Teures Kerosin: Lufthansa überrascht mit hohem Verlust

Die hohen Ölpreise und die große Konkurrenz machen der Deutschen Lufthansa zu schaffen. Zum Jahresbeginn hat die Fluglinie einen doppelt so hohen Verlust gemacht wie im Vorjahr. Auch die Gewinnprognose für 2012 wackelt.

Lufthansa-Maschine mit Logo: Die Fluglinie mit dem Kranich muss sparen Zur Großansicht
dpa

Lufthansa-Maschine mit Logo: Die Fluglinie mit dem Kranich muss sparen

Frankfurt am Main - Rote Zahlen zum Jahresbeginn sind bei Fluggesellschaften nichts Ungewöhnliches. Außerhalb der Urlaubssaison rutschen sie häufiger mal in die Verlustzone. Dass es so weit nach unten geht wie nun bei der Lufthansa, ist jedoch eine Überraschung.

Der operative Verlust lag im ersten Quartal 2012 bei 381 Millionen Euro, wie die größte deutsche Fluggesellschaft am Mittwochabend mitteilte. Das ist etwa doppelt sie viel wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Damit schnitt der Konzern deutlich schlechter ab als von Analysten erwartet.

Für das schlechte Ergebnis macht der Konzern vor allem die hohen Ölpreise verantwortlich, die auch die Kosten für Kerosin kräftig nach oben getrieben haben. Auch ein Umsatzanstieg um sechs Prozent auf 6,6 Milliarden Euro habe die hohen Treibstoffkosten nicht kompensieren können, teilte das Unternehmen mit.

Ihr Gewinnziel für 2012 stellte die Lufthansa-Spitze unter Vorbehalt. Zwar peilt Vorstandschef Christoph Franz weiter einen operativen Gewinn im mittleren zweistelligen Millionenbereich an. Allerdings könnte das Sanierungsprogramm "Score" das Ergebnis belasten, hieß es nun. Die Kosten für den möglichen Konzernumbau seien in der Prognose nicht enthalten.

Das erste Quartal bringt bei Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fliegen sie vor allem in der Hauptreisezeit im Sommer ein. Die Lufthansa Chart zeigen hatte in den ersten drei Monaten einen deutlichen Zuwachs im Passagiergeschäft verbucht. Trotz der Streiks der Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen wuchs die Zahl der Fluggäste bei Lufthansa und ihren Töchtern Germanwings, Swiss und Austrian Airlines (AUA) um fast fünf Prozent auf 21,9 Millionen.

Mit dem Programm "Score" will die Lufthansa ihre jährlichen Kosten bis zum Jahr 2015 um 1,5 Milliarden Euro senken. Zu dieser Summe soll die Kernmarke Lufthansa 900 Millionen beitragen - davon 600 Millionen durch Einsparungen und 300 Millionen durch höhere Erlöse. Die Flotte soll bis zum Jahr 2014 nicht wachsen, Strecken werden gestrichen, und auch an die Gehälter und die Altersversorgung will die Konzernführung ran. Unter anderem möchte der Vorstand die First Class auf vielen Langstreckenflügen abschaffen.

Auch über einen größeren Stellenabbau wird spekuliert. Einen Bericht der "Bild"-Zeitung, demzufolge 3000 Stellen weltweit wegfallen sollen, wollte der Konzern zuletzt nicht bestätigen. Klar ist bereits, dass Piloten und Flugbegleiter der defizitären Tochter Austrian Airlines auf Geld verzichten müssen: Sie sollen künftig nach einem deutlich niedrigeren Tarif bezahlt werden.

stk/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Re
franko_pizza 02.05.2012
Zitat von sysopdpaDie hohen Ölpreise und die große Konkurrenz machen der Deutschen Lufthansa zu schaffen. Zum Jahresbeginn hat die Fluglinie einen doppelt so hohen Verlust gemacht wie im Vorjahr. Auch die Gewinnprognose für 2012 wackelt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,831039,00.html
recht so Iran zu sanktionieren bedeutet teures öl für EU/USA und billiges öl für ihre komkurrenten china/india. lassen wir die EUDSSR blüten.
2. Vorbei!
papayu 03.05.2012
Die immer hoeher werdenden Gewinne sind nun endgueltig vorbei! Wahnsinn, was da alles rumfliegt. Einfach irre, dieser FRAPORT, irre. Jede Minute eine Landung oder Start.Und das Gewuehle. Warum erhoeht man nicht die Preise? Sollten auf jeden Fall teurer sein als die Bundesbahn, dann wuerden auch wieder Viele diese benutzen. z.B. Stuttgart -FRA mit der Bahn ca 1,5 std, mit dem Flieger 20 minuten.Dafuer duerfen Sie beim Fliegen 1 Stunde warten, also kein Zeitgewinn, nur umstaendlicher.
3. arme Lufthansa, wo bleibt das 1,5 Mrd. Geschenk aus Bayern?
gpunktgeppert 03.05.2012
wird Zeit, daß in München endlich das Milliardengeschenk an die Lufthansa zu Potte kommt. Schnell die 3. Startbahn bauen. Braucht zwar keiner, aber für die Lufthansa tut man ja alles...
4. Stellenabbau
dicks 03.05.2012
Aus dem Geschäftsbericht: "Insgesamt soll rund ein Drittel des SCORE-Volumens durch die Senkung der konzernweiten Personalkosten erreicht werden, die durch Produktivitätssteigerungen, Tarifthemen und Stellenabbau dargestellt werden soll. Darin enthalten ist auch ein angestrebter Abbau in einer Größenordnung von 3.500 Vollzeitstellen weltweit in den administrativen Bereichen."
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