London Anonymer Käufer zahlt Rekordsumme für Penthouse

Die Preise für Londons Top-Adressen verlieren jedes Maß: Ein anonymer Käufer bezahlte jetzt für ein Penthouse am Hyde Park knapp 171 Millionen Euro. Dass das Geld vielleicht zweifelhafter Herkunft ist, scheint die Verkäufer nicht zu interessieren.

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London - Ein privater Käufer hat für eine Penthouse-Wohnung im vornehmen Londoner Stadtteil Knightsbridge 140 Millionen Pfund (knapp 171 Millionen Euro) bezahlt. Wie die britische "Times" berichtet, soll der Mann aus Russland oder der Ukraine stammen. Erwartet wird, dass der Preis noch einmal deutlich ansteigen wird. Denn die knapp 1500 Quadratmeter große zweigeschossige Wohnung ist derzeit noch ein Rohbau. Experten erwarten, dass eine standesgemäße Ausstattung noch einmal umgerechnet rund 25 Millionen Euro verschlingen könnte.

2011 hatte der reichste Mann der Ukraine, Rinat Achmetow, für mehr als umgerechnet 154 Millionen Euro das damals teuerste Apartment ganz Englands ebenfalls im Luxus-Block One Hyde Park gekauft.

Den neuen Rekordpreis wertet die "Times" als Beleg dafür, dass alle politische Rhetorik und Sondersteuern für Ausländer ihr Ziel verfehlt haben, den rasanten Anstieg der Immobilienpreise zu bremsen. Jon Cunliffe, stellvertretender Direktor der Bank of England, warnt vor einer gefährlichen Blase: Das Preisniveau auf dem Grundstücksmarkt stehe in krassem Gegensatz zur derzeitigen Schwäche der britischen Wirtschaft.

Anonymität bevorzugt

Der Preisdruck komme nach Expertenschätzung in erster Linie von reichen Ausländern, die ihr Geld nach Europa transferieren wollen. Es scheine wie eine Kapitalflucht um jeden Preis, denn im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in den vergangenen Jahren nähmen die Käufer sogar deutliche Preisaufschläge hin, um ihre Anonymität zu sichern. In solchen Fällen müssten nämlich Firmen den Kauf tätigen, die zusätzliche Steuern zu entrichten hätten. "Das Geld kommt insbesondere aus Osteuropa und Russland", zitiert die "Times" den Immobilienexperten Charles McDowell.

Diese Investoren hätten geringe Hemmungen, extrem hohe Preise zu bezahlen, fügt der Experte hinzu. Ihr Hauptinteresse sei es, möglichst viel Geld möglichst schnell nach Großbritannien zu schleusen, ohne dass es zu ihnen zurückverfolgt werden könne.

Die zweifelhafte Herkunft des Geldes scheint die Verkäufer von Immobilien in Londons Top-Vierteln Knightsbridge, Kensington, oder Chelsea nicht zu stören. Auch die CPC Group, die das Anwesen am Hyde Park gebaut hat, will sich zu weiteren Details nicht äußern.

mik



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