Trotz steigender Passagierzahlen Deutsche Airlines büßen Marktanteile ein

Insgesamt steigen die Zahlen - dennoch knöpfen ausländische Airlines den deutschen Fluglinien Passagiere ab, die Marktanteile sinken, warnt der Branchenverband. Dessen Chef wirbt um Hilfe für die Luftfahrtkonzerne.

Ryanair-Maschine vor einem Lufthansa-Flieger am Frankfurter Flughafen
DPA

Ryanair-Maschine vor einem Lufthansa-Flieger am Frankfurter Flughafen


Mehr Passagiere, weniger Marktanteile: Die deutschen Fluggesellschaften fürchten, auf dem heimischen Markt gegenüber der ausländischen Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten. Zwar beförderten Lufthansa, Air Berlin, Condor und Tui Fly zusammen im ersten Halbjahr fünf Prozent mehr Fluggäste als im Vorjahreszeitraum. Glücklich sind sie dennoch nicht. "Deutsche Luftverkehrsunternehmen verlieren Marktanteile", sagte Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), der "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Ausländische Airlines legen schneller zu. Das zeigt sich auch am Zuwachs an deutschen Flughäfen. Sie verzeichneten laut Schulte ein Wachstums von 6,4 Prozent. Die Deutsche Lufthansa samt ihrer Billigplattform Eurowings, Air Berlin, Condor und TUI Fly boten zusammen in der ersten Jahreshälfte laut BDL nur noch 56 Prozent der verfügbaren Sitzplätze an, vor wenigen Jahren waren es 62 Prozent.

Heimische Airlines mit Drehkreuzen im Inland seien aber wichtig, um eine Vielfalt an Strecken zu erhalten, warb der Luftfahrt-Präsident für die deutsche Branche. Für den Rückgang der Marktanteile hiesiger Airlines machte Schulte unter anderem die Luftverkehrssteuer und Sicherheitsgebühren verantwortlich.

Nach Ansicht von Schulte kann es Reisenden aus Deutschland nicht egal sein, ob die von ihnen gebuchten Strecken von heimischen oder zunehmend von ausländischen Airlines bedient werden - nicht nur wegen der Arbeitsplätze in der Luftfahrt hierzulande. "Würden wir uns nur auf ausländische Fluggesellschaften verlassen, hinge die Luftverkehrsanbindung Deutschlands einzig und allein davon ab, ob wir für diese ein lukrativer Markt sind."

kig/dpa



insgesamt 46 Beiträge
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Manukun 07.08.2017
1. Kein Wunder!
Wenn immer ich nach Europa komme, vermeide ich LH wie die Pest. Zu viele schlechte Erfahrungen mit unfreundlichem und arrogantem Personal, sowohl am Boden als auch in der Luft. Dies betrifft alle Klassen, selbst die First. Wenn Fehler passieren, und das kommt oft vor, wird natürlich jegliche Verantwortung abgestritten.
bananenrep 07.08.2017
2. Warum sollte ich die dt. Luftfahrt unterstützen ?
Streik, exorbitantes Gehalt der Piloten bei dauernden Streiks. Gehälter im Vorstand die jenseits von Gut und Böse sind. Ha. da fliege aus Prinzip nicht mit. Meiner Firma hat auch niemand geholfen als es ihr, durch Nichtzahlungen des Staates, schlecht ging.
ein-berliner 07.08.2017
3. Selbstverständlich
Die armen Piloten der Lufthansa müssen durch den Steuerzahler alimentiert werden damit das heimische Business überleben kann. Wenn das nicht ausreicht sollte die Bundesregierung unbedingt die teuren Sitzplätze der Holzklasse abschaffen lassen, die billigen Mitflieger können ruhig dicht gepresst stehen damit die Eliten standesgemäß transportiert werden können. Herr Schulte hat Recht, wozu noch die teuren Sicherheitsgebühren, die zahlen ja nur die heimischen Gesellschaften. Vielleicht sollte aber ein sinnvolles Umdenken beim BDL stattfinden und einfach nur guten Service fordern. So lassen sich u.U. verlorene Marktanteile wieder gewinnen.
f_aus_m 07.08.2017
4. Pilotprojekt
Die beste staatliche Hilfe wäre, die tariflichen Sonderprivilegien überkanditelter Piloten abzuschaffen. Seitdem ein Lufthansapilot sich als Massenmörder (was zu verhindern gewesen) entpuppt hat, halte ich ohnehin nicht mehr viel von der deutschen Flugsicherheit und-Professionalität. Alitalia hat vorgemacht, wie man eine Airline an die Wand fährt, die Lufthansa ist natürlich besser, aber das ist allenfalls relativ.
kostolanys 07.08.2017
5. Streiks?
tja, wie war das noch mit den streikenden Millionären im Cockpit?
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