Tarifstreit Lufthansa-Piloten streiken am Dienstag erneut

Neuer Belastungstest für Lufthansa-Kunden: Die Piloten wollen am Dienstag von 9 Uhr bis 17 Uhr auf Langstreckenflügen streiken.

Lufthansa-Maschine: Langestreckenflüge ab Frankfurt betroffen
AFP

Lufthansa-Maschine: Langestreckenflüge ab Frankfurt betroffen


Frankfurt - Die Piloten der Lufthansa wollen am Dienstag erneut streiken. Bestreikt würden von 9 bis 17 Uhr die Langstreckenflüge, die am größten deutschen Flughafen Frankfurt abheben, teilte die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit am Montag mit.

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Betroffen seien Abflüge mit den Flugzeugtypen Airbus A380, Boeing B747, Airbus A330 und Airbus A340, hieß es weiter. Da das Lufthansa-Management bisher kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt habe, sehe sich die Gewerkschaft zu weiteren Maßnahmen gezwungen.

Das ist der vierte Streit der Piloten, seitdem die Tarifgespräche zwischen Piloten und der Lufthansa Ende August abgebrochen wurden. Die Gewerkschaft verleiht mit der Streikwelle ihrer Forderung nach Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente für die 5400 Lufthansa-Piloten Nachdruck. Bereits der dreitägige Ausstand im April habe die Lufthansa nach Konzernangaben rund 60 Millionen Euro gekostet. Durch die Arbeitsniederlegungen in den vergangenen Wochen sei mit einem Betrag in einer ähnlichen Größenordnung zu rechnen.

Streit mit Flugbegleitern droht

Nach SPIEGEL-Informationen droht der Lufthansa Streit mit einer weiteren wichtigen Mitarbeitergruppe: den Flugbegleitern. Anlass ist ein zentraler Baustein des neuen Billigkonzepts von Konzernchef Carsten Spohr, der geplante hauseigene Langstreckenableger unter dem Kürzel "Jump". Der Konzern verlangt vom Kabinenpersonal Zugeständnisse, um die Jets rentabel betreiben zu können. Ihre Gewerkschaft UFO (Unabhängige Flugbegleiterorganisation) fordert im Gegenzug Arbeitsplatzgarantien und die Beibehaltung des bisherigen Systems der Alters- und Übergangsversorgung für Bordbeschäftigte.

Sollten die Verhandlungen platzen, will die Lufthansa-Führung in den Maschinen Leiharbeitskräfte einsetzen. Eine Entscheidung soll spätestens am Mittwoch dieser Woche fallen. Dann tagt der Aufsichtsrat des Konzerns.

yes/Reuters



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