London - Die Eigentümerstruktur beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS könnte sich langfristig ändern - das hat Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber bereits angekündigt. Nun verdichten sich die Hinweise, dass der Autohersteller seine Beteiligung reduzieren oder ganz aufgeben wird. Daimler hat laut einem Bericht der "Financial Times" angeboten, die Hälfte seiner Beteiligung an EADS an die Bundesregierung zu verkaufen.
Insgesamt soll der Verkauf des gesamten Daimler-Anteils von derzeit noch 15 Prozent im Raum stehen. Die andere Hälfte der Beteiligung mit einem Marktwert von rund 2,7 Milliarden Euro könnte demnach an eine Bankengruppe gehen. Bundeskanzlerin Angel Merkel (CDU) wolle auf einer Kabinettssitzung in der kommenden Woche ein mögliches Kaufgebot besprechen, berichtet die "FT" unter Berufung auf Kreise. Daimler wolle aber die "industrielle Führung" in Deutschland behalten. Der Stuttgarter Konzern war am frühen Donnerstagmorgen nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Derzeit sind Daimler und der französische Staat mit je 15 Prozent am Konzern beteiligt, die französische Lagardère-Gruppe und ein deutsches Bankenkonsortium unter Führung des staatlichen Förderinstituts KfW halten jeweils rund 7,5 Prozent.
EADS kündigte unterdessen einen neuen Anlauf im Wettstreit um Aufträge der US-Regierung an. Mit einem Preisabschlag will das Unternehmen Washington davon überzeugen, seine Tankflugzeuge zu kaufen. Nordamerika-Chef Ralph Crosby sagte vor Journalisten in Washington, EADS habe sein Angebot überarbeitet - "und auch den Preis".
EADS streitet sich seit Jahren mit seinem US-Rivalen Boeing um den größten Auftrag der Luftfahrtgeschichte, den "Jahrhundert-Deal". Dabei geht es um die Lieferung von 179 Tankflugzeugen im Wert von 35 Milliarden US-Dollar an die US-Luftwaffe. Mit Folgeaufträgen könnten daraus schnell 100 Milliarden Dollar werden. Ende vergangener Woche hatten die Kontrahenten ihre endgültigen Angebote eingereicht.
dab/dapd/dpa-AFX
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