Lohnvergleich: Exportfirmen zahlen weit über Durchschnitt
Der Export gilt als wichtigste Stütze der deutschen Wirtschaft und das spüren auch die Beschäftigten der Branche. Laut einer Studie zahlen Exportfirmen fünf bis zehn Prozent mehr Lohn als andere Unternehmen. In den vergangenen Jahren profitierten immer mehr Menschen davon.
Nürnberg - Industriefirmen mit Schwerpunkt Außenhandel entlohnen ihre Mitarbeiter im Schnitt großzügiger als andere Unternehmen. Wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht, zahlen exportierende Betriebe im verarbeitenden Gewerbe fünf bis zehn Prozent mehr Lohn als andere Firmen. "Dabei ist schon herausgerechnet, dass Beschäftigte in den exportierenden Betrieben im Durchschnitt höher qualifiziert sind und längere Berufserfahrung aufweisen", hieß es.
Während die Reallöhne im Durchschnitt aller Branchen seit 2002 stagnierten, seien sie im verarbeitenden Gewerbe um rund zehn Prozent geklettert. Für Beschäftigte zahle sich der langjährige Exportboom in Deutschland aus, teilte das IAB mit. Denn die Studie zeige, dass mit den zunehmenden Ausfuhren auch die Löhne gestiegen seien.
Auch die Beschäftigung in dieser Branche nahm zu. Berücksichtigt man alle Wirtschaftsbereiche, arbeitet laut IAB in Deutschland jeder dritte Beschäftigte bei einem Exporteur. 1996 arbeiteten 58 Prozent der Arbeitnehmer in einer Firma, die zumindest einen Teil ihres Umsatzes mit der Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen erzielt. 2008 wurden bereits 70 Prozent der Beschäftigten einem exportorientierten Betrieb zugerechnet.
Die Gründe für den hohen Personalanteil: Die Zahl der Firmen erhöhte sich stark. Während 1996 fast jeder fünfte Betrieb auch für den internationalen Markt produzierte, war es im Jahr 2008 bereits fast jeder dritte. Zum anderen sind die exportierenden Betriebe laut IAB auch stärker gewachsen als nicht-exportierende Firmen.
Die stabile Beschäftigungslage zeigt sich laut IAB auch in einem weiteren Bereich. Demnach gibt es bei Außenhandelsfirmen nur wenig Hinweise, dass die Betriebe Arbeiten für geringerer Qualifizierte ausgelagert haben. Allerdings räumen die Forscher ein, dass nicht alle Gruppen am Arbeitsmarkt gleichermaßen davon profitieren konnten.
mmq/Reuters
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