TV-Hersteller: Loewe verliert Hälfte des Grundkapitals
Der TV-Hersteller Loewe kämpft nach verheerenden Verlusten gegen den Abwärtssog. Das Unternehmen will sich durch eine Kapitalherabsetzung retten - und beruft für Ende Juli eine Hauptversammlung ein.
München - Die Zukunft des kriselnden Fernsehherstellers Loewe ist ungewisser denn je. Der fränkische Konzern teilte am Dienstag mit, dass - wie erwartet - ein Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals aufgelaufen sei. Nun will sich Loewe mit einer Kapitalherabsetzung aus seiner misslichen Lage befreien. Beim Broker Lang & Schwarz brachen die Aktien um fast 18 Prozent ein.
Verluste in dieser Größenordnung gelten im Aktienrecht als Kriterium für Überschuldung, die zur Insolvenz führen kann. Der Vorstand berief für den 31. Juli eine Hauptversammlung in Berlin ein, auf der er "zum Ausgleich der eingetretenen Verluste und Wertminderungen eine vereinfachte Kapitalherabsetzung vorschlagen wird".
Durch den angestrebten Kapitalschnitt will der verlustreiche Konzern seine Bilanz sanieren. Gleichzeitig würde er für potentielle Investoren attraktiver, da diese bei einer künftigen Kapitalerhöhung für die gleiche Summe an Kapital einen höheren Anteil erwerben können.
Im Fall Loewe
ist der angestrebte Kapitalschnitt beträchtlich: Das Grundkapital soll von gut 13 Millionen Euro auf 3,25 Millionen Euro herabgesetzt werden. Dazu soll die Zahl der Anteilsscheine auf ein Viertel schrumpfen. Haupteigner ist bislang der selbst krisengeschüttelte japanische Elektronikkonzern Sharp, der knapp 30 Prozent der Anteile hält.
Loewe arbeitet nach eigenen Angaben weiter an einer anschließenden Kapitalerhöhung. Bis zu 6,5 Millionen neue Aktien könnten ausgegeben werden. Die Oberfranken sind auf der Suche nach neuen Investoren, die sich damit auf einen Schlag zwei Drittel der Anteile sichern könnten. Zuletzt hieß es aus Branchenkreisen, es liefen Gespräche mit mehreren strategischen Interessenten aus Asien sowie Finanzinvestoren. Ein Loewe-Sprecher sagte, derzeit gebe es nichts Neues zu diesem Thema.
Loewe hat seit Jahren zu kämpfen: Massive Stellenstreichungen, Chefwechsel und die Suche nach neuen Märkten und Produkten haben bisher nichts genutzt. Allein in den ersten drei Monaten war der Umsatz auf 43,5 Millionen Euro eingebrochen - ein Minus von 35 Prozent.
Bis April hatte der Konzern bereits jeden fünften Mitarbeiter entlassen. Dem Unternehmen macht seit langem die harte Konkurrenz aus Asien zu schaffen. Die meisten Fernseher kommen von Firmen wie Samsung oder Panasonic. Hier wird in großen Stückzahlen produziert - und damit auch viel günstiger als in Deutschland.
yes/Reuters/dpa
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