Rückstellungen konnten gebildet werden, weil das Kartell schon vor über einem Jahr aufgeflogen ist und es seit dem Ermittlungen gibt.
johnboulaulruisseau 30.05.2016
5. Geldgier? LKW-Kartelle
Was macht die Politik? Fordern sie bitte 1 MRD Euro von den LKW-Herstellern!!! Von jedem 200Mio! Was ist nur los auf der Welt?
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