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Lockere Geldpolitik: Goldpreis überspringt 1300 Dollar-Marke

Die US-Konjunktur schwächelt, der Wirtschaft in China könnte eine unsanfte Landung bevorstehen - für die Verkäufer von Gold sind das exzellente Nachrichten. Der Preis für das schwergewichtige Edelmetall steigt und steigt.

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DPA

Goldbarren: Sicherer Hafen in unsicheren Zeiten

Frankfurt am Main - Der Goldpreis hat seinen Aufwärtstrend zum Wochenschluss fortgesetzt und ist erstmals seit Anfang November wieder über die Marke von 1300 Dollar gestiegen. Am Freitagvormittag wurde die Feinunze (etwa 31,1 Gramm) in der Spitze zu einem Kurs von 1310,20 Dollar gehandelt. Das Edelmetall war damit so wertvoll wie zuletzt am 8. November. Seit Ende 2013 ist der Goldpreis tendenziell auf Erholungskurs, nachdem er im vergangenen Jahr bei etwa 1180 Dollar den tiefsten Stand seit 2010 erreicht hatte.

Als Grund für den Anstieg nennen Experten die jüngste Dollarschwäche. Gold wird in der US-Währung gehandelt, ein schwacher Dollar verstärkt die Nachfrage außerhalb des Dollar-Raums. Experten der Commerzbank sehen in enttäuschenden US-Konjunkturdaten eine Ursache dafür, dass der Dollar unter Druck steht. Unter anderem hätten überraschend schwache Umsatzzahlen aus dem amerikanischen Einzelhandel vom Vortag darauf hingedeutet, dass die größte Volkswirtschaft der Welt etwas an Schwung verlieren könnte.

Am Freitag hatte das US-Arbeitsministerium berichtet, dass im Januar außerhalb der Landwirtschaft nur 113.000 zusätzliche Jobs geschaffen worden sind. Analysten hatten im Schnitt mit 185.000 Stellen gerechnet. Zuletzt hatten zudem die meisten Frühindikatoren aus China enttäuscht.

Angesichts der Rahmenbedingungen sehen Experten durchaus noch Gewinnchancen für Gold-Investoren. Der Preis könnte in absehbarer Zeit noch bis auf 1400 Dollar steigen, hieß es.

mik/dpa

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insgesamt 41 Beiträge
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1. Das war nur eine Frage der Zeit
tjivi 14.02.2014
Ein niedriger Goldpreis suggeriert eine positive Entwicklung der Wirtschaft, hat also auch eine psychologische Funktion. Eine Investition in Aktien stützt die Wirtschaft. Nicht umsonst wird offen zugegeben, dass der Goldpreis nach unten manipuliert wurde. Natürlich ist das nicht die einzige Erklärung für den starken Wertverlust im letzten Jahr. Verkäufe von Großinvestoren, der angebliche erstarkende Dollar, die Goldpolitik der asiatischen "Großabnehmer" für Gold und viele weitere Faktoren wirken sich auf den Goldpreis aus. Sieht man sich die Weltverschuldung an, weiß man, dass der Goldpreis nur steigen kann. Geduld ist hier gefragt.
2.
muellerthomas 14.02.2014
Zitat von tjiviEin niedriger Goldpreis suggeriert eine positive Entwicklung der Wirtschaft, hat also auch eine psychologische Funktion. Eine Investition in Aktien stützt die Wirtschaft. Nicht umsonst wird offen zugegeben, dass der Goldpreis nach unten manipuliert wurde. Natürlich ist das nicht die einzige Erklärung für den starken Wertverlust im letzten Jahr. Verkäufe von Großinvestoren, der angebliche erstarkende Dollar, die Goldpolitik der asiatischen "Großabnehmer" für Gold und viele weitere Faktoren wirken sich auf den Goldpreis aus. Sieht man sich die Weltverschuldung an, weiß man, dass der Goldpreis nur steigen kann. Geduld ist hier gefragt.
Wenn "man" (also anscheinend jeder) das weiß, wieso liegt der Goldpreis dann nicht höher? Und was sehen Sie, wenn Sie sich die "Weltverschuldung" (die gleichbedeutend ist mit Welt-Guthaben) ansehen?
3. immer hinterher...
tao chatai 14.02.2014
die Konjunkturdaten gaaanz Frisch in London sprechen von einer Steigerung der gesammten EU Zone 0.3 % Frankreich gaaaanz toll wer braucht da Gold nach dem Chinesischen Neujahr?
4. Hää????
brunellot 14.02.2014
Der Gldpreis ist im letzten Jahr von 1900 auf unter 1300 gefallen und hat sich nun ein gaaaanz klein wenig erholt. Was da "steigt und steigt" ist mir nicht ganz klar, lieber Autor.
5. China ist der wichtigste Goldnachfrager
jakob.wega 14.02.2014
... wieso soll es dann gut für den Goldpreis sein, wenn dort die Wirtschaft schwach ist? Wo ist die Logik?
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Anleger beziehen sie am besten über Banken oder Goldhändler wie Euro Change in Berlin, pro aurum in München oder Westgold. Maßeinheit für echtes Gold ist die Feinunze, sie wiegt 31,1 Gramm. Kunden sollten sich von Banken und Händlern ein Angebot inklusive Versandkosten und aller Gebühren erstellen lassen.

Außerdem sollte man das Problem der Lagerung beachten: Denn zuhause ist die vermeintlich sichere Anlage keineswegs vor Dieben geschützt. In den Golddepots der Banken wiederum fallen Gebühren an. In einem Schweizer Hochsicherheitstresor zum Beispiel beträgt die Depotgebühr monatlich 0,025 Prozent des Werts.
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