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Pilotengewerkschaft Cockpit: Streiks bei der Lufthansa "ab sofort" möglich

Die Lufthansa-Maschinen könnten bald wieder am Boden bleiben. Die Pilotengewerkschaft Cockpit droht nach gescheiterten Verhandlungen: Mit neuen Streiks müsse ab sofort gerechnet werden.

Frankfurt am Main - Die Gewerkschaft Cockpit hat die Verhandlungen mit der Lufthansa zu den Übergangsrenten für die Piloten gescheitert erklärt. Mit weiteren Arbeitskampfmaßnahmen müsse deshalb "ab sofort gerechnet werden". Wann genau die Piloten ihre Arbeit niederlegen werden, würde jeweils vorab bekannt gegeben, hieß es.

"Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Kunden der Lufthansa", erklärte die Gewerkschaft. Noch könne der Konzern "mit den entsprechenden Signalen" den Streik "jederzeit abwenden". Der Präsident der Vereinigung Cockpit (VC) Ilja Schulz sagte, man werde sich weiter gegen den "Kahlschlag wehren, den das Unternehmen plant."

Die Lufthansa reagierte am späten Abend mit der Erklärung: "Wir bedauern die Entscheidung der Vereinigung Cockpit sehr, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären und Arbeitskampfmaßnahmen anzukündigen. Diese Entscheidung ist in keiner Art und Weise nachvollziehbar". Die Lufthansa sei jederzeit gesprächsbereit.

Cockpit verlangt für die 5400 Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings mehr Geld. Zudem tritt die Vereinigung dafür ein, dass die betriebsinterne Frührente beibehalten wird. Die Lufthansa hingegen will die Frührente neu regeln.

Die Piloten hatten im März mit 99,1 Prozent dafür votiert, notfalls mit Streiks einen neuen Tarifvertrag zur Übergangsvorsorgung bei vorzeitigem Ausscheiden von Piloten durchzuboxen. Anschließend hat der dreitätige Pilotenstreik im April bei der Lufthansa zu massiven Auswirkungen geführt und den Flugverkehr stark beeinträchtigt.

Nach den Streiks nahmen die beiden Seiten in den vergangenen Monaten wieder am Verhandlungstisch Platz - mit einem Moderator als Mittelsmann. Die Gespräche auf dieser Basis seien jedoch nun deshalb gescheitert, da der Konzern seine "weitreichenden Forderungen" aufrechterhalten habe, die laut Cockpit nicht akzeptable Einschnitte in die Versorgung der Piloten zur Folge hätten.

Für das Unternehmen mit dem Kranich-Logo war es der größte Streik der Firmengeschichte: Insgesamt waren mehrere Tausend Flüge mit rund 425.000 Passagieren betroffen. Zur Vereinigung Cockpit zählen etwa 9300 Mitglieder, erst seit dem Jahr 2000 ist die VC auch als Gewerkschaft aktiv.

daf/dpa/Reuters

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insgesamt 110 Beiträge
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1. ....
donald.martin320 22.08.2014
Fliege am Montag in einer Woche in Urlaub. Wie ich mein Glück kenne, bin ich betroffen. Die Gewerkschaft ist so dämlich, wie sollen die Pensionen gezahlt werden, wenn kein Geld reinkommt. Wenn man streikt, kommt kein Geld rein. Logisch oder? Aber sollte mein Flug betroffen sein, dann sag ich, Bye Bye und nie wieder Lufthansa. Das wäre das zweite Mal in diesem Jahr, eine unvorstellbare Zumutung für die Kunden. 9300 Gewerkschaftsmitglieder ruinieren ein ganzes Unternehmen.
2. Als Lufthansa Vielflieger...
mrt1511 22.08.2014
... Finde ich das so großartig, dass ich vielleicht doch mal nach einem anderen Unternehmen schauen sollte, die mich gern und pünktlich jede Woche zur Arbeit bringen, ohne ständig mir Gedanken machen zu müssen, ob ich meine Termine halten kann oder nicht... Denn ansonsten kostet mich das irgendwann dann den Job, danke Cockpit!!
3. Gebt den
dubfurter 22.08.2014
Golf Airlines endlich die gleichen Rechte wie Air Berlin und Latehansa, dann erledigt sich das Problem von alleine. Alle vier Monate wird gestreikt in dem Laden
4. Macht ruhig so weiter
macgyver44 22.08.2014
und die arabischen Airlines werden Ihre Marktanteile stetig ausbauen. Freundlicher und hilfsbereiter Service, großzügige Vielfliegerprogramme mit häufigen Upgrades, neue Flieger und gute Preise fördern weiter den Untergang abendländischer Airlines. Stoische und überhebliche Gewerkschaften tragen ihr Übriges bei. Wenn LH dann demnächst vollends in Schieflage gerät wird nach Vater Staat geschrien und das Füllhorn deutscher Steuergelder wird über alle unverbesserliche blau-gelben Uniformträger ausgeschüttet. Vielleicht wird dann der Soli zum LH-Soli umfunktioniert, die unfairen Araber bekommen schließlich auch Ihre Subventionen und das Volk schluckt wieder alles.
5. Getmanwings lässt grüssen
Alm Öhi 22.08.2014
Die Piloten-Idioten verstehen es nicht Lufthansa wird zu Grabe getragen und damit die Tarifveträge. GermanWings wird neue Tarifverträge verhandeln. Als Kunde kann ich diesem nur zustimmen.
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