Lufthansa Vorstand klagt über zu mickrige Millionengehälter

Die Lufthansa zahlt ihren Vorständen künftig deutlich höhere Boni - gegen den Willen fast aller Belegschaftsvertreter im Aufsichtsrat. Nebenbei hat das Kontrollgremium neue Top-Manager düpiert.

Lufthansa-Maschinen am Flughafen München
DPA

Lufthansa-Maschinen am Flughafen München


Die geplante Gehaltserhöhung für den Lufthansa-Vorstand sorgt nach SPIEGEL-Informationen bereits vor ihrer Umsetzung für Zwist. Am Donnerstag vergangener Woche hatte der Aufsichtsrat mehrheitlich beschlossen, die längerfristige, erfolgsbasierte Vergütung für Firmenchef Carsten Spohr und seine Kollegen deutlich anzuheben. In der Spitze wären so ab 2020 Steigerungen von bis zu 20 Prozent möglich.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 20/2017
Emmanuel Macron rettet Europa ... und Deutschland soll zahlen

Zuletzt verdienten die Lufthansa-Vorstände rund zwei Millionen Euro pro Jahr, Spohr rund eine Million mehr. Das sei viel zu wenig, heißt es in der Beschlussvorlage für das Kontrollgremium. Diese begründete den Erhöhungsantrag erstaunlich plump. Demnach sei die Fluktuation im Vorstand auch deshalb "relativ hoch", weil zu wenig bezahlt werde.

Entsprechend schwierig habe sich die Suche nach Kandidaten für zwei zuletzt ausgeschiedene Vorstände gestaltet. "Das unzureichende Vergütungsniveau wurde vom Markt bestätigt", heißt es in dem Papier. Indirekt werden damit die Nachfolger düpiert und als zweitklassig und genügsam disqualifiziert, doch das nahm das Präsidium des Aufsichtsrats offenbar in Kauf. Die Arbeitnehmervertreter in dem Gremium überzeugte die Argumentation trotzdem nicht. Bis auf einen stimmten alle gegen die Erhöhung der Bezüge.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Donnerstagmorgen erhältlich.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

did



insgesamt 130 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
MissMorgan 13.05.2017
1. Billigfluglinien
darf man nicht buchen, da sie nicht die wahren Preise berechnen und Scheinselbständigkeit fördern. Bei teureren Linien bezahlt man aber nicht dem wahrhaft arbeitenden Personal mehr, sondern stopft nur den geldgierigen Managern den Rachen voll. Diejenigen, die in den letzten Jahren durch Zusammenlegung, wieder Auseinanderdividierung, Veränderungen, Rückveränderungen einen Haufen Geld verbrannt haben. Aber an die Altersversorgung der normalen Arbeiter Kürzungen vornehmen. Bravo, der nächste Streik bei Lufthansa hat bereits jetzt meine volle Zustimmung!
ich-sach-ma 13.05.2017
2. Merkwürdige SPIEGEL-Logik
Die Lufthansa hat nach Interpretation des Artikels nur genügsame Vorstände gefunden. Daher seien sie zweitklassig. Heißt also im Klartext, wer nicht auf Maximal-Boni besteht, ist zweitklassig. Merkwürdige Logik, des SPIEGEL. Demnach wäre Winterkorn mit 17 Mio der beste und Spohr mit seinen 3 Mio drittklassig. Glaube nicht, dass das stimmt.
derhey 13.05.2017
3. Ganz einfach
die künftigen Boni in die Gehaltsstruktur der Manager einrechnen und dann von den Gewerkschaften %ual bei den nächsten Tarifverhandlungen konsequent auf Punkt und Komma umsetzen, überall ob Piloten, Kabinen- und Bodenpersonalpersonal. Nur so kommen die Chefetagen zur Vernunft, auch anderswo.
Kater Bolle 13.05.2017
4. Haut doch noch mal 4-5 Mill. raus.......
Wer arbeitet denn in Deutschland schon noch für 2-3 Mill.? Mill. arbeiten für 8,50 € die Stunde. Was sollen die denn sagen? Die Krankheit des heutigen Raubtierkapitalismus. Wenns mal ernst wird tragen die Top-Manager keine Verantwortung dfür ihr handeln. Siehe HSH bis VW und alles was dazwischen passt.
berndjag 13.05.2017
5. Ich mach das!! Auch für die Hälfte !!
denn ob ich viel schlechter bin, weiss ich auch nicht...und da "Vergütung" und Boni ja nicht alles sind (ich bezweifle, daß die Fahrzeug und Flüge sowie Hotel aus eigener Tasche zahlen) würde ich mit einer Million auch gut hinkommen....und ich würde dann in den proppevollen Terminkalender sicher auch noch Platz finden für weitere Vortands- und Aufsichtsratpöstchen wo man 2mal im Jahr zum gut bezahlten Abnicken eingeladen wird..und wer weiss...vielleicht stelle ich mich ja dumm...äh gut genug an das ich in 3 Jahren dann den Bau des Flughafens BER leite...und in 6 Jahren dann wenn ich da noch paar Milliarden Miese gemacht habe ist auch Zeit für den Bahnhof in Stuttgart ....liebe Lufthansa ich wäre ab nächsten ersten frei!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.