Tarifabschluss für Bodenpersonal Lufthansa einigt sich mit Ver.di

Drei Prozent mehr Lohn in diesem und bis zu weitere drei im nächsten Jahr: Lufthansa und Ver.di haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für das Bodenpersonal verständigt.

Lufthansa-Schalter am Flughafen Leipzig-Halle
DPA

Lufthansa-Schalter am Flughafen Leipzig-Halle


Nach der Einigung in der Metallbranche nun der neue Tarifvertrag bei der Lufthansa: Die Fluggesellschaft und die Gewerkschaft Ver.di haben eine Einigung für die rund 28.000 Bodenmitarbeiter erzielt. Die Beschäftigten erhalten rückwirkend zum 1. Februar 2018 eine Lohnerhöhung von drei Prozent, teilten beide Seiten mit.

Eine zweite Stufe folgt zum 1. Mai 2019, sei aber an den wirtschaftlichen Erfolg der jeweiligen Lufthansa-Teilgesellschaften gekoppelt. Die Löhne werden dann mindestens um 1,8 Prozent angehoben, abhängig von den Renditen in einzelnen Geschäftsfeldern können es aber auch bis zu drei Prozent sein. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 33 Monaten bis Ende September 2020.

Für sämtliche Lufthansa-Techniker wird die erste Stufe als Sockelbetrag von knapp 107 Euro ausgezahlt, was für die unteren Lohngruppen eine stärkere Steigerung als die durchschnittlichen drei Prozent bedeutet. In den höheren Lohngruppen fällt sie prozentual entsprechend geringer aus.

In den Verhandlungen hatte Ver.di auch Tarifmodelle vorgeschlagen, in denen die Beschäftigten zwischen zusätzlicher Vergütung oder freien Tagen hätten wählen können - wie es etwa die IG Metall und die Metall-Arbeitgeber bei ihrer Einigung beschlossen haben. In den Lufthansa-Verhandlungen war der Vorstoß jedoch nicht erfolgreich, soll aber künftig in Arbeitsgruppen besprochen werden, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft.

Der Tarifvertrag gilt für die bei Ver.di organisierten Beschäftigten am Boden, der LSG sowie von Lufthansa Systems, Technik und Cargo. Die Konzerntarifkommission habe dem Ergebnis am Dienstagabend zugestimmt, teilte die Gewerkschaft mit.

Somit hat die Lufthansa nun mit allen Beschäftigtengruppen Tariffrieden geschlossen. Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa den jahrelangen, von 14 Streiks begleiteten Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit beigelegt. Ein Teil der Tarifverträge mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo läuft allerdings Ende 2018 aus. Die Gewerkschaft kritisierte vor Kurzem, dass noch immer nicht alle Regelungen umgesetzt seien und warnte vor Streiks Anfang 2019.

fdi/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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rxra99 07.02.2018
1. Was ein armseliger Abschluss
Das deckt ja grad mal die Inflation. 107 Euro Einmalzahlung? Und diese Firma verdient Milliarden!
joomee 07.02.2018
2. Was wollen Sie?
Zitat von rxra99Das deckt ja grad mal die Inflation. 107 Euro Einmalzahlung? Und diese Firma verdient Milliarden!
Was wollen Sie denn? In den letzten beiden Jahren 2016 und 2017gab es jedes Jahr 2,2% plus eine Einmalzahlung von 2.215 Euro im Jahr davor, was wohl bei den meisten rund 4% bedeutet. Bei einer Inflation von nahe null. Nur gibt es mit der Einmalzahlung voraussichtlich für die nächsten zwei Jahre je über 3% mehr. Das ist deutlich über der Inflation. Über 5 Jahren erhalten die Mitarbeiter kumuliert in 5 Jahren rund 15% Lohnerhöhung - und eine satte, sehr faire und echte Reallohnsteigerung. Oder sehen Sie das anders?
matze. 07.02.2018
3. Sockelbetrag
107€ für die Techniker d.h. für diejenigen die weniger als 3566€ verdienen mehr als 3%. Keine Ahnung ob das viele betrifft, das verringert auf jeden Fall den unterschied zwischen den Lohngruppen.
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