Chaos im Flugverkehr Lufthansa-Chef sieht Flughäfen überlastet

Diesen Sommer müssen Flugpassagiere häufig Geduld mitbringen. Lufthansa-Chef Spohr wälzt nun einen Teil der Schuld am Chaos von den Airlines ab - und plädiert für weniger Starts und Landungen an überlasteten Flughäfen.

Carsten Spohr
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Lufthansa-Chef Carsten Spohr gibt den Flughäfen eine Mitschuld am Chaos im Luftverkehr der vergangenen Wochen. "Eine Möglichkeit könnte es sein, die Anzahl der Starts und Landungen an überlasteten Flughäfen zu verringern oder zumindest nicht weiter zu steigern", zitiert die "Bild"-Zeitung den Unternehmenschef.

Reisende erleben in diesem Jahr an deutschen Flughäfen mehr Ärgernisse als sonst. Annullierungen und Verspätungen häufen sich, hinzu kommen aktuelle Streiks bei Ryanair, durch die Hunderte Flüge in Europa gestrichen wurden.

Video: Ryanair-Mitarbeiter streiken

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Gleichzeitig sagte der Lufthansa-Chef Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) seine Teilnahme an einem Flug-Gipfel zu. Politik und Industrie müssten "die Herausforderungen gemeinsam angehen". Ziel müsse "ein qualitatives Wachstum des Luftverkehrs" sein, sagte er dem Bericht zufolge.

Scheuer will für den Herbst ein Treffen mit Luftfahrt-Vertretern vereinbaren, um Verbesserungen für den Flugverkehr zu entwickeln. "Ich kann und werde nicht akzeptieren, dass es in diesem Sommer so viele Flugausfälle und Verspätungen in Deutschland gibt", sagte er.

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Flughafen: Menschen. Massen. München.

An den Gesprächen sollen demnach auch Vertreter der Flughäfen und der Luftlinien teilnehmen. Auch der Minister forderte ein "qualitatives Wachstum". "Menge ist nicht alles."

ans/AFP



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Trollfrühstücker 06.08.2018
1. Schlimmer als die Bauernlobby
Die Lufthansa und der Rest der Flugbranche sind schlimmer als es die Bauernlobby je war: sie sind ach so arm dran, und die Kosten und überhaupt, wir wollen Steuervorteile oder auch gleich direkte Subventionen. Da sollte man sich dann in Erinnerung rufen, dass: 1. Das umweltschädlichste aller Verkehrsmittel, das Flugzeug, massive Steuervorteile hat. Denken Sie beim nächsten Tanken mit Ihrem Auto mal daran, wie Sie es fänden, für weniger als 50 Cent pro Liter zu tanken. Fluglinien tun das, denn die Mineralölsteuer zahlen sie nicht. Die Pointe: Katalysator und Filter für Flugzeuge gibt es nicht, die Jets hauen Schadstoffe raus wie man es höchstens von Autos vor 50 Jahren noch kannte. 2. Wenn man in Deutschland eine Straße oder eine Bahntrasse bauen will, dann ist das ein kompliziertes, teures Unterfangen. Spätestens dann, wenn Anwohnern Lärm und Abgas zugemutet werden soll, wird ganz genau geprüft, und besonders belastende Verkehrstrassen braucht man gar nicht erst vorschlagen, die sind chancenlos. Anders bei Flughäfen: eine Flugroute umzulegen und hunderttausende Bürger mit Lärm und Abgas zu überziehen, das winken Gerichte fast immer durch. Also, worüber beschwert sich die Lufthansa? Einen zu vollen Luftraum, den sie ganz maßgeblich selbst mit verursacht?
biba_123 06.08.2018
2. Auf der einen Seite über Klimawandel...
eine Moral-und Angstkampagne fahren, wenns um Kfz Nutzung geht, andererseits aber zwei, drei Mal im Jahr in den Urlaub jetten. Die Gesellschaft widert mich so an, ob ihrer perversen Verlogenheit!
sikasuu 06.08.2018
3. Auch der Minister forderte ein qualitatives Wachstum &
Menge ist nicht alles. ? # Tolle Luftblase :-( Die mögliche Anzahl der IFR Flüge ist im Luftraum "endlich"! Die Zahl der Slots auf Flughäfen auch. Da kann man nicht mal kurz eine neue Startbahn bauen & den Verkehr entzerren. . Ein System das nahe an 100% fährt ist für Störungen anfällig. Da reichen Kleinigkeiten, ein Koffer der wieder rasu muss, ein kleiner Defekt in der Checkliste usw. . Wenn der Hr. Minister vielleicht mal vor seiner der Wetterlage angepassten "Heißluft-Aussage" einen seiner Fachreferenten gefragt hätte, wäre er zu dem Schluss gekommen, das Zuverlässig-, Pünktlichkeit & Massenverkehr bei fast 100% ein Systemwiderspruch ist, den er auch nicht lösen kann. . Von der Belastung der Anwohner usw. durch den immer mehr ausufernden Flugverkehr will ich gar nicht erst anfangen!
competa1 06.08.2018
4. Natürlich sind die flughäfen überfordert..
guckt man sich den Abflugplan von Düsseldorf von heute morgen an ,so sollten dort planmässig 5 Maschinen um 6°°Uhr abheben(auf einer Startbahn;-)Das System kommt mir vor wie die absichtlichen Überbuchungen von Hotels. https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjr1u_6tdjcAhVnMOwKHdGOD2cQFjABegQICRAB&url=https://www.dus.com/de-de/fl%C3%BCge&usg=AOvVaw3NfKROYrCQbRbuD-IXrZK6
Hans58 06.08.2018
5.
Zitat von competa1guckt man sich den Abflugplan von Düsseldorf von heute morgen an ,so sollten dort planmässig 5 Maschinen um 6°°Uhr abheben(auf einer Startbahn;-)Das System kommt mir vor wie die absichtlichen Überbuchungen von Hotels. https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjr1u_6tdjcAhVnMOwKHdGOD2cQFjABegQICRAB&url=https://www.dus.com/de-de/fl%C3%BCge&usg=AOvVaw3NfKROYrCQbRbuD-IXrZK6
Bei zwei (!) Runways sollte es kein Problem sei, diese Maschinen starten zu lassen. Die luftfahrtrechtliche Genehmigung für Düsseldorf erlaubt maximal 38 Starts in einer Stunde. Wenn Sie sich am 07.08.18 die tatsächliche Startzeit der 6 Maschinen vor Augen führen, werden Sie die tatsächliche Takeoff-Zeit erkennen. Dass Flughäfen nicht "überfordert" sind, dürfte eigentlich dem LH-Chef bekannt sein.
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