Streit um betriebsinterne Frührente Piloten kündigen Streik bei Lufthansa Cargo an

Frühruhestand mit 55 Jahren? Für Piloten der Lufthansa Cargo galt das bis Ende vergangenen Jahres - nun soll die Grenze erhöht werden. Die Vereinigung Cockpit will das nicht hinnehmen. Am Mittwoch und Donnerstag sollen die Piloten der Frachtflüge streiken.

Maschine von Lufthansa Cargo: "Weder verständlich noch verhältnismäßig"
AP/Lufthansa

Maschine von Lufthansa Cargo: "Weder verständlich noch verhältnismäßig"


Frankfurt am Main - Nicht nur die Lokführer der Deutschen Bahn streiken, auch die Piloten der Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo legen in dieser Woche die Arbeit aus Protest nieder. Die Gewerkschaft Cockpit kündigte an, dass die Flugkapitäne der Frachtflüge durchgehend von Mittwoch um 03.00 Uhr bis Donnerstag um 22.30 Uhr streiken werden. Nach Angaben der Lufthansa sind 21 Flüge betroffen, Passagierflugzeuge sind nicht darunter.

Hintergrund der Streiks ist der festgefahrene Streit um die Übergangsversorgung der Piloten. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Der Konzern will die Altersgrenze erhöhen, Cockpit lehnt dies ab. Den Vorschlag der Lufthansa, die Altersgrenze individuell anhand der Dienstjahre eines Piloten festzulegen, wies die Gewerkschaft zurück.

Aus Lufthansa-Sicht ist der erneute Streikaufruf "weder verständlich noch verhältnismäßig", da die Arbeitgeberseite Kompromissbereitschaft gezeigt und weitere Verhandlungen angeboten habe. Von den vorgeschlagenen Anpassungen der Übergangsversorgung sei kein einziger Cargo-Pilot betroffen.

Das Unternehmen kündigte einen Sonderflugplan für Mittwoch und Donnerstag an, um möglichst viele Flüge sicherzustellen. Allerdings werde rund die Hälfte der Fracht ohnehin an Bord von Passagierflugzeugen befördert und sei daher nicht betroffen.

vks/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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bumminrum 07.10.2014
1. überzogene Forderungen
ich soll nach den Rentenplänen bis 67 arbeiten. Warum sollen die Piloten eine Sonderrolle haben. Verhältnismäßigkeit sieht anders aus. Die kleinen Gewerkschaften tyrannisieren inzwischen grosse Bevölkerungsgruppen - das Streikrecht wird hier missbraucht.
nuuya 07.10.2014
2. bei uns Normalsterblichen...
wird ja auch ständig am Renteneintrittsalter gedreht. Und? Dürfen WIR streiken? Haben WIR irgendetwas zu melden? Nein! Ich stelle mir grad vor, es würden 100% der arbeitenden deutschen Bevölkerung auf die Straße gehen und protestieren. :) Das wär ein "Spaß"
tk90 07.10.2014
3. @#1/#2
Die Piloten gehen genauso wie Sie mit 65-67 Jahren in Rente. Alles was davor kommt ist die Übergangsversorgung, die allerdings nicht aus der Rentenkasse bezahlt wird sondern vom Arbeitgeber. In diesen Fond hat der Arbeitgeber fortlaufend einen bestimmten Teil des Einkommens des AN eingezahlt. Das finanzieren Sie höchstens durch das Buchen eines LH-Tickets mit, nicht jedoch durch Ihre Sozialabgaben.
airbuskutscher 08.10.2014
4. Mit 63 in Rente
Da sieht man wie leicht die Bevölkerung sich manipulieren lässt. Die Übergangsversorgung wird nur bis zum frühestmöglichen Renteneintrittsalter, also nach wie vor 63 gezahlt. Das gilt auch weiter wenn die Rente mit 67 kommt! Auch alle anderen können da in Rente gehen, natürlich mit den entsprechenden Abschlägen wie wir Piloten auch! Also erstmal informieren. Und das durchschnittliche Eintrittsalter in die ÜV liegt mittlerweile auch ohne Zwang durch die Firma bei 59,2 Jahren! Es geht also nicht um 10 oder gar 12 Jahre, die seitens Lufthansa und der Medien suggeriert werden sondern um 3,8 Jahre ÜV! Tendenz von alleine fallend! Das Problem sind die Rückstellungen die an die Heuschrecken trotzdem nicht so einfach ausbezahlt werden können, wenn es nicht einen neuen Vertrag gibt. Und die Heuschrecken sind nicht so geduldig. Die wollen weiterziehen, vielleicht demnächst zu Ihrem Unternehmen! Also Augen aufmachen und kritisch bleiben und nicht alles glauben was die Medien so verbreiten!
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