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Tarifstreit: Lufthansa-Piloten sagen Streik am Dienstag ab

Lufthansa-Maschine: Langestreckenflüge ab Frankfurt betroffen Zur Großansicht
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Lufthansa-Maschine: Langestreckenflüge ab Frankfurt betroffen

Die Lufthansa kann am Dienstag nach Plan fliegen: Ihre Piloten haben den geplanten Streik abgesagt. Die Gewerkschaft Cockpit begründete die Entscheidung mit einem Entgegenkommen des Unternehmens im Tarifstreit.

Frankfurt am Main - Die Vereinigung Cockpit hat überraschend den für Dienstag angekündigten Streik der Lufthansa-Piloten am Frankfurter Flughafen abgesagt. Die Pilotengewerkschaft begründete das am Montagabend damit, neue Gespräche mit der Airline anzustreben. Die Lufthansa-Geschäftsleitung habe der Vereinigung Cockpit einen "veränderten Forderungskatalog" zur Übergangsversorgung übermittelt. Die Tarifkommission der Pilotengewerkschaft habe daraufhin noch für diese Woche neue Gesprächstermine angeboten.

Die Vereinigung Cockpit betonte, jederzeit einigungsbereit zu sein. "Ob es gelingt, die Arbeitskampfmaßnahmen dauerhaft abzuwenden, ist derzeit noch nicht absehbar", hieß es weiter.

Lufthansa wollte die ursprünglich angekündigte Arbeitsniederlegung, die zwischen 9 und 17 Uhr Langstreckenflüge treffen sollte, ins Leere laufen lassen und sämtliche 40 Verbindungen streichen.

Die Gewerkschaft und die Lufthansa streiten derzeit über Regelungen zur Übergangsversorgung. Diese erlaubt es Piloten bisher, mit 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Sie erhalten in der Übergangszeit bis zur gesetzlichen Rente bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge. Der Konzern will die Altersgrenze erhöhen, Cockpit lehnt dies bisher ab.

Erst in der vergangenen Woche hatte Lufthansa gestreikt. Mehr als 140 gestrichene Flüge hatten das Unternehmen stark getroffen. Auch der dreitägige Ausstand im April habe die Lufthansa nach Konzernangaben rund 60 Millionen Euro gekostet. Durch die Arbeitsniederlegungen in den vergangenen Wochen sei mit einem Betrag in einer ähnlichen Größenordnung zu rechnen.

Nach SPIEGEL-Informationen droht der Lufthansa zudem auch Streit mit einer weiteren wichtigen Mitarbeitergruppe: den Flugbegleitern. Anlass ist ein zentraler Baustein des neuen Billigkonzepts von Konzernchef Carsten Spohr, der geplante hauseigene Langstreckenableger unter dem Kürzel Jump. Der Konzern verlangt vom Kabinenpersonal Zugeständnisse, um die Jets rentabel betreiben zu können. Ihre Gewerkschaft Ufo (Unabhängige Flugbegleiterorganisation) fordert im Gegenzug Arbeitsplatzgarantien und die Beibehaltung des bisherigen Systems der Alters- und Übergangsversorgung für Bordbeschäftigte.

Sollten die Verhandlungen platzen, will die Lufthansa-Führung in den Maschinen Leiharbeitskräfte einsetzen. Eine Entscheidung soll spätestens am Mittwoch dieser Woche fallen. Dann tagt der Aufsichtsrat des Konzerns.

kha/dpa/AFP

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1.
flieger56, 15.09.2014
Es ist gut,daß es die Pilotenvereinigung Cockpit als auch die Gewerkschaft der Lockführer gibt. Beide Gewerkschaften holen das Bestmögliche für ihre Angestellten heraus. Schauen Sie sich an,was Verdi für die Angestellten heraus holt,so gut wie gar nichts.Die legen sich lieber mit den Arbeitgebern ins Bett. Es wird Zeit,daß auch mal wieder der normale Arbeitnehmer auf die Straße geht und streikt,statt sich mit 2,1% verteilt über 24 Monate abspeißen zu lassen.
2. Kein Verständnis
powerranger 15.09.2014
Ich habe Null Verständnis für die Piloten. Dieser abartig überbezahlte Haufen nimmt den ganzen Konzern in Geiselhaft. Und büssen müssen dafür wieder die kleinen Mitarbeiter in der Kabine und am Boden. Bei diesen versucht man, es wieder reinzuholen. Piloten, schämt Euch. Pfui pfui pfui !!
3. Gewerkschaften stoppen!!
hörtauf 15.09.2014
Wirtschaftliche Totalschäden sind vorprogrammiert. Warum wohl lagert LH immer mehr an die Germanwings aus? Um von den exorbitanten Personalkosten runterzukommen. Die Betriebskosten (ex Personal) sind die selben.
4.
Stäffelesrutscher 15.09.2014
Zitat von powerrangerIch habe Null Verständnis für die Piloten. Dieser abartig überbezahlte Haufen nimmt den ganzen Konzern in Geiselhaft. Und büssen müssen dafür wieder die kleinen Mitarbeiter in der Kabine und am Boden. Bei diesen versucht man, es wieder reinzuholen. Piloten, schämt Euch. Pfui pfui pfui !!
Haben Sie nicht gerade lesen können, dass Cockpit den Streik abgesagt hat, weil die Lufthansa sich bewegt? Damit ist bewiesen, dass es die Manager sind, die die Kunden in Geiselhaft nehmen: schalten die auf stur, bleiben die Vögel unten. Bewegen die sich, fliegt der Kranich.
5. Was für ein Theater.....
burn_e 15.09.2014
Man muss kein Betriebswirt sein um zu erkennen, dass die Pensionsrückstellungen dem Kranich über kurz oder lang die Flügel brechen werden. Also Piloten und Kabinenpersonal: hört auf zu jammern, denn euer Gehalt gehört zu den höchsten der Welt- zudem:je höher der Verlust durch Streiks, umso höher der Arbeitsplatzabbau im Nachgang.....
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