Harte Einschnitte: Konkurrenz zwingt Lufthansa auf Sparkurs
Die Deutsche Lufthansa leidet unter der wachsenden Stärke der Billigkonkurrenten - jetzt zieht das Unternehmen Konsequenzen. Nach Informationen des SPIEGEL sind harte Einschnitte geplant: So sollen Strecken gestrichen und bis 2014 keine zusätzlichen Flugzeuge betrieben werden.
Hamburg - Das Geschäft der Deutschen Lufthansa gerät immer stärker unter Druck: Von der einen Seite drängen Billigkonkurrenten wie Ryanair, von der anderen Seite die großen Airlines der Golfregion. Jetzt plant die größte deutsche Fluggesellschaft nach Informationen des SPIEGEL deutlich härtere Einschnitte als bisher vermutet.
Die Angestellten der Passagesparte haben Post von ihrem obersten Chef, Carsten Spohr, bekommen. Darin erläutert der Lufthansa-Vorstand, wie er im Lufthansa-Fluggeschäft in den kommenden Jahren knapp eine Milliarde Euro einsparen will - und wirbt um Unterstützung der Mitarbeiter.
So sollen, anders als ursprünglich vorgesehen, bis 2014 keine zusätzlichen Flugzeuge betrieben und unrentable Strecken gestrichen werden. Verbindungen vom Drehkreuz Frankfurt ins indische Hyderabad oder Kalkutta sowie Guangzhou in China wurden bereits eingestellt. Nun stehen auch Ziele wie Nanjing oder Bangkok auf dem Prüfstand.
Auf Flughäfen außerhalb der Drehscheiben Frankfurt und München sollen Lufthansa
und die hauseigene Billigtochter Germanwings noch enger kooperieren. Besonders hart umkämpfte Langstreckenrouten will der Konzern nur noch mit Jets in einer Zwei-Klassen-Auslegung bedienen, also ohne First-Class-Abteile. Parallel dazu soll überprüft werden, ob es auch bei der Lufthansa langfristig eine aufgewertete Economy-Class geben soll, wie sie Wettbewerber schon seit längerem besitzen.
Am Donnerstagabend hatte zudem Roland Busch, Finanzchef der Lufthansa-Passagesparte die Flughäfen dazu aufgefordert, den Fluggesellschaften beim Sparen zu helfen: "Die Infrastrukturentgelte an den Flughäfen müssen nachhaltig um 10 bis 20 Prozent abgesenkt werden", sagte er. Angesichts steigender Treibstoffpreise und immer neuer Steuern und Abgaben könnten die Fluglinien die notwendigen Einsparungen im Luftverkehr nicht mehr allein erbringen.
"Die Standortkosten saugen den Erfolg unserer eigenen Sparprogramme immer wieder auf", sagte Busch, der bei der Lufthansa derzeit das milliardenschwere Sparprogramm "Score" mitdurchsetzt. Damit will Europas größte Fluggesellschaft ihre Kosten bis zum Jahr 2015 um mindestens 1,5 Milliarden Euro senken, um Luft für Investitionen in neue und sparsamere Flugzeuge zu bekommen.
Mit Material von dpa
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